Anwohner Georg Thomann ist schockiert von der Einbruchsserie in seinem Wohnblock. © Jonas Hildebrandt
Diebstahl

Einbruchsserie in Dortmunder Siedlung: Anwohner sind „fix und fertig“

Die Bewohner einer Dortmunder Wohnsiedlung werden momentan von einer Einbruchsserie heimgesucht. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird von den Dieben mitgenommen, berichten Anwohner.

Wenn man die Häuser des Wohnblocks in der Jungferntalstraße 36 bis 44 betritt, fällt einem nicht sofort auf, dass vor kurzem Diebe hier ihr Unwesen trieben. Keine aufgebrochenen Türschlösser, keine eingeschlagenen Fenster – nichts deutet auf einen Einbruch hin.

Doch auf den zweiten Blick merkt man, dass etwas nicht stimmt: Nicht durch das, was man sieht, sondern vielmehr durch das, was nicht zu sehen ist. Nägel ohne Bilder, Blumen ohne Blumentöpfe und Balkone ohne Möbel.

Seit etwa einer Woche verschwinden immer wieder Sachen in den Häusern des Wohnblocks, berichten Anwohner am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion. Begonnen hat es mit Bildern und Schuhen, die aus den Hausfluren gestohlen wurden, erzählt Georg Thomann. Er ist Anwohner und Beiratsmitglied.

Am vergangenen Samstag (24.7.) wurden dann drei Keller aufgebrochen, am Mittwoch (28.7.) darauf fielen die ebenerdigen Balkone den Dieben zum Opfer. Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass dazu Anzeigen eingegangen sind.

Auch Blumentöpfe haben die Diebe gestohlen. Die Blumen ließen sie jedoch zurück.
Auch Blumentöpfe haben die Diebe gestohlen. Die Blumen ließen sie jedoch zurück. © Jonas Hildebrandt © Jonas Hildebrandt

Die Bewohner sind nun vor allem eines: geschockt. „Ich bin fix und fertig“, sagt etwa Zerina Vöpel. Ihr wurden sämtliche Möbel vom Balkon gestohlen. Auch aus einem Schrank draußen verschwanden diverse Dinge, zum Beispiel ein Werkzeugkoffer.

Der materielle Verlust stört sie gar nicht am meisten. „Das Schlimmste ist, das Gefühl zu haben, dass hier jemand drin war“, erzählt sie. Der Balkon sei für sie „Intimsphäre“.

Wie gelangten die Diebe ins Gebäude?

Etwas anderes überrascht aber die Anwohner: „Sie haben nichts zerstört, nur mitgenommen“, berichtet Zerina Vöpel. Auch die Schlösser seien nicht aufgebrochen worden, sagt Georg Thomann. Wie die Täter in den Hausflur gelangt sind, bleibt also ein Rätsel. „Es gibt fünf verschiedene Eingänge mit fünf verschiedenen Schlössern“, so Thomann. Alle fünf Eingänge hätten die Täter auch benutzt.

Keiner weiß nun, ob und wann die Täter erneut zuschlagen. Wertvolle Sachen raus zu stellen traue man sich nun nicht mehr, erzählen die Nachbarn. „Man hat immer Angst, dass sie geklaut werden können“, klagt Georg Thomann.

Dort, wo auf Zerina Vöpels Balkon nun Blumenkästen stehen, stand vorher eine Sitzgruppe. Doch die Möbel wurden von den Dieben entwendet.
Dort, wo auf Zerina Vöpels Balkon nun Blumenkästen stehen, stand vorher eine Sitzgruppe. Doch die Möbel wurden von den Dieben entwendet. © Jonas Hildebrandt © Jonas Hildebrandt

Dass es zu so einer Einbruchsserie kommt, damit haben die Anwohner nicht gerechnet. „Seit 1974 wohne ich hier, da war noch nie was“, sagt Zerina Vöpel. Thomann stimmt zu: „Das ist das erste Mal.“

Doch die Bewohner stehen nicht nur unter Schock. Vor allem sind sie wütend auf die Diebe. „Was mich wirklich stört ist, dass sie so dreist sind“, erzählt Vöpel. Bei ihrer Nachbarin, haben sie Blumentöpfe geklaut – die Blumen, die darin waren, ließen sie da.

Um die Serie zu stoppen, habe man nun Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Welche genau, soll geheim bleiben.

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