Ausgerüstet mit Kameras und Laserscannern fahren zwei dieser Fahrzeuge gerade durch Dortmund. Am Donnerstag (27.5.) waren sie in Kirchlinde unterwegs. © Holger Bergmann
Verkehr

Auffälliges Messfahrzeug: „Adlerauge“ fährt durch die Straßen

Dieses Fahrzeug zieht die Blicke auf sich: Ein oranges Fahrzeug mit Video-Kameras und blitzenden Laser-Scannern wurde im Dortmunder Westen gesichtet. Es hat einen ganz speziellen Auftrag.

Muss man jetzt schon wieder auf irgendeine Internetseite gehen, um Fotos vom eigenen Haus verpixeln zu lassen, damit die Privatsphäre gewahrt bleibt? Diese Frage stellen sich seit dieser Woche wieder viele Menschen im Dortmunder Westen.

Denn viele haben das auffällige Fahrzeug gesehen, dass durch die Straßen fuhr. auf dem Dach sehr viele Kameras, Antennen und hinten noch blitzlichtartige Geräte. Dieses Fahrzeug sah zwar deutlich anders aus, als eines von denen, die für Google Straßenansichten fotografieren.

Was für Daten werden da gesammelt?

Der Verdacht, dass da gerade für irgendein Internet-Portal Häuser abgelichtet werden, liegt dennoch nahe. Doch die Sorge ist unbegründet. Die Sensoren dieses Fahrzeugs sind nur am Asphalt interessiert.

Momentan untersucht die Firma „Eagle Eye Technologies“ (Adlerauge Technologien) aus Berlin für das Tiefbaumt der Stadt Dortmund den Zustand der Straßen. Eine solche Analyse führt das Tiefbauamt alle fünf Jahre für jede Straße, jeden Radweg, jeden Fußweg durch.

Allein an Straßen kümmert sich das Tiefbauamt um 1800 Kilometer. Ab jetzt wird

dafür moderne Technik eingesetzt. Das „Adlerauge“ liefert dem Tiefbauamt eine

Kombination aus Bildern und Laserscans.

Priorisierung von Reparaturen

Aus den Daten, die die insgesamt zwei eingesetzten Fahrzeuge sammeln, wird ein Kataster erstellt – die Basis für die Entscheidungen, wann und wo Reparaturen oder Straßenneubaumaßnahmen geplant werden.

Außerdem erfassen die Systeme auch Straßenschilder, so dass man nach Ende der Scans auch auswerten kann, ob die Beschilderung in Dortmund in Ordnung ist.

Diese Erfassungsmethoden liefern genauere Ergebnisse als die bis

jetzt üblichen rein visuellen Eindrücke der Verkehrssicherheitskontrolleure des Tiefbauamtes.

Von analog zu digital

Visuelle Erfassung bedeutet, dass jeweils etwa 19.000 ausgedruckte

Seiten, Fragebögen und Tabellen, ausgewertet werden mussten. Diese Ausdrucke wurden an jeder Straße vor Ort ausgefüllt und mussten anschließend in eine Datenbank zur Auswertung übertragen werden.

Ein mühsames Verfahren, denn durch den Faktor Menschen kommen so auch Ungenauigkeiten in die Auswertung. Auch die Übertragung in die Datenbank sei zeitraubend und fehleranfällig gewesen, berichtet ein Stadtsprecher.

Die Mess-Fahrzeuge werden die Dortmunder voraussichtlich noch das ganze Jahr auf den Straßen sehen können. Denn jede Straße muss in beide Richtungen abgefahren werden.

Daten werden geschützt

Bleibt die Sorge vieler Bürger, wie die Fotos ausgewertet werden und wer Zugriff darauf hat. „Die Bilder und Informationen werden im Rahmen des Datenschutzes nur für dienstliche Zwecke erhoben und ausgewertet“, verspricht ein Stadtsprecher auf Anfrage.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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