Stadterneuerung

Grüner Bezirksbürgermeister erklärt Fällung von fünf alten Bäumen

Die Stadt fällt fünf alte Bäume. Anlass ist die Ortskernsanierung. Das kann einem Bezirksbürgermeister der Grünen nicht gefallen. Aber er akzeptiert es: Denn es gebe nachvollziehbare Gründe.
Vier Linden und eine Platane stehen derzeit auf dem Platz vor dem Kriegerdenkmal. Im Zuge der Baumaßnahme muss die Stadt sie fällen. © Uwe von Schirp

Vier alte Linden und eine Platane fällt die Stadt am Dienstag zu Baubeginn der Ortskernsanierung. Das sei „nicht der angenehmste Start für einen neuen Bezirksbürgermeister, zumal für einen von den Grünen“, schreibt Axel Kunstmann in einer Presseinformation.

Es sei aber „umso wichtiger, transparent zu machen, warum das geschehen muss“. Bürger hatten den Bezirksbürgermeister auf die Fällung angesprochen. Kunstmann bat daraufhin Grünflächenamt und Tiefbauamt um Erklärungen.

Die alten Bäume stehen auf dem kleinen Platz zwischen Adalmundstraße, Jonathanstraße und Mengeder Straße. Bei der Planung der Baumaßnahme habe das Grünflächenamt die Bäume geprüft und als nicht mehr verkehrssicher eingestuft. Anfang des Jahres genehmigte die Stadt das Fällen der Bäume.

Erneute Prüfung sorgte für Verwirrung

„Verwirrung entstand durch eine neuerliche Überprüfung der Linden im April 2020“, schreibt Kunstmann. Ergebnis: Nach Zurückschnitt und Einkürzen der Krone galten die Bäume derzeit doch noch als verkehrssicher. „Aussagen über eine zukünftige, zu erwartende Entwicklung der Bäume wurden dabei nicht gemacht“, so der Bezirksbürgermeister.

Die Mengeder Straße ist in einem erbärmlichen Zustand. Im Zuge der nun beginnenden Sanierung verringert die Stadt die Fahrbahnbreite von 7,80 Meter auf 5,50 Meter.
Die Mengeder Straße ist in einem erbärmlichen Zustand. Im Zuge der nun beginnenden Sanierung verringert die Stadt die Fahrbahnbreite von 7,80 Meter auf 5,50 Meter. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Im Rahmen des barrierefreien Ausbaus werde das Niveau der drei Straßen nun dem des innenliegenden Platzes angepasst. Nach Expertenmeinung sei „damit zu rechnen, dass bei der Bauausführung auch das versorgende Wurzelwerk der alten Bäume beeinträchtigt wird“. Die bereits angeschlagenen Bäume würden ihre Standfestigkeit verlieren.

Anstelle der fünf alten Bäume pflanzt die Stadt nun elf neue Bäume. Sie erhalten begehbare Baumscheibenroste. Bei diesen Ersatzpflanzungen handele es sich um Bäume mit einem hohen ökologischen Wert, die auch den Folgen des Klimawandels angepasst seien, erklärt Axel Kunstmann. Ihre Blüten böten Nahrung zum Beispiel für Bienen.

Baubeginn ist wegen Fördergeldern unausweichlich

Der Grünen-Politiker verweist in der Presseinformation auch noch einmal auf den eher ungewöhnlichen Baubeginn im Dezember. Die Neugestaltung der Mengeder Straße und des Platzes werde mit Bundes- und Landesmitteln gefördert, die noch in diesem Jahr abgerufen werden müssten. Der Baubeginn sei damit unausweichlich – „ansonsten entfallen diese Fördergelder“.

1,5 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme – und damit eine viertel Million mehr als bei der Planung 2018 kalkuliert. Dafür erhält der rund 200 Meter lange Abschnitt einen neuen Straßenzuschnitt: mit breiteren Bürgersteigen, Parkbuchten und einer neuen Fahrbahn. Die Stadt erneuert zudem Fußgängerampeln und Straßenleuchten. Der zentrale Platz soll zum Aufenthalt einladen. Die Baumaßnahme soll acht Monate dauern.

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