Bianca Wiegreve, Ivonne Lagoda, Heike Hernandez und Sabine Neuhaus (v.l.) haben die Kostbar ins Leben gerufen. Aktuell müssen sie mit einigen Problemen kämpfen. © Uwe von Schirp (Archiv)
Lebensmittelretter

Die Kostbar ist beliebt – Zukunft des Foodsharing-Projekts trotzdem ungewiss

Die Gründerinnen der Kostbar sind kurz davor, das Handtuch zu werfen. Obwohl ihr Herz an dem Foodsharing-Projekt hängt. Eine letzte Chance geben sie ihrem Mini-Selbstbedienungsladen aber noch.

Lebensmittel retten, verteilen und im besten Fall Bedürftigen helfen: Das ist die Idee des Foodsharings. 20 sogenannte Fairteiler gibt es aktuell in unserer Stadt. Einer davon, die Kostbar, steht seit November 2019 in Dortmund-Nette.

Möglicherweise sind die Tage des Mini-Selbstbedienungsladens in Form eines Fahrradanhängers an der Haberlandstraße 38 gezählt. Und das, obwohl die Kostbar beliebt ist – bei Spendern und Empfängern.

„Das Projekt wird super genutzt. Viele legen Lebensmittel ab, die wiederum schnell mitgenommen werden“, sagt Sabine Neuhaus, eine der Initiatorinnen der Kostbar. Doch seit einigen Wochen läuft am Netter Standort einiges schief. Deshalb sind sich Sabine Neuhaus und ihre Mitstreiterinnen nicht sicher, ob sie das Projekt dauerhaft fortsetzen können.

Gleich mit mehreren Problemen müssen sich die Ehrenamtlichen herumschlagen. „Es ist zum Beispiel mehrmals vorgekommen, dass Backwaren wie Brötchen und Brot unverpackt abgelegt werden. Das geht aus hygienischen Gründen natürlich nicht,“ so die 48-Jährige. Also müsse man die Sachen rausholen und im Sinne des Foodsharings als Tierfutter weitergeben.

Ärger über „Müll-Mentalität“

Was den vier Frauen ebenfalls übel aufstößt, ist die „Müll-Mentalität“ einiger Spender: „Sie legen ihre Lebensmittel ab und lassen die Kartons einfach am Wagen liegen“, so Neuhaus. Eine andere Variante: „Die Pilzkörbe, die für die Ablage der Lebensmittel bestimmt sind, fehlen ständig. Also stellen Spender einfach die kompletten Kartons auf die Ablage.“ Auch die müssten dann entsorgt werden.

Und schließlich sei da noch das Problem mit dem Deckel. „Das Öffnen ist nicht die Schwierigkeit, nur das Schließen klappt nicht immer“, berichtet Neuhaus.

Ihre mehrfachen Appelle, ob in der Kostbar-WhatsApp-Gruppe oder auf einem Schild am Wagen, hätten bislang nicht gefruchtet, so Neuhaus. „Wir sind wirklich ratlos. Was ist so schwer daran, Verpackungen mitzunehmen? Wenn jeder mal aufräumt und nach dem Rechten sieht, müsste so ein gemeinnütziges Projekt doch klappen.“

Am Mittwoch (16.12.) haben sich die vier Frauen noch einmal einen Ruck gegeben. Der Fahrradanhänger bleibt vorerst stehen. „Weil wir es so wichtig finden, Lebensmittel zu retten. Es werden einfach viel zu viele weggeworfen“, so Sabine Neuhaus.

Maskenpflicht am Selbstbedienungsladen

Die Netterin hofft, dass der Appell über die Medien Wirkung zeigt und das Projekt wieder so reibungslos laufen wird wie in den Anfangsmonaten. Abschließend fasst sie die wichtigsten Regeln zusammen: „Lebensmittel wie Backwaren in handelsüblichen Größen verpacken, keine Kühlwaren ablegen, beim Beladen und bei der Entnahme eine Maske tragen, den Deckel schließen und Müll jeder Art mitnehmen.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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