Abholservice-Kunden bekommen einen eigenen Parkplatz. Der Weg zwischen Auto und Abholstation ist nicht weit. © Beate Dönnewald
Erfahrungsbericht

Der neue Rewe-Abholservice im Test: Eine Erlösung für Einkaufsmuffel?

Zwei Rewe-Märkte im Dortmunder Westen bieten seit kurzem einen Abholservice an. Kunden bestellen die Ware online und holen sie an der Filiale ab. Zwei Einkaufsmuffel haben das Angebot getestet.

Einkaufen – nicht zu verwechseln mit Klamotten-Shoppen – steht bei uns auf der Beliebtheitsskala ganz unten. Es kommt noch hinter Bügeln, Saugen und Spülmaschine ausräumen. Mein Sohn und ich sind bekennende Einkaufsmuffel.

Erst wenn Kühlschrank und -truhe nichts mehr gegen den Hunger hergeben, überwinden wir uns und landen dann leider meistens an einem Samstag im Supermarkt. Die Stimmung ist schnell auf dem Nullpunkt, wenn wir uns durch volle Gänge quälen und lange an der Kasse stehen müssen.

Tatsächlich kommt für uns der neue Abholservice der Rewe-Märkte in Dortmund-Rahm und Lütgendortmund wie gerufen. Bislang haben wir noch nie Lebensmittel online bestellt. Doch beim vertrauten Einzelhändler können wir uns das gut vorstellen.

Deshalb haben wir das neue Angebot getestet. Wie bedienerfreundlich ist die Rewe-Website beziehungsweise die App? Wie zeitaufwändig ist der Vorgang? Steht das komplette Sortiment zur Verfügung? Wie schnell bekommt man seinen Einkauf? Hat das Angebot Schwächen?

Der Bestellvorgang

Wir haben nicht über die Rewe-App, sondern über die Rewe-Website www.rewe.de bestellt. Die Anwendung ist wirklich einfach und übersichtlich. Über den Button „Abholservice“ wird man sicher durch das Bestell-Programm navigiert. Mittels Postleitzahl sucht man seinen Wunsch-Markt und dann geht es auch schon los.

Wer PC- und Handy-Erfahrung hat, den stellt die Online-Bestellung auf der Rewe-Website vor keine große Herausforderung.
Wer PC- und Handy-Erfahrung hat, den stellt die Online-Bestellung auf der Rewe-Website vor keine große Herausforderung. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Die Wunschware kann man über verschiedene Wege finden und für den Warenkorb anklicken: Entweder man sucht in der Suchleiste konkrete Artikel oder man stöbert im gesamten Sortiment und in den Angeboten. Dafür stehen unterschiedliche Kategorien wie „Süßes und Salziges“, „Frische und Kühlung“ oder „Obst und Gemüse“ zur Verfügung. Zum Abschluss des Bestellvorgangs muss man sich mit seinen persönlichen Kontaktdaten registrieren.

Der Zeitaufwand am Computer

Natürlich hängt der Zeitaufwand davon ab, wie viel man bestellt und wie routiniert man ist. Wer häufiger online im Internet bestellt und weiß, was er kaufen will, wird sich schnell „durchklicken“ und den Warenkorb füllen. Mein Sohn und ich haben für 15 Artikel circa 20 Minuten gebraucht. Bestellt haben wir „querbeet“: Obst, Gemüse, Milchprodukte, Müsli, Erdnussbutter sowie Eis und Nudeln aus dem Angebot. An den Süßigkeiten haben wir uns tapfer vorbeigeklickt.

Sicherlich geht der Bestellvorgang auch schneller, doch wir haben das Sortiment noch auf Vollständigkeit getestet und bestimmte Artikel gesucht. Wir konnten keine Lücken entdecken.

Wie schnell bekommt man seine Ware?

Für die Abholung stellt Rewe verschiedene Zeitfenster zur Verfügung, unter denen man wählen kann. Wir haben um 10.30 Uhr bestellt und konnten den Einkauf bereits zwischen 14 Uhr und 16 Uhr abholen.

Wir haben unsere Online-Bestellung um 10.30 Uhr verschickt, bereits zwischen 14 und 16 Uhr konnten wir den Einkauf abholen.
Wir haben unsere Online-Bestellung um 10.30 Uhr verschickt, bereits zwischen 14 und 16 Uhr konnten wir den Einkauf abholen. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Wie läuft es vor Ort?

