Der ausgebrannte Mähdrescher steht seit Monaten auf einem Feld in Westrich. © Maximilian Zienau
Rostige Maschine

Ausgebrannter Mähdrescher blockiert seit Monaten Feld im Dortmunder Westen

Seit Monaten rostet ein Mähdrescher auf einem Feld vor sich hin. Der ehemalige Besitzer der ausgebrannten Maschine ist machtlos. Die Spur der Verantwortung führt bis nach Polen.

Inzwischen gehört der Mähdrescher schon fast zum Landschaftsbild an der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel dazu. Nahe der Westricher Dorfstraße steht er, ausgebrannt auf einem kleinen Stück verheerten Bodens. Metallteile, Splitter und Glas liegen um das Wrack herum, die großen dunklen Reifen sind platt und zerschmolzen.

Seit August steht der Mähdrescher unbewegt auf seinem Feld. Inzwischen ist er zum Abenteuerspielplatz für Kinder und zur rostigen Fotokulisse geworden. Doch warum steht die Landwirtschaftsmaschine immer noch dort, wo sie vor Monaten in Flammen aufging? Die Antwort auf diese Frage führt von Westrich über Castrop-Rauxel und Karlsbad bis nach Polen.

Der Mähdrescher gehörte einem Landwirt aus Castrop-Rauxel. Am 6. August war er mit dem Erntefahrzeug auf dem Acker unterwegs, als ein Lager in der Maschine heiß lief und Funken sprühte. Diese setzten das Stroh auf dem Mähdrescher in Brand, das Feuer breitete sich schnell aus. Am Ende brannten 5000 Quadratmeter Feld, der Landwirt selbst blieb unverletzt.

Zunächst ging alles seinen gewohnten Gang, die Versicherung zahlte den Zeitwert, also den Wert, den der Mäher zum Zeitpunkt des Unfalls besaß. Das Wrack wurde über die Firma WOM weiterverkauft, eine Auktionsplattform für Unfallfahrzeuge mit Sitz in Karlsbad, Baden-Württemberg.

Eine Anfrage unserer Redaktion, wann und wie es mit dem Mähdrescher auf dem Westricher Feld weitergeht, blieb erfolglos. Die WOM verweigert jeglichen Kommentar.

Ein Drohnenfoto zeigt das Ausmaß des Brandes im August 2020.
Ein Drohnenfoto zeigt das Ausmaß des damaligen Brandes. © Helmut Kaczmarek (Archiv) © Helmut Kaczmarek (Archiv)

„Wenn es so weitergeht ist ein Jahr vergangen und das Ding ist noch nicht weg“, sagt der Landwirt, der zunehmend verzweifelt. Eigentlich wollte er auf dem Acker Pferde halten, der Rasen ist schon eingesät, aber das Wrack macht dem Projekt einen Strich durch die Rechnung.

Zweimal hat es bereits Versuche gegeben, den Mähdrescher abzutransportieren, der inzwischen nach Polen verkauft sein soll. Das erste Mal waren die neuen Besitzer schlecht vorbereitet und nicht in der Lage, den gesamten Mähdrescher abzutransportieren. Sie luden nur das Schneidwerkzeug der Landwirtschaftsmaschine auf.

Bergung blieb zweimal ohne Erfolg

Beim zweiten Mal waren die Käufer besser vorbereitet, hatten die Rechnung allerdings ohne das Wetter gemacht. Sie kamen ausgerechnet während des Wintereinbruchs im Februar, ihr schwerer Radlader bliebeprompt im zugeschneiten Feld stecken und musste schließlich selbst geborgen werden.

Seit mehr als sieben Monaten steht der Mäher also nun im Feld und rostet vor sich hin. Trotz eines Ordners voller Unterlagen weiß der Castrop-Rauxeler Landwirt nicht, wann oder wie es weitergeht. Aber anscheinend bleibt den Westricher Kindern ihr Abenteuerspielplatz noch eine Weile erhalten.

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