Seit Mittwoch ist der Bagger im Einsatz. Die Entkernung der Altbauten hat bereits vor zwei Wochen begonnen. © Beate Dönnewald
Wohnen in Dortmund

Abriss früher als geplant: Alte Häuser weichen modernen Mietwohnungen

Vier Gebäude lässt der Bauverein zu Lünen in Dortmund abreißen, um dort moderne Mietwohnungen zu bauen. Der Abriss-Bagger kam früher als geplant. Wir zeigen, wie die neuen Häuser aussehen werden.

Immer wieder bleiben Passanten auf den Gehwegen stehen. Die einen sind einfach nur interessiert, die anderen emotional bewegt: Denn sie haben viele Jahre in den Häusern an der Uranusstraße in Bövinghausen gewohnt, die seit Mittwoch (2.12.) abgerissen werden.

Eigentlich sollte das Abbruch-Unternehmen erst Anfang 2021 aktiv werden, so jedenfalls hatten es die Verantwortlichen des Bauvereins zu Lünen auf einer Informationsveranstaltung im November 2019 gegenüber den Mietern der 61 Wohnungen kommuniziert. Im Anschluss sollen hier moderne Mietwohnungen entstehen.

Gebäude schneller entmietet als gedacht

Für den früheren Abriss-Start nennt Vorstand Andreas Zaremba auf Anfrage dieser Redaktion mehrere Gründe. „Dank der guten Kommunikation mit den Mietern war das Gebäude früher entmietet als gedacht. Ein großes Lob an die Mieter, dass sie unseren Weg so mitgehen.“ Das Gros der Bewohner habe im Quartier eine Ersatzwohnung gefunden, einige seien aber auch weggezogen.

Also habe man keine unnötige Zeit verstreichen lassen, um auch noch „die drei Prozent Mehrwertsteuer sparen zu können“, so Andreas Zaremba. Außerdem würden leerstehende Gebäude oftmals Vandalismus provozieren.

Die Abrissarbeiten an der Uranusstraße 39 bis 45 dauern voraussichtlich bis Ende des Jahres, berichtet der technische Prokurist Carsten Unterberg. Mit dem Baustart für den ersten Bauabschnitt rechne er Anfang 2021. Die Bauzeit werde voraussichtlich ein Jahr betragen. Dann könnten die ersten Mieter einziehen.

In fünf Jahren soll alles fertig sein

Anschließend gehe es sukzessive mit Abriss und Neubau in den Straßen Neptunstraße, Unterdelle und am Adamsweg weiter. Sobald ein Neubau steht, werde der nächste Altbau abgerissen, so Unterberg. Insgesamt handelt es sich um vier Häuser mit 61 Wohnungen, die abgerissen werden. Nach fünf Jahren soll der gesamte Komplex fertig sein.

Grund für den radikalen Schritt ist das Alter der Gebäude aus den Jahren 1930 bis 1939. Sie hätten die sogenannte Restnutzungsdauer von 80 Jahren überschritten, erklärten Andreas Zaremba und Carsten Unterberg Ende vergangenen Jahres.

In Aussicht stellt der Bauverein zu Lünen moderne Mietwohnungen mit einer besseren Dämmung und Raumaufteilung, mit Balkonen, Barrierefreiheit und einer großen Tiefgarage. Die Warmmiete soll von 7,59 Euro auf 8,95 Euro pro Quadratmeter steigen. „Bis auf die Dachwohnungen handelt es sich um öffentlich geförderte Objekte“, erklärt Andreas Zaremba.

Die Bauzeit für den kompletten Neubau soll fünf Jahre betragen.
Die Bauzeit für den kompletten Neubau soll fünf Jahre betragen. © Bauverein zu Lünen © Bauverein zu Lünen

Weil die Immobilien ein zusätzliches Geschoss bekommen, wird der neue Komplex rund 1000 qm mehr an Wohnfläche haben. „Das Projekt hat eine Gesamtwohnfläche von ca. 4000 Quadratmetern“, so Andreas Zaremba. Aus ehemals 61 Wohnungen werden so 65. Zaremba betont: „Als Baugenossenschaft wollen wir unsere Mitglieder natürlich auf unserem Weg mitnehmen: Jeder, der möchte, kann hier wieder einziehen.“

Diskussionen in den Sozialen Medien

Auf große Begeisterung stieß das Abriss- und Neubau-Projekt im Vorfeld allerdings nicht bei allen Mietern. Ein Ehepaar war besonders entsetzt über den geplanten Abriss, weil es nach eigenen Angaben rund 50.000 Euro in seine Wohnung gesteckt hatte.

Bei dem 1. Bauabschnitt an der Uranusstraße handelt es sich um circa 800 Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnungen sollen Ende 2021 bezugsfertig sein.
Bei dem 1. Bauabschnitt an der Uranusstraße handelt es sich um circa 800 Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnungen sollen Ende 2021 bezugsfertig sein. © Bauverein zu Lünen © Bauverein zu Lünen

Auch in den sozialen Netzwerken ist der Abriss der „braunen Häuser“ ein Thema. Einige bedauern es, dass die Häuser abgerissen und nicht renoviert werden. „Schade, dass es sich nicht mehr gelohnt hat. Da hängen Erinnerungen dran“, schreibt eine Userin auf Faceobook. Andere zeigen Verständnis: „Die sind von 1930. Das hat sich nicht mehr gelohnt, sie zu renovieren.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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