Die Rampe II an der Semerteichstraße kann bis zum Herbst 2022 bleiben. Was danach passiert, ist jedoch vorerst ungewiss. © Jörg Bauerfeld
Aufsuchende Sozialarbeit

Wird auch die „Rampe II“ wieder aufgelöst? Hörder sind alarmiert

Die Anlauf- und Beratungsstelle in Hörde „Rampe II“ leistet für Kinder und Jugendliche wichtige soziale Arbeit. Doch das Projekt ist befristet – und seine Zukunft hängt am seidenen Faden.

Die „Rampe II“ ist seit 2018 an der Semerteichstraße 184 in Hörde ansässig. Das Projekt – damals schlicht unter dem Namen „Rampe“ – war schon einmal in Hörde aktiv, allerdings von Mai 2012 bis Dezember 2014.

Schon bei der ersten Rampe ging es unter anderem darum, Jugendliche von der Straße zu holen und bei alltäglichen Problemen sozialpädagogische Hilfen anzubieten.

Die Rampe II ist damit schon länger aktiv als ihr Vorgänger. Allerdings ist nun unsicher, ob nicht auch dieses Projekt in Zukunft wieder aufgelöst werden könnte. Die Bezirksvertretung Hörde (BV) stellte bei ihrer vergangenen Sitzung (7.9.) alarmiert fest, dass das Projekt Rampe II nach einer dreijährigen finanziellen Unterstützung der Stadt Dortmund aktuell nur noch bis Mitte Oktober 2022 verlängert wurde. Ob danach erneut verlängert wird, ist zu diesem Zeitpunkt unsicher.

„Eine jährliche Befristung der Rampe II ist nicht zielführend“, kommentierte Werner Sauerländer von der SPD-Fraktion. Er hätte sich weiterhin eine unbefristete Projektaufstellung gewünscht. Grünen-Politikerin Ute Goerke stimmte dieser Aussage zu.

Auch die Polizei arbeitet unter anderem mit der Rampe II zusammen

Die Hörder Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche wurde gegenüber dieser Redaktion bereits mehrfach lobend erwähnt, wenn auch der Kontext immer weniger erfreulich war. Anfang 2020 betonte Polizeipräsident Lange beispielsweise, dass man sich in der Kriminalitätsprävention auf die Betreuung von Jugendlichen konzentriere und daher auch eng mit der Rampe II vernetzt sei.

Auslöser für diese Zusammenarbeit war die Zerschlagung eines kriminellen Jugendrings, in dem das jüngste Mitglied gerade einmal 14 Jahre alt war.

Ende 2020, als der gewaltsame Tod von Daniel S. den Stadtbezirk erschütterte, betonte Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock ebenfalls die gute Arbeit der Rampe II und sagte, dass es gleichzeitig in den vergangenen Jahren ruhiger im Bezirk geworden sei.

„Mitarbeiter haben keinerlei Planungssicherheit“

Dementsprechend unglücklich zeigte sich auch Michael Depenbrock gegenüber dem Antrag der Stadt Dortmund. „Das ist ein klares Signal an die Jugendlichen im Bezirk“, sagte er. Vertrauensarbeit brauche nun einmal Zeit – und die sei bei befristeter Sozialarbeit leider nicht gegeben.

Auch für die Sozialpädagogen, die seit 2018 in dem Betreuungsangebot arbeiten, sei die Situation mehr als unglücklich. „Die Mitarbeiter haben keinerlei Planungssicherheit“, erklärte Michael Depenbrock.

Die Entscheidungsmacht zu diesem Thema liegt aktuell jedoch nicht mehr in den Händen der BV – der Antrag auf eine einjährige Verlängerung wurde bereits beschlossen und konnte vorerst lediglich mit einem dringenden Hinweis versehen werden.

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