Bald sollen die Gäste im Biergarten des „Hopfen & Salz“ wieder zahlreiche Biersorten probieren können. © Stephan Schuetze
Coronavirus

Gastwirte im Dortmunder Westen: Startklar für den Neuanfang im Biergarten

Jetzt steht fest, dass die Außengastronomie bald wieder öffnen darf. Im Dortmunder Westen rechnen Gastronomen bereits an einem der Feiertage damit. Der Neustart ist nicht immer problemlos.

Aktuell gilt noch: Auch bei einer Inzidenz unter 100 dürfen gastronomische Betriebe nur außer Haus verkaufen. Doch bereits ab 15. Mai folgt Nordrhein-Westfalen dem Vorbild anderen Bundesländer wie Niedersachsen. Dort hat die Außengastronomie schon wieder geöffnet. Die Gastronomen im Dortmunder Westen bereiten sich auf den Neuanfang vor. Es gibt nur eine Hürde.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte am Mittwoch (12.5.) erklärt, dass die Außengastronomie auch in NRW bald wieder öffnen darf. Das wird jetzt ab Samstag (15.5.) möglich. Es gilt aber: Die Sieben-Tage-Inzidenz muss erst an fünf Werktagen unter 100 liegen. Voraussetzungen sind dann eine verminderte Gästezahl und ein negativer Corona-Test der Besucher, so Andreas Pinkwart. In Dortmund liegt die Inzidenz aktuell laut Landeszentrum für Gesundheit bei 139,7.

„Es wird langsam Zeit“, „Wir warten sehnsüchtig darauf“, „Wir stehen in den Startlöchern“, „Wir freuen uns riesig darauf“ – im Gespräch mit den Gastronomen fallen immer wieder die gleichen Sätze. Einer, der schon besonders weit ist, ist Antonio Link, Betreiber des „Hopfen & Salz“ in Lütgendortmund.

Vorlauf von zwei Wochen vor allem für Warenbestellungen

„Wir rechnen mit dem ersten Juniwochenende“, sagt er. Das wäre ein realistischer Termin. Fronleichnam (3.6.) könnten dann schon wieder Gäste bei ihm einkehren. Bis dahin ist einiges zu tun. Für Mittwoch (12.5.) war deshalb ein Meeting in allen Betrieben angesetzt, so Link. In Bochum und Essen betreibt der Gastronom das „Miss Hops“, in Hagen ein weiteres „Hopfen & Salz“.

Antonio Link bereitet alles für die Außengastronomie im „Hopfen & Salz“ vor.
Antonio Link bereitet alles für die Außengastronomie im „Hopfen & Salz“ vor. © privat © privat

Zwei Wochen Vorlauf brauche er, erzählt Antonio Link. Dabei geht es vor allem um Warenbeschaffung. „Das Fassbier ist nicht abgefüllt“, nennt er ein Beispiel. Auch die Lieferanten bräuchten Zeit, um wieder hochzufahren. Die festangestellten Mitarbeiter, die zurzeit in Kurzarbeit sind, können schnell wieder am Start sein. Aber wenn es wieder richtig läuft, braucht der Dortmunder Gastronom für das „Hopfen & Salz“ in Lütgendortmund mit Aushilfen eine Mannschaft von rund 30 Personen.

Gäste können Fleisch für den Grill mitbringen und selbst grillen

Gefeilt wurde noch am Hygienekonzept und den Covid-19-Schutzmaßnahmen. Nicht nur Gaste, auch die Mitarbeiter sollen bestmöglich geschützt werden. „Wir lassen uns noch mal zertifizieren“, erzählt er. In der kommenden Woche wird der TÜV erwartet.

Bereits im Lockdown wurde für den Neustart gearbeitet. „Der Minigolfplatz ist weg. Da haben wir mehr Platz für Tische und Stühle“, erzählt er. Dafür sind Tischtennisplatte und Bocciabahn neu. Der Spielplatz wurde saniert. Neu ist auch ein Grillbereich. „Hier können die Gäste ihr Fleisch mitbringen und selbst grillen.“ Gezahlt werden muss dann nur eine Reinigungsgebühr.

