Während einige Lokale und Geschäfte wegen der Pandemie schon schließen mussten, wagt Torsten Potyka mitten in der Corona-Krise die Eröffnung seines neuen Restaurants samt Biergarten. © Beate Dönnewald
Coronavirus

Corona-Lichtblick in der Gastronomie: Plakat-Kleber eröffnet Restaurant

Im Februar, kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie, hat Torsten Potyka den Vertrag für sein neues Restaurant unterschrieben. Pfingstsamstag konnte er erst eröffnen. Corona macht ihm aber keine Angst.

Eigentlich wollte Torsten Potyka schon vor über einem Jahr zuschlagen. Doch damals war Marijan Ribicic schneller und schnappte ihm das Restaurant „Fachwerk“ in Bodelschwingh vor der sprichwörtlichen Nase weg. Im Februar 2020 klappte es dann: Marijan Ribicic, auch Wirt der Westerfilder Gaststätte „Im schönen Wiesengrund“, kündigte nach wenigen Monaten den Pachtvertrag und machte so den Weg für Torsten Potyka frei.

Unterschrieben hat der selbstständige Plakatierer kurz vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. An eine zeitnahe Eröffnung war wegen des Lockdowns nicht zu denken. „Rückblickend muss ich aber sagen, dass ich von Corona sogar profitiert habe“, sagt der gebürtige Westerfilder.

Torsten Potyka, Inhaber des Restaurants Fachwerk, ist noch unschlüssig, wie er seinen Biergarten für den Corona-Winter umgestalten soll. Er hat Sorge, dass Sperrstunde oder Alkoholverbot seinen Betrieb auf Eis legen.
Torsten Potyka, Inhaber des Restaurants Fachwerk, ist noch unschlüssig, wie er seinen Biergarten für den Corona-Winter umgestalten soll. Er hat Sorge, dass Sperrstunde oder Alkoholverbot seinen Betrieb auf Eis legen. © Beate Dönnewald (Archiv) © Beate Dönnewald (Archiv)

Die Krise war für ihn nützlich? Das klingt kurios, vor allem mit Blick auf das große Corona-Sterben in der Gastronomie und im Einzelhandel. „Nur durch den Corona-Stillstand habe ich erkannt, dass ich das Restaurant samt Biergarten nicht einfach so eröffnen konnte, sondern es grundlegend renovieren musste“, erklärt der 54-Jährige. Also habe er rund 20.000 Euro in die Hand genommen und losgelegt.

„Ich habe neue Küchengeräte gekauft, alle Wände und den Zaun gestrichen, den Holzboden abgeschliffen, die Mauer mit Dampfstrahler gereinigt, die Tische lackiert, Blumen gepflanzt und einen neuen Schotterweg angelegt“, zählt Torsten Potyka auf.

Torsten Potyka ist seit Juni Chef des Restaurants
Torsten Potyka ist seit Juni Chef des Restaurants „Fachwerk“. Die aktuelle Corona-Lage macht ihm Sorgen. © Beate Dönnewald (Archiv) © Beate Dönnewald (Archiv)

Pünktlich zur Eröffnung an Pfingstsamstag war alles fertig. „Bislang bin ich tatsächlich zufrieden. Die Bodelschwingher haben auf die Wiedereröffnung gewartet, das ist deutlich zu spüren“, so der Gastronom. Vor allem das Biergarten-Geschäft boome, während beim reinen Restaurant-Betrieb durchaus noch Luft nach oben sei: „Gestern Abend war es hier tot, die Leute sind noch etwas zurückhaltend“, räumt er ein.

Gäste sprechen dem Bodelschwingher Gastronom Mut zu

Trotzdem mache ihm Corona keine Angst, denn von allen Seiten sprächen ihm die Gäste Mut zu. „Auch größere Feiern wie eine Goldene Hochzeit und ein 50. Geburtstag wurden schon gebucht“, freut sich Potyka. Er sei zuversichtlich, sein langfristiges Ziel zu erreichen: nämlich seinen eigentlichen Job als Plakatierer an den Nagel hängen zu können. „Irgendwann machen da die Knochen nicht mehr mit.“ Sein drittes berufliches Standbein ist das Vereinsheim „Ballhaus“ in Holzwickede.

Torsten Potyka freut sich, dass es für ihn im zweiten Anlauf mit dem Restaurant Fachwerk geklappt hat.
Torsten Potyka freut sich, dass es für ihn im zweiten Anlauf mit dem Restaurant Fachwerk geklappt hat. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Spezialitäten im Fachwerk sind Schnitzelgerichte in zwölf Varianten, wahlweise auch aus Putenfleisch. „Ursprünglich hatten wir 24, das waren aber einfach zu viel“, so Potyka. Gut nachgefragt sei auch der Schweinefilet-Teller. „Wir bieten ausschließlich deutsche Küche an.“

Aktuell arbeiten ein Koch, zwei Servicekräfte und manchmal Tochter Maureen (28) im Fachwerk. „Das Personal muss ich unbedingt noch aufstocken, aber es ist gar nicht so einfach, gute Mitarbeiter zu finden.“ Überhaupt habe er es sich etwas leichter vorgestellt, ein Restaurant zu eröffnen. „An der Organisation müssen wir noch etwas feilen“, räumt Potyka ein. Mit dem Betrieb des Vereinsheim Ballhaus, wo er ausschließlich Snacks und Getränke anbiete, könne man das Fachwerk nicht vergleichen. Die vergangenen Monate hätten viel Kraft, Geld und Nerven gekostet.

Wirt plant Adventsfenster und Halloween-Party

Pläne für die Zukunft, im besten Fall ohne Corona-Begleiterscheinungen, hat Torsten Potyka schon einige geschmiedet. „Ich möchte zum Adventsfenster und zu einer Halloween-Party einladen“, verrät er. Auch einige Sonder-Aktionen soll es geben.

Das sind die Öffnungszeiten des Fachwerks

  • Von dienstags bis samstags hat das Restaurant ab 17 Uhr geöffnet, sonn- und feiertags von 11 bis 14 Uhr und ab 15 Uhr. Bei gutem Wetter ist der Biergarten durchgehend geöffnet.
  • Erreichbar ist das Restaurant an der Schlossstraße 44 unter Tel. 39 60 81 81. Vor allem für den Biergarten ist am Wochenende eine Reservierung empfehlenswert.
Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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