Drei fast gleichstarke Parteien gibt es im Stadtbezirk Aplerbeck. © Jörg Bauerfeld
Politik in Dortmund

Zwei Wochen vor der Wahl steht der Bezirksbürgermeister hier schon fest

Es war ein Dreikampf bei der Kommunalwahl 2020. CDU, SPD und Grüne lagen auf Augenhöhe. Jetzt ist eine Partei quasi die dumme - das hat Auswirkungen auf die Wahl zum Bezirksbürgermeister.

Es müsste schon mit dem berühmten Teufel zugehen, wenn Jürgen Schädel (SPD) in der konstituierenden Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck am 10. November nicht zum Bezirksbürgermeister gewählt würde. Denn man hat sich geeinigt.

CDU und SPD werden auch für die nächsten fünf Jahre zusammenarbeiten, wollen einen gemeinsamen Haushalt für den Stadtbezirk vorlegen und eben auch den Bezirksbürgermeister gemeinsam ernennen.

Keine Koalition, sondern eine Zusammenarbeit

Nun, es sei keine Koalition, das stellten die Fraktionsvorsitzende der CDU, Ingeborg Milde, und der Fraktionsvorsitzende der SPD, Jan Gravert, unisono fest. Es sei eine Zusammenarbeit ohne Fraktionszwang.

„Wir werden einen gemeinsamen Personalvorschlag für den Bezirksbürgermeister und auch für den stellvertretenden Bezirksbürgermeister machen“, sagt Jan Gravert. „Aber wir haben uns auch thematisch gewisse Schwerpunkte gesetzt, die wir in den nächsten Jahren gemeinsam bearbeiten wollen.“

Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD) fordert Achtsamkeit, damit es „nicht wieder aus dem Ruder läuft“.
Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD) fordert Achtsamkeit, damit es „nicht wieder aus dem Ruder läuft“. © Archiv © Archiv

Mit der nun veröffentlichten Zusammenarbeit haben SPD und CDU natürlich auch die Stimmenmehrheit in der Bezirksvertretung. Sie könnten, wenn sie denn wollten, ihre eigenen Anträge bequem durchbringen und die der Grünen, die in Aplerbeck immerhin die zweitmeisten Stimmen bekommen haben, abblocken.

Auch andere Parteien sollen eine Chance haben

„Das wird nicht passieren“, ist sich Gravert sicher. Und tatsächlich hat es auch in er letzten Legislaturperiode, in der CDU und SPD einen langen Weg gemeinsam gegangen sind, immer wieder verschiedene Meinungen zwischen den „Partnern“ gegeben. Auch Anträge anderer Parteien hatten durchaus Chancen, durchgebracht zu werden.

Aber warum nun diese Zusammenarbeit? „Wir haben natürlich auch mit den Grünen gesprochen, aber hier waren die Ansichten zu weit auseinander“, sagt Ingeborg Milde.

Dirk Mayer (CDU) steht für den Posten des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters zur Wahl. © Archiv © Archiv

Für die SPD wäre durchaus auch eine Zusammenarbeit mit den Grünen denkbar gewesen. Aber die CDU hatte bei der Partnerwahl knapp die Nase vorn.

Vorschlag der Grünen keine echte Chance

Also haben sich CDU und SPD auf Jürgen Schädel (SPD) als Bezirksbürgermeister geeinigt und Dirk Mayer (CDU) soll stellvertretender Bezirksbürgermeister werden.

In der Sitzung am 10. November um 15 Uhr im PZ des Gymnasiums an der Schweizer Allee werden dann beide vermutlich gewählt – in einer geheimen Wahl. Der Vorschlag der Grünen zum Bezirksbürgermeister oder -meisterin wird dabei sicher zur Kenntnis genommen. Eine echte Chance wird der Vorschlag nicht haben. Es sei denn, der Teufel kommt ins Spiel.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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