Wir haben im Rewe-Markt in Dortmund-Rahm bestellt. Gut sichtbare „Abholservice“-Schilder sorgen dafür, dass man nicht lange suchen muss. Anlaufstelle ist der Getränkemarkt, davor ist für die Abholservice-Kunden sogar ein Parkplatz reserviert.

Die Mitarbeiterin war freundlich, Übergabe und Zahlvorgang verliefen reibungslos. Wer möchte, kann die Ware in Rewe-Körben mitnehmen, die Leihgebühr beträgt pro Stück 8 Euro. Sonst muss man einfach kurz umpacken.

Ein Mitarbeiter hat sich sogar entschuldigt, dass von meinem Lieblingsjoghurt nur noch sechs Becher vorrätig waren. Ich hatte gerade mal einen mehr bestellt.

Für die Kunden des Abholservices gibt es einen eigenen Parkplatz.
Für die Kunden des Abholservices gibt es einen eigenen Parkplatz. © Beate Dönneawld © Beate Dönneawld

An der Kasse kann man wie bei einem „normalen“ Einkauf bar oder mit Karte zahlen. Auch die Payback-Karte wird akzeptiert.

Die Vorteile:

Der größte Vorteil ist sicherlich die Zeit-Ersparnis. Klar, man muss noch zum Markt fahren, doch die Fahrt kann man für weitere Erledigungen nutzen oder man springt auf dem Nachhauseweg kurz aus dem Auto. Was meinen Sohn und mich betrifft: Wir sparen auch viele Nerven und kleinere Reibereien. Super ist auch die Online-Übersicht der wöchentlichen Angebote. Das Stöbern in Werbe-Prospekten entfällt.

Wer möchte, kann die Einkäufe in den Rewe-Kisten mitnehmen Dafür wird eine Leihgebühr fällig.
Wer möchte, kann die Einkäufe in den Rewe-Kisten mitnehmen Dafür wird eine Leihgebühr fällig. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Die Nachteile:

Der größte Nachteil ist wahrscheinlich, dass man gerade bei den Frischeprodukten wie Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst oder Käse keine eigene Auswahl treffen kann. An der Bedientheke zeigen Kunde ja zum Beispiele gerne auf eine bestimmtes Stück Fleisch oder sie kontrollieren Äpfel oder Birnen auf Druckstellen. Generell kann man diese Frischeprodukte online nur „stückweise“ bestellen.

Für meinen Sohn als Sushi-Liebhaber ist ein Nachteil, dass Packungen von der neuen Sushi-Theke im Markt Lütgendortmund nicht online bestellt werden können. Wir haben es bei einem Extra-Test zumindest nicht geschafft. Die müsste er dann also doch regulär einkaufen.

Fazit:

Für Einkaufsmuffel oder Menschen mit wenig Zeit ist der Abholservice eine gute Sache. Die zwei Euro Servicegebühr zahlen wir gerne für einen entspannten Einkauf ohne nervige Kunden, die den den Gang oder Regale blockieren, oder Vordrängler an der Kasse. Positiv auch: Einen Mindestbestellwert gibt es nicht.

Innerhalb von wenigen Minuten war der Einkauf vor Ort erledigt und im Kofferraum verstaut. Perfekt!
Innerhalb von wenigen Minuten war der „Einkauf“ vor Ort erledigt und im Kofferraum verstaut. Perfekt! © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Das Obst und Gemüse, das wir bekommen haben, war vollkommen in Ordnung. Einzig die Bananen waren schon relativ reif. Bei der nächsten Bestellung werden wir unter Anmerkungen einfach angeben, dass wir „halb-grüne“ Bananen bevorzugen. Auch wurde uns keine Ware verkauft, die nur noch ein kurzes Haltbarkeitsdatum hat.

Die Online-Bestellung war komplett und fehlerfrei. Einig die Bananen waren nach unserem Geschmack etwas zu reif.
Die Online-Bestellung war komplett und fehlerfrei. Einig die Bananen waren nach unserem Geschmack etwas zu reif. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Es gibt natürlich auch Menschen, für die das Einkaufen und die damit verbundenen sozialen Kontakte wichtig sind. Für manche hat Einkaufen sogar eine entspannende Wirkung. Sie alle brauchen den Abholservice sicherlich nicht. Und: Kunden, die wenig oder keine Handy- und Internet-Erfahrung haben, könnte die Online-Bestellung überfordern.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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