Die Baustellenzäune stehen noch, aber geöffnet ist die neue City-Toilette in Lütgendortmund mittlerweile. © Natascha Jaschinski
Öffentliche WCs

Immer noch warten Dortmunder Vororte auf neue City-Toiletten

Die öffentlichen Toiletten in Dortmund werden ausgetauscht. Im Westen blieb eine der City-Toiletten monatelang geschlossen. Woanders sind die Arbeiten am neuen WC noch gar nicht gestartet.

Fast könnte man übersehen, dass die neue City-Toilette an der Werner Straße in Lütgendortmund tatsächlich genutzt werden kann. Denn: Sie ist immer noch von einem Bauzaun umgeben. Nur nicht mehr komplett. Ein Weg zur Tür ist nun frei gelassen. Für alle, die mal dringend müssen. 50 Cent kostet es, wenn man die neue WC-Anlage benutzen möchte. 15 Minuten kann man sich maximal in ihr aufhalten.

Damit gibt es schräg gegenüber vom Amtshaus wieder die öffentliche Toilette, auf die Passanten mehrere Monate verzichten mussten. Der Hintergrund: Die Stadt hat den Betreiber der öffentlichen WC-Anlagen gewechselt. Nicht mehr die Firma Wall, sondern RBL Media ist seit vergangenem Jahr verantwortlich.

Die Firma aus Erkelenz erneuert alle WC-Anlagen komplett. Daher wurde auch die 27 Jahre alte, ovale Toilette in Lütgendortmund ausgebuddelt und durch das neue viereckige und moderne Häuschen mit begrüntem Dach ersetzt.

Neue WC-Anlage war monatelang eingezäunt

Und das hat gedauert. Genauer: Es hat gedauert, ehe das WC in Betrieb gehen konnte. Entfernt worden war die alte Toilette bereits im Oktober 2020. Das neue Häuschen war auch schnell geliefert. Doch dann tat sich nichts mehr. Monatelang war das Häuschen eingezäunt. Gerade im Lockdown eine schwierige Situation für Passanten, da die Toiletten der Cafés und Geschäfte auch wegfallen.

So sah die alte Toilette in Lütgendortmund aus. Sie wurde im Herbst ausgebuddelt.
So sah die alte Toilette in Lütgendortmund aus. Sie wurde im Herbst ausgebuddelt. © Natascha Jaschinski © Natascha Jaschinski

Woran es lag, dass die Toilette so lange nicht angeschlossen worden ist, sagt keiner so recht. Die Stadt verweist knapp auf drei Gründe: Anschlüsse, Produktion der Anlagen und Corona.

Betreiber: Kleine Probleme verzögern die Arbeiten

Der Betreiber RBL Media erklärt etwas ausführlicher: Beim Aufbau der neuen Toiletten zeige sich manchmal, dass man nicht eins zu eins austauschen könne. „Manchmal sind es kleine technische Probleme, die noch zu lösen sind, die die Arbeiten dann aber um Wochen verzögern“, sagt Geschäftsführer Daniel Lange. Man sei auch auf die Arbeit anderer angewiesen, die nicht immer sofort Gewehr bei Fuß stehen könnten