Georgia (l.) und Ilka (beide 14) vom Bert-Brecht-Gymnasium haben eine Spendenaktion für Obdachlose ins Leben gerufen. © Hans Horsthemke
Soziales Engagement

Georgia und Ilka (14) sammeln 37 Kisten voller Spenden für Obdachlose

Den beiden Gymnasiastinnen ist aufgefallen: Seit der Corona-Pandemie gibt‘s mehr Obdachlose in der City. Darum sammelten sie Spenden. Die Initialzündung für ihren beruflichen Werdegang?

Den beiden Schülerinnen des Bert-Brecht-Gymnasiums Georgia Kakatsaki und Ilka Packeiser ist seit der Corona-Pandemie verstärkt etwas aufgefallen: „Es gibt mehr obdachlose Menschen in der City.“ Wiederholt seien die 14-Jährigen beim Bummeln durch die Innenstadt von Menschen um ein wenig Kleingeld gebeten worden.

Doch weil sie sich nicht sicher seien, wofür die Obdachlosen die Spende ausgeben, sie aber dennoch helfen möchten, haben sich die beiden Schülerinnen eine besondere Aktion ausgedacht.

Die „Spendoween“-Flyer hängen in dem Lehrerzimmer aus.
Die „Spendoween“-Flyer hängen im Lehrerzimmer aus. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

Eine große Spendenaktion namens „Spendoween“ sollte Eltern, Schüler und Lehrer dazu bewegen, alle möglichen nützlichen Dinge zu spenden, die Menschen ohne Zuhause benötigen: Zahnpasta, Konserven – aber auch Hundefutter.

„Manche Obdachlosen geben lieber ihren Hunden etwas zu essen, als sich selbst etwas zu kaufen“, sagt Ilka. Darum war den beiden wichtig, auch für das Wohl der Tiere zu sorgen.

Weil die Idee den Mädels vor den Herbstferien und vor Halloween einfiel, nannten sie die Aktion „Spendoween“. Der Begriff setzt sich aus den Worten Spende und Halloween zusammen.

Georgia und Ilka haben dem Gasthaus statt Bank 37 Kartons mit Spenden übergeben.
Georgia und Ilka haben dem Gasthaus statt Bank 37 Kartons mit Spenden übergeben. © Susanne Packeiser © Susanne Packeiser

„Wir haben dann mit unseren Lehrern gesprochen, die die Aktion sofort unterstützten“, erzählen beide. Ilka und Georgia schickten Mails an weitere Schüler, um auf die Aktion hinzuweisen und gestalteten einen Flyer.

„Uns war wichtig, dass auch die Eltern Bescheid wissen“, betont Ilka. In den ersten und zweiten Pausen sammelten sie die Spenden ein.

Vom 26. Oktober bis einschließlich 6. November waren die Mädchen aus der Klasse 9a unterwegs. Im abschließbaren Raum D009 der Schule lagerten sie die Spenden.

Spende geht an das Gasthaus

Ihnen war sofort klar, an wen die Spende gehen soll. Das Gasthaus statt Bank an der Rheinischen Straße. Ilkas Mutter arbeitet bei der Diakonie, ihr war das Gasthaus bekannt.

So fiel die Entscheidung schnell, wer die Spenden bekommen soll. Denn: „Das Gasthaus gibt Corona-Lunchpakete an die Obdachlosen heraus“, sagt Georgia.

Ilka hilft beim Ausräumen der Spenden.
Ilka hilft beim Ausräumen der Spenden. © Susanne Packeiser © Susanne Packeiser

Von Sachspenden bis Geld haben die Mädchen alles angenommen. Doch: „Von dem gespendeten Geld haben wir eingekauft.“

Georgia und Ilka haben dem Gasthaus statt Bank 37 Kartons mit Spenden übergeben.
Georgia und Ilka haben dem Gasthaus statt Bank 37 Kartons mit Spenden übergeben. © Susanne Packeiser © Susanne Packeiser

Zusammengekommen sind so 37 Kisten voller Spenden. Janina Hofmann, BBG-Lehrerin, sagt, dass die Spenden insgesamt fast eine Tonne wiegen.

Für Ilka steht schon heute fest, dass sie einen sozialen Beruf ergreifen möchte. Sie spielt mit dem Gedanken, Drogenberaterin zu werden. Doch erstmal müssen Ilka und Georgia ihr Abitur machen: Das ist das Ziel für 2024.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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