Im Tante Amanda wird es erstmal eine kleinere Speisekarte geben

Auf einen langsamen Start setzt Bubi Leuthold im Tante Amanda in Westerfilde. „Es wird schwierig, wieder reinzukommen“, sagt er – auch wenn es im „Tante Amanda“ während des Lockdowns immer Speisen zum Mitnehmen gab. „Wir werden mit einer kleinen Karte anfangen“, sagt er.

Bubi Leuthold setzt im „Tante Amanda“ auf einen langsamen Neustart.
Bubi Leuthold setzt im „Tante Amanda“ auf einen langsamen Neustart. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Alle stünden in den Startlöchern. Auch die Mitarbeiter, die in Kurzarbeit sind, fragen aktuell immer wieder nach, wann es denn losgeht. „Der Druck ist da“, sagt er. Drei bis vier Tage Vorlauf brauche er. Noch sind alle Stühle zusammengestellt und mit Flatterband umringt.

Doch der Biergarten könne schnell aufgebaut werden. In der Vergangenheit sei viel renoviert worden, so Leuthold. Auch der Spielplatz sei teilweise erneuert worden. Und im Innenbereich werde noch gewerkelt. Doch bis da wieder Gäste Platz nehmen dürfen, wird es ohnehin noch länger dauern. Da muss die Inzidenz erst wieder dauerhaft unter 50 sinken.

Hygienekonzepte liegen in den Schubladen des Restaurants Fachwerk

Mit einem Vorlauf von 14 Tagen rechnet Torsten Potyka, Chef des Restaurants „Fachwerk“ an der Schlossstraße in Bodelschwingh. Zurzeit steht er allein in seinem Laden und kocht nach vorheriger Bestellung Speisen zum Mitnehmen. Kann er wieder öffnen, muss der Biergarten hergerichtet werden.

Torsten Potyka hofft, dass er seinen Biergarten bald wieder öffnen kann.
Torsten Potyka hofft, dass er seinen Biergarten bald wieder öffnen kann. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Aber auch so Details wie das Reinigen der so lange nicht benutzten Zapfanlage stehen auf dem Programm. Hygienekonzepte brauchen nicht mehr entwickelt zu werden. Wie andere Gastronomen kann auch Torsten Potyka seine bewährten Konzepte aus dem Vorjahr aus der Schublade holen.

Manche sind bereit für einen Schnell-Start

Kay Fräder von „Friedchen’s Bahnhof“ in Huckarde wartet ebenfalls auf Nachrichten, wann es soweit sein kann, dass er seinen Biergarten wieder öffnen darf. „Ich bin startklar, der Biergartenbereich ist überdacht und aufgebaut“, sagt er. Rund 150 Gäste, so schätzt er, könne er bewirten. Vorbereitet ist er: „Ich kann von heute auf morgen aufmachen.“

Kay Fräder und sein Team sind für die Zeit nach dem Lockdown startklar.
Kay Fräder und sein Team sind für die Zeit nach dem Lockdown startklar. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Genauso geht es Marijan Ribicic, der das Ausflugslokal „Im schönen Wiesengrund“ in Westerfilde betreibt. Zurzeit noch auf Sparflamme. Er ist ebenfalls bereit, schnell wieder aufzumachen. Der Biergarten stehe, manchmal habe er dort das Essen zum Mitnehmen ausgegeben. Und Rasenmähen war sowieso angesagt, erzählt er.

Weil es vor ein paar Wochen schon mal ein Signal gab, dass eine Öffnung näher rücken könnte, hat er auch genügend Getränke gelagert. Auch Fassbier. Denn das trinkt er selbst gern mal nach der Arbeit. Auch er freut sich, wenn das Bier nicht nur für ihn läuft. Doch Skepsis ist weiter da: „Ich warte erst mal ab, wann und was man dann wirklich darf.“

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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