Auch dieser junge Mann lässt sich testen, weil er am nächsten Tag einen Friseurbesuch plant. © Beate Dönnewald
Coronavirus

Begehrte Schnelltests im Westen: „Weil ich einen Friseurtermin habe“

Trotz Notbremse bleibt die Nachfrage nach den kostenlosen Bürgertests im Dortmunder Westen weiterhin hoch. Mittlerweile nehmen allerdings die spontanen Testanfragen zu.

Kommt nach dem Boom die Flaute? Werden in den Schnelltest-Stellen im Dortmunder Westen wegen der bundesweiten Notbremse und dem damit verbundenen Ende des Test-Shoppings überhaupt noch viele Termine gebucht?

Diese Frage haben wir Monika und Frank Grote von der Apotheke an der Wasserburg in Marten und Ralf Novy vom Pflegedienst Ovital in Huckarde gestellt. Ihre Antworten überraschen. Denn: Bei beiden Schnelltest-Anbietern sei die Nachfrage ungebrochen hoch, sagen sie unisono. Betreiber von großen Schnelltestzentren, wie etwa das Corona-Drive-Ins an den Westfalenhallen, berichten hingegen von einem spürbaren Rückgang.

Die Apotheke an der Wasserburg bietet seit Ende März Bürgertestungen an. Damals stand das Telefon kaum still, Apotheker Grote zählte rund 100 Telefonate pro Tag. „In der vergangenen Woche war es mal kurz ruhiger geworden, doch jetzt ziehen die Anrufe wieder an.“

Viele wollen einen spontanen Test

Der Grund: „Die Leute brauchen negative Corona-Tests für den Friseur- und Fußpflege-Termin“, berichten Monika und Frank Grote. Vor allem die spontanen Test-Anfragen hätten zugenommen. „Die Leute rufen an, weil sie sofort einen Test brauchen. Oder sie kommen direkt ins Geschäft und hoffen, dass wir sie direkt testen können.“ Hier spielt sicherlich die fußläufige Nähe eine große Rolle.

Das Martener Testzelt wird laut Monika und Frank Grote nach wie vor gut frequentiert.
Das Martener Testzelt wird laut Monika und Frank Grote nach wie vor gut frequentiert. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Das Apotheker-Paar beschäftigt mittlerweile vier zusätzliche Mitarbeiter für die Durchführung der Schnelltests. Weitere Einstellungen seien geplant. „Das normale Apotheken-Geschäft läuft ja auch noch“, so Grote. Er ist voll des Lobes für sein Team. „Die Belastung ist gerade wirklich groß. Aber alle ziehen super mit.“

Laut Grote falle bei einem Prozent der Getesteten der Schnelltest positiv aus. Im Schnitt seien dann 50 Prozent von ihnen nach einer Zweitkontrolle mit einem PCR-Test tatsächlich infiziert. „Fünf Infizierte von 1000 ohne Symptome zu ermitteln, die andere nicht mehr anstecken können, dafür lohnt sich der Aufwand“, so Frank Grote.

Ovital: „Mehr testen können wir wirklich nicht“

Auch „nebenan“ in Huckarde ist der Pflegedienst Ovital am Limit. „Mehr testen können wir wirklich nicht“, sagt Geschäftsführer Frank Novy. Allein am Mittwoch (28.4.) seien in der Einrichtung an der Varziner Straße 3 bis 14 Uhr 70 Personen auf Covid -19 getestet worden.

Wie in Marten bräuchten auch in Huckarde viele wegen eines geplanten Friseur- oder Fußpflege-Besuchs einen Corona-Test, so Nowy. „Es kommen aber auch Eltern, die ihre Kinder für die Schule oder den Kindergarten testen lassen. Andere wollen einfach Sicherheit.“ Der Wunsch nach spontanen Terminen habe sich auch bei Ovital deutlich erhöht. „Wir machen, was möglich ist. Aber es ist immer besser, sich 24 Stunden vorher anzumelden“, so Ralf Novy.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Beate Dönnewald

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt