Die Brand-Ruine auf dem ehemaligen Hof Schulte-Somborn wurde abgerissen. © Helmut Kaczmarek
Alter Bauernhof

Akute Einsturzgefahr: Technisches Hilfswerk reißt Brand-Ruine ab

Brände, Vandalismus, ein gescheiterter Investor: Der Bauernhof im Dortmunder Westen hat für viele Schlagzeilen gesorgt. Nun wurden die Gebäude-Reste abgerissen. Darauf hatten viele gewartet.

Zuletzt hatte es hier 2018 gebrannt. Ausgerechnet an Neujahr. Der Dachstuhlbrand in der leerstehenden Scheune auf dem alten Hof Schulte-Somborn an der Dünnebecke in Dortmund-Somborn war für die Nachbarn ein großer Schock.

Aber auch in den Jahren davor und danach gab es rund um das verlassene Areal immer wieder Ärger und Schockmomente. Dafür sorgten unter anderem ein Brand im Jahr 2013 sowie wiederholter Vandalismus und ständige Müllablagerungen. Vor allem den unmittelbaren Nachbarn war die Brand-Ruine gegenüber des Hofs Watermann ein Dorn im Auge.

2018 hatte die Scheue des ehemaligen Hofs gebrannt. Jetzt hat die Stadt gehandelt.
2018 hatte die Scheue des ehemaligen Hofs gebrannt. Jetzt hat die Stadt gehandelt. © Helmut Kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Am Samstag (12.12.) ist nun das passiert, worauf viele Anwohner gewartet haben: Das Technische Hilfswerk hat die Überreste des Fachwerkhauses und die angrenzende Scheune abgerissen – im Auftrag der Stadt.

„Ein hauseigener Statiker hat am 4. Dezember Alarm geschlagen. Die Gebäudereste waren komplett marode und akut einsturzgefährdet, gleichzeitig auch noch leicht zugänglich“, schreibt Christian Schön auf Anfrage dieser Redaktion.

„Ein großes Sicherheitsrisiko“

Normalerweise, so der Stadtsprecher, müsse der Eigentümer selbst für die Sicherheit sorgen. Darauf sei er auch mehrfach hingewiesen worden. „Die Bauaufsicht des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes hat das Gebäude aber weiterhin im Blick behalten.“

Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung habe die Stadt entschieden, die Gebäude-Reste sehr kurzfristig „im Sinne einer Ersatzvornahme zu entfernen“, so Christian Schön. „Zuletzt müssen sich immer wieder einzelne Menschen oder auch Gruppen Jugendlicher dort aufgehalten oder getroffen haben – ein großes Sicherheitsrisiko, das die Menschen nicht immer selbst erkennen können“, erklärt er. Ein vorhandener Bauzaun sei immer wieder geöffnet worden, in der Ruine habe man zudem Trampelpfade entdeckt.

Investor scheiterte mit Mehrgenerationen-Wohnanlage

Auf dem Gelände stehen weitere Gebäude, die derzeit ungenutzt sind. „Aktuelle Pläne für das Gelände oder die verbliebenen Gebäude gibt es keine“, so Christian Schön. Aus datenschutzrechtlichen Gründen könne man keine Angaben zu den Eigentumsverhältnissen machen. „Vermutlich aber werden das Gelände und die verbliebenen Gebäude erstmal weiterhin im Dornröschenschlaf verbleiben“, schreibt der Stadtsprecher.

Vor einigen Jahren wollte ein Investor auf dem Gelände des ehemaligen Gehöfts Schulte-Somborn eine Mehrgenerationen-Wohnanlage errichten. Seine Pläne waren bei der Stadt aber durchgefallen.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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