Die Huckarder Grünen (hier Anette Yilmaz und Kaan Eker) machen sich für Bienenfutterautomaten im Stadtbezirk stark. © privat
Insektenschutz

Bienenfutter-Automaten boomen: Auch der Stadtbezirk Huckarde will drei

Huckarde möchte Vorreiter im Dortmunder Westen sein und es besser machen als der Vorreiter im Dortmunder Süden: Denn gleich drei Bienenfutter-Automaten soll der Stadtbezirk bekommen.

Wer soll den Automaten warten? Wer soll ihn befüllen? Wer soll ihn reparieren? Anfangs musste sich Kaan Eker vielen kritischen Fragen stellen. Am Ende lief es für den Grünen-Fraktionssprecher in der Bezirksvertretung (BV) Huckarde viel besser als von ihm gedacht.

Denn in seinem Antrag an die Verwaltung forderte der junge Bezirksvertreter die Aufstellung eines Bienenfutter-Automaten im Stadtbezirk Huckarde. Schließlich fanden aber alle Bezirksvertreter während der Dezember-Sitzung so viel Gefallen an der Idee, dass sie sich gleich auf drei der umgestalteten Kaugummi-Automaten in Knallgelb für den Bezirk einigten.

Die Kommunalpolitiker wollen es zudem nicht der Verwaltung überlassen, wo die Automaten platziert werden. Sie wollen lieber selbst nach gut frequentierten Plätzen suchen, um so den Insektenschutz im Stadtbezirk Huckarde anzukurbeln. Das Projekt soll im nächsten Haushalt der BV berücksichtigt werden. Der Antrag der Grünen wurde deshalb erst gar nicht weitergeleitet.

Huckarder Grüne wollen Wildbienen retten

Abgeguckt hat die Idee Kaan Eker bei Sebastian Everding, der in Hombruch im Oktober 2019 den ersten Bienenfutter-Automaten installiert hat. Die Handhabung dort ist ganz einfach: Für 50 Cent spuckt das Gerät Frühlingskrokus-Zwiebeln in einem Plastikdöschen aus.

Spezialmischungen für Wild- und Honigbienen kosten 20 Cent. Laut Everding gibt es deutschlandweit eine riesige Nachfrage nach seinen Bienenfutter-Automaten.

Kaan Eker möchte mit diesem Projekt einen Beitrag dazu leisten, ein Aussterben der Wildbienen zu verhindern. „Es gibt 560 Wildbienenarten in Deutschland, 200 sind akut bedroht“, appellierte er während der Sitzung.

In seinem Antrag bezieht sich der Grünen-Politiker auf den generellen Rückgang der Artenvielfalt. „Das Artensterben ist neben der Klimakrise eine der beiden größten Herausforderungen der Menschheit. Artenvielfalt wirkt wie ein Immunsystem des Planeten Erde. Je weniger Arten es gibt, desto anfälliger ist die Welt für Seuchen, Dürren oder Ernährungsengpässen“, so Eker. Weltweit seien laut Weltbiodiversitäts-Rat etwa eine Million Arten bedroht.

Patin für Bienenfutter-Automat steht parat

In die Sitzung hatte der Grünen-Fraktionssprecher einen Bienenfutter-Automaten, eine Leihgabe der Bienenretter-Manufaktur, mitgebracht. „Eine Patin habe ich auch schon gefunden“, verkündete er.

Auch mit der Qualität des Futters hat er sich bereits beschäftigt: „Die Zusammensetzung ist regional nach wissenschaftlichen Empfehlungen, sodass die Artenvielfalt keinen Schaden nimmt. Die Samen stammen ausschließlich aus Deutschland.“

Geplant ist, dass sich auch Schulen, Kindergärten und Gemeinden im Stadtbezirk an dem Projekt beteiligen können.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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