Die A40-Unterführung in Lütgendortmund hat ein Taubenproblem. Die Autobahn GmbH wollte das beheben - mit mäßigen Erfolg. © Lydia Heuser
Stadttauben an A40-Unterführung

Das Tauben-Problem im A40-Horror-Tunnel wird wohl nie gelöst

Die Tauben an einer A40-Unterführung sollten endlich verschwinden. Schädlingsbekämpfer haben die Tiere verscheucht. Aber die Aktion scheiterte. Unsere Autorin findet, die Aktion war nicht durchdacht.

Es ist ein Dauerbrenner: der Taubendreck an der A40-Unterführung am Lütgendortmunder Hellweg. Stadttauben brüten dort. Die Bushaltestelle im Tunnel, die Mülleimer und Straßenlaternen sind vollgekotet. Federn sammeln sich im Rinnstein, es riecht streng.

Verantwortlich für das Bauwerk ist die Autobahn GmbH. Die hat sich im Juli darum bemüht, das Problem in den Griff zu kriegen. Eigentlich positiv. Sogar Tierschützer von Stadttauben Bochum wurden dazu angehört, deren Expertise geschätzt.

Ziel sollte sein, dass die Tauben tierschutzgerecht von dem Bauwerk verscheucht werden – im Jargon der Taubenexperten heißt das „Vergrämung“.

Nur leider klappte die Aktion alles andere als reibungslos. Das Ergebnis: Ehrenamtliche Tierschützer haben fast vierzig Taubenbabys aufgenommen, die sie nun aufpäppeln. Und noch ärgerlicher: Passanten hatten nach wenigen Tagen hinter dem Zaun gefangene Tauben gesehen und die Polizei informiert. Der Zaun musste geöffnet werden. Die Aktion war also völlig umsonst.

Umsonst, aber nicht kostenlos: Circa 10.000 Euro hatte das Anbringen des Vogeleinflugschutzes gekostet. Geld, das die Autobahn GmbH von uns Steuerzahlern eingesetzt hat.

Es gibt Alternativen

Doch damit nicht genug: Aktuell wird an der Unterführung gebaut. Die Tauben erneut zu vergrämen, wird jetzt noch schwieriger, weil man kaum noch an die Brutstellen herankommt. Ein weiterer Versuch würde vermutlich noch teurer.

Die Baugrube macht es noch schwieriger, an die brütenden Tauben zu gelangen.
Die Baugrube macht es noch schwieriger, an die brütenden Tauben zu gelangen. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Und da wären ja auch noch die Tiere, um die es eigentlich geht: Tauben brüten ganzjährig und sie brauchen, anders als Wildvögel, eine gerade Fläche und keinen Baum, in dem sie nisten können.

Wieso gibt man ihnen keine andere Brutmöglichkeit? Klar ist: Selbst wenn es gelingen sollte, die Tauben zu verscheuchen: Sie werden sich einen neuen Ort suchen, wo sie ebenfalls stören. Wieso bietet man den Tieren kein Taubenhaus an?

Von dort aus könnten Tierschützer ihren Lösungsvorschlag umsetzen: Sie wollen über Wochen die Eier tauschen und gegen Gipsattrappen ersetzen. Diese Methode soll sehr effektiv sein und die Population eindämmen.

Nur braucht es dafür engagierte Helfer, wie die von Stadttauben Bochum oder Taubenhilfe NRW. Sie fischen in manchmal schwindelerregender Höhe, in den dreckigsten Ecken Taubeneier aus den Gelegen, um das Elend für die „Ratten der Lüfte“, wie einige Menschen die Tauben abschätzig nennen, einzudämmen. Sie haben meine Hochachtung! Ohne sie wird das Problem wohl nie gelöst.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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