Auch am Kaufhaus Dustmann geht der zweite Lockdown nicht spurlos vorüber. © Jörg Bauerfeld
Einzelhandel im Lockdown

„Wirtschaftlich eine Katastrophe“: Kaufhaus Dustmann sitzt auf vollen Lagern

Es ist das einzige Kaufhaus im Dortmunder Süden und in gewisser Hinsicht ein Aushängeschild. Aber auch das Kaufhaus Dustmann muss durch harte Corona-Zeiten. Und so sieht die Zukunft aus.

Das Kaufhaus ist ein echtes Schmuckstück. 2018, nach umfangreichen Umbauarbeiten wieder neu eröffnet, ist es einer der Besucher-Magneten für den Hombrucher Ortskern. Aber auch das Vorzeigehaus an der Harkortstraße trifft der erneute Corona-Lockdown hart.

Ganz zum Leidwesen vom Geschäftsführer der Dula Gruppe, Heinz-Herbert Dustmann, zu der auch das Kaufhaus gehört. Im Gespräch mit der Redaktion verrät Heinz-Herbert Dustmann, wie es aktuell um sein Kaufhaus steht.

Herr Dustmann, wie geht das Kaufhaus mit dem erneuten Lockdown um, sind die Angestellten in Kurzarbeit?

Der erneute Lockdown hat uns, wie den gesamten stationären Einzelhandel sehr schwer getroffen. Gerade der Zeitpunkt kurz vor Weihnachten ist eine Katastrophe. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu einem hohen Prozentsatz in Kurzarbeit.

Heinz-Herbert Dustmann ist auch Präsident der IHK zu Dortmund.
Heinz-Herbert Dustmann ist auch Präsident der IHK zu Dortmund. © Ekkehart Bussenius/Tania Reinicke © Ekkehart Bussenius/Tania Reinicke

Das Warenlager ist doch bestimmt noch voller Winterware. Was geschieht damit? Kann Ware zurückgeschickt werden?

Ja, wir haben aufgrund unseres hochaktuellen, weitgehend Fashion-Sortiments unsere Verkaufsfläche und Lager voll mit Herbst- und Winterware. Wir werden, sobald möglich, diese wieder weiter verkaufen, müssen dies aber mit Sicherheit direkt mit hohen Abschlägen tun. Das Zurückschicken von Ware ist nur in sehr geringem Maße möglich.

Wie lief das Geschäft nach der Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown?

Mit hohen Nachlässen, einigermaßen, aber überhaupt nicht zufriedenstellend und nicht so wie für dieses Jahr geplant.

Durch den Lockdown ab dem 16. Dezember 2020 ist ja das Weihnachtsgeschäft ausgefallen. Wie schwer wiegt das in finanzieller Hinsicht?

Katastrophal – ab dem 16.12.2020 gab es praktisch keine Einnahmen, aber gleichbleibende Fixkosten und die Ware liegt bezahlt bzw. zu bezahlen in voller Höhe im Lager. Also auch bei diesen eigentlich variablen Kosten: keine Flexibilität.

Die Bestellungen für Frühjahr und Sommer sind vermutlich auch schon lange raus. Ist die Ware schon eingetroffen?

Teilweise, bzw. geordert und wir sind verpflichtet, sie auch abzunehmen.

Welche Möglichkeiten habe ich, bei Ihnen während des Lockdowns einzukaufen. Gibt es einen Online-Shop?

Wir haben uns zu unserer Neueröffnung Ende 2018 zunächst auf unseren Store vor Ort konzentriert (nicht parallel auch noch um einen Online-Shop). Unsere Kundinnen und Kunden haben dennoch die Möglichkeit, bei uns telefonisch, per E-Mail, über Instagram zu bestellen und die Artikel abzuholen.

Wie sehen die Planungen für dieses Jahr aus? Geht man davon aus, dass die Türen des Kaufhauses im Februar wieder öffnen können?

Zurzeit gehen wir davon aus, wie es von Regierungsseite vorgesehen ist, dass der Lockdown bis Ende Januar geht und wir dann wieder öffnen können.

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Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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