Die Straße Wispelbreite. Von Autos keine Spur mehr. Das haben die Knöllchen des Ordnungsamtes bewirkt. © Holger Bergmann
Mieter sauer

Dogewo blockiert Mieter-Parkplätze und Ordnungsamt verteilt Knöllchen

In der Huckarder Siedlung Burgheisterkamp fallen wegen einer Sanierung gerade Parkplätze weg. Die Anwohner parken auf dem Bürgersteig. Ausgerechnet jetzt gibt es Kontrollen des Ordnungsamtes.

Der Frust sitzt tief. Die Kritik in den sozialen Netzwerken geht so weit, dass einige Nutzer von einer Art Verschwörung ausgehen. Seit einigen Wochen herrscht Parkplatz-Mangel am Burgheisterkamp und an seinen Nebenstraßen.

Die Dogewo unterzieht ihre Häuser einer Großsanierung. Dazu gehören auch Arbeiten in den Innenhöfen der Häuserblöcken. Das Problem: In diesen Innenhöfen befinden sich die Anwohner-Parkplätze, die nun wegfallen.

Die Mieter weichen in dieser Zeit aus und stellen ihre Autos auf den Bürgersteig. Das ist natürlich verboten. Kein Problem denken viele, denn das Ordnungsamt, das für die Überwachung des parkenden Verkehrs zuständig ist, schaut eher selten in den Stadtteilen vorbei.

Plötzlich Schwerpunktkontrollen

Doch ausgerechnet in dieser Zeit, in der die Stadttochter Dogewo Parkplatznot gibt, gibt es plötzlich Schwerpunktkontrollen der Stadt in der gesamten Siedlung. „Die wollen doch nur abkassieren“, schreibt denn auch ein Facebook-User.

Die Innenhöfe der Häuser werden saniert und Baufirmen stellen ihre Fahrzeuge ab. Da kann gerade kein Mieter parken.
Die Innenhöfe der Häuser werden saniert und Baufirmen stellen ihre Fahrzeuge ab. Da kann gerade kein Mieter parken. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Ein Verdacht wird geäußert: Hat sich das Ordnungsamt extra die Zeit der Bauarbeiten ausgesucht, um Autofahrer, die nicht woanders parken können, abzukassieren?

„Nein“, meint Matthias Stracke, Wirt in der Gaststätte Burg Heisterkamp, mitten in der Siedlung. Er geht vielmehr davon aus, dass sich Anwohner beim Ordnungsamt beschwerte haben.

„Das ging so nicht mehr“

„Das Parken hier, das ging so nicht mehr“, sagt Matthias Stracke. „Auf den Bürgersteigen konnte man nicht mehr gehen, auf der Straße konnte man bei Gegenverkehr nicht mehr fahren.“

Das bestätigt Stadtsprecher Christian Schön: „Zu den angefragten Straßen gingen im Mai 2021 Beschwerden bei der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes ein. In den Beschwerden wurden nicht benutzbare Gehwege und stark beeinträchtigte Straße bemängelt.“

Dann begann das Räderwerk: In einem ersten Schritt wurden Autofahrer mit weißen Hinweiskarten auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. In einem zweiten Schritt mit roten Hinweiskarten. Beim dritten Besuch der Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung gab es dann Verwarnungen, teilweise dann aber auch Abschleppmaßnahmen, je nach festgestellter Behinderung des Verkehrs.

Die Straßen sind frei

Das Resultat ist eindeutig. Mittlerweile kann man ungehindert durch die Straßen fahren, die Bürgersteige sind wieder frei, ebenso die Fahrbahn. Das scheint zu funktionieren, denn an der nahegelegenen Parsevalstraße gibt es am Fahrbahnrand legale Parkplätze.

Die Anwohner der Siedlung werden mit diesem Zustand noch länger leben müssen. Die aktuellen Bauarbeiten gehören laut Dogewo zum ersten von drei Bauabschnitten und sollen bis Jahresende abgeschlossen werden. Danach folgen zwei weitere Bauabschnitte in anderen Straßen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
Zur Autorenseite
Holger Bergmann

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.