Mit dem neuen Florian-Modell ist Steffen Eichs Adventuregolf-Anlage im Revierpark Wischlingen wieder komplett. © Holger Bergmann
Vandalismus

Ärger nach Party-Nacht auf der Adventure-Golf-Anlage im Revierpark

Der Revierpark Wischlingen mitsamt seiner Minigolf-Anlage könnte so schön sein, wenn nicht immer wieder Probleme mit Randalierern aufträten. Jetzt gab es einen Vorfall mit spezieller Wendung.

Dieser Eintrag bei Facebook war speziell: Die Betreiber der Dortmunder Adventure-Golf-Anlage im Revierpark Wischlingen erzielten am Samstag (18.9.) eine riesige Reichweite mit einem eigenen Fahndungs-Aufruf.

Hintergrund war ungebetener Besuch auf der Anlage, die eigentlich um 20 Uhr schließt, in der Nacht von Freitag auf Samstag: Dort hatten sich offenbar einige Leute auf der Sonnenterrasse des Minigolfplatzes niedergelassen und es sich gut gehen lassen. Auch zu Sachbeschädigungen soll es dabei gekommen sein.

So schrieb der Betreiber Steffen Eich am Samstagvormittag auf Facebook: „Wer unsere nächtlichen Besucher erkennt, möge ihnen bitte ausrichten, sich bis Montag bei uns zu melden. In unserer schönen Lounge eine Party zu feiern ist sicher schön, aber dennoch nicht erlaubt. Aber auch noch zu Randalieren ist weitaus ärgerlicher.“

Bilder aus Überwachungskamera veröffentlicht

Dabei veröffentlichte er relativ scharfe Fotos aus einer Überwachungskamera. Weiter schrieb er: „Wir möchten euch nur sehr ungern in euren jungen Jahren mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung bestrafen, daher meldet euch einfach, dann finden wir eine andere Lösung. Andernfalls wird es in der kommenden Woche zur Anzeige gebracht.“

Das fruchtete offenbar: 140 Mal wurde der Eintrag in den ersten 24 Stunden bei Facebook geteilt. Und wenige Stunden nach der Veröffentlichung hieß es bereits in einem Update des Beitrags: „Die Täter haben Kontakt mit mir aufgenommen und möchten sich stellen. Wie versprochen gibt es keine Anzeige, wenn es dabei bleibt.“ Die Fotos löschte der Betreiber.

Erst im Mai vergangenen Jahres hatte Eich viel Geld investiert, um diese Minigolfanlage mit 18 Löchern aus dem Boden zu stampfen. Er hatte mehrfach Pech: Wegen der Corona-Pandemie musste er monatelang geschlossen halten. Im November 2020, gerade mal ein halbes Jahr nach der Eröffnung, stahlen Diebe die Nachbildung des Florian-Turms von der Anlage, die besonders auf dekorative Elemente und Lokalpatriotismus setzt.

Juristen raten von privater Fahndung eher ab

Und nun wieder Ärger. Während einige Facebook-Nutzer die Aktion als fair bezeichneten und den Betreiber für die zweite Chance der Täter lobten, rät die Polizei regelmäßig davon ab. Juristen verweisen auf rechtliche Probleme: Auch mutmaßliche Straftäter haben das Persönlichkeitsrecht „am eigenen Bild“, können den Urheber und sogar die Nutzer, die einen solchen Eintrag teilen, wegen Verleumdung oder übler Nachrede zivilrechtlich belangen – zumal veröffentlichte Fotos oft nur schwer wieder einzufangen sind, Stichwort: Das Internet vergisst nie.

Ein solches Nachspiel ist in diesem Fall nicht zu erwarten. Es scheint, als könnte die Geschichte ein versöhnliches Ende finden.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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