Seit drei Jahrzehnten vergammelt die Immobilie am Rande des Geschäftsviertels. © Uwe von Schirp
Zwangsversteigerung

Dortmunder Bauruine: Kauft die Stadt diesen hässlichen Schandfleck?

Eine Bauruine als Schandfleck im Ortskern. Jahrelang scheiterten Lösungen für eine Dortmunder Problemimmobilie. Nun steht eine Zwangsversteigerung bevor. Es gibt eine klare Forderung.

In vier Bauabschnitten hat die Stadt den Ortskern von Mengede saniert. Breite Bürgersteige mit einem modernen Pflaster laden zum Bummeln ein. Der Busbahnhof ist ein moderner Knotenpunkt des Öffentlichen Nahverkehrs. Das Ende der Arbeiten im letzten Bauabschnitt ist absehbar. Aber ein „Schandfleck“ im Osten des Stadtbezirks-Zentrums bleibt.

Einheimische ärgern sich seit drei Jahrzehnten über die nie fertig gestellte Bauruine an der Dönnstraße in Mengede. Wie ein Mahnmal für unerlaubtes Bauen ragen verrostete Moniereisen aus ausgewaschenen Betonsäulen in den Himmel.

Die vier benachbarten Gebäude auf dem 3700 Quadratmeter großen Areal sind drinnen wie draußen marode. Gutachten zweifeln an der Standsicherheit und bescheinigen einen hohen Sanierungsbedarf.

Mischung aus Hoffnung und Skepsis

Am 2. Dezember 2021 kommen rund zwei Drittel des Komplexes unter den Hammer. Für 9 Uhr hat das Amtsgericht die Zwangsversteigerung des nordwestlichen Turms des nahezu verlassenen Ärztehauses und der rückliegenden Gebäude angesetzt – die Bauruine eingeschlossen.

Findet sich ein Investor für die Gebäude Siegburgstraße 22, 22a und 24? Was folgt dann? Wird die Ruine abgerissen oder saniert? Bleibt womöglich unter einem neuen Eigentümer alles beim Alten – ein Spekulationsobjekt in sehr guter Lage am Rande des Geschäftsviertels? Und: Was passiert mit den nicht zur Versteigerung stehenden Häusern Siegburgstraße 26 und Siegburg-/Dönnstraße 28?

Diese Fragen diskutieren Mengeder, seitdem das Amtsgericht den Versteigerungstermin veröffentlicht hat. Hoffnung auf eine städtebauliche Perspektive mischen sich mit Sorgen und Skepsis.

Die Straßenecke Siegburgstraße (unten links) / Dönnstraße (rechts): Die beiden Türme des Ärztehauses sind durch einen Flachbau miteinander verbunden. Rechts, an der DÖnnstraße schließt sich die seit Jahrzehnten unvollendete Bauruine an.
Die Straßenecke Siegburgstraße (unten links) / Dönnstraße (rechts): Die beiden Türme des Ärztehauses sind durch einen Flachbau miteinander verbunden. Rechts, an der DÖnnstraße schließt sich die seit Jahrzehnten unvollendete Bauruine an. © RVR 2020 / aerowest © RVR 2020 / aerowest

Keine Frage: Auch die Mengeder Politik blickt der Zwangsversteigerung erwartungsvoll entgegen. Alle paar Jahre scheiterten bislang Lösungen für die Problemimmobilien im Ansatz. Der Grund: schwierige Eigentumsverhältnisse.

Politiker wünschen komplette Neuplanung

Nun geht die Mengeder Bezirksvertretung in die Offensive. In ihrer Sitzung am Mittwoch (15.9.) forderten die Politiker bei einer Enthaltung die Stadt Dortmund auf, „die im Rahmen der Zwangsversteigerung angebotenen Immobilien zu erwerben“. Sie wollen damit erreichen „die Fläche insgesamt zu überplanen“. Danach solle das Areal weiter vermarktet werden.

Die Politiker verwiesen auf andere Problemimmobilien, bei denen die Stadt ebenfalls tätig geworden sei. Einig waren sie sich darin, dass ein Erwerb für die Stadt wirtschaftlich tragfähig sein müsse.

Isabella Knappmann (Grüne) verwies auf den bestehenden Bebauungsplan, der eine gewerbliche Nutzung für die Gebäude vorsieht. Bei einer Überplanung könnte der Wohnungsbau berücksichtigt werden, der dann in eine gemischte Nutzung für Wohnen und Arbeiten führe.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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