Justin Kaiser hat im Sommer 2020 Eis vor der Deusener Kirche verkauft. Wegen der Corona-Pandemie konnte er nicht, wie sonst, auf Veranstaltungen Eis und andere Naschereien verkaufen. © Antje Scheurer (Archivbild)
Corona-Pandemie

Imbiss-Verkäufer zur Gaudium-Planung: „Erst mal abwarten“

Der Gaudium-Organisator plant trotz Lockdown-Verlängerung das große Mittelalterfest. Für Imbissbuden-Betreiber Justin Kaiser ist das noch lange kein Grund zur Freude.

Die Mission von Detlef Huß heißt: Hoffnung machen. Darum plant er trotz Verlängerung des Corona-Lockdowns das mittelalterliche Gaudium-Fest.

Das könnte für den Imbissbuden-Betreiber Justin Kaiser ein Grund zum Aufatmen sein. Oder nicht?

Bevor er Luftsprünge macht, „warte ich erst mal ab“, sagt der 27-jährige Dortmunder. Denn die aktuelle Corona-Lage sei noch zu unsicher, um sich schon jetzt über Veranstaltungen zu freuen, die nur möglicherweise stattfinden können.

Fazit 2020

Jetzt, im Januar, zieht er ein kleines Fazit: Wegfallende Einnahmen, wenig finanzielle Unterstützung vom Staat, das „kann einem das Genick brechen“. Das vergangene Jahr war kein Zuckerschlecken für den Besitzer von Mandel-, Crêpes- und Eisständen.

Nach einem umsatzstarken 2019, gab es im Pandemie-Jahr keine Kirmes und keine Märkte in Dortmund, auf denen er seine „Kirmes-Klassiker“, wie er sie nennt, hätte verkaufen können. Als Alternative verkaufte Justin Kaiser im Sommer Eis vor der Deusener Kirche.

Sonst hatte er im Weihnachtsgeschäft mit „fünf bis sechs Mann“ geplant. Das große Geschäft um Weihnachten herum ist jedoch „flach gefallen“.

Laufende Kosten belasten Verkäufer

Was Kaiser derzeit umtreibt, ist die Sorge über die laufenden Kosten, die gedeckt werden wollen. Neben den verschiedenen Ständen hat er fünf Fahrzeuge, die die Stände ziehen können.

„Auch wenn die im letzten Jahr nur drei Kilometer gelaufen sind, müssen sie dennoch instandgesetzt werden und über den TÜV kommen“, sagt er.

Erst Anfang 2020 hat er sich einen neuen Stand angeschafft. 50.000 Euro Eigenkapital sind hineingeflossen. Dass er diese Summe in 20 Jahren abbezahlen wird, könne er sich in die Haare schmieren. „Das werden sicher mehr.“

Supermärkte verhalten sich „kollegial“

Was den Dortmunder freut, ist, dass er mit einem seiner Stand derzeit vor der Edeka-Filiale in Huckarde verkaufen darf. Sein Bruder verkauft Süßes vor dem Mengeder Rewe. Ihre Mutter verkauft in Waltrop vor einem leerstehenden Hotel Mandeln.

„Toll, dass die Filialen da mitmachen und uns dulden. Ich finde das sehr kollegial. Diese Menschen haben ihr Herz am rechten Fleck“, sagt Kaiser. Das sei nicht selbstverständlich. Immerhin verkaufen die Supermärkte selbst Süßigkeiten.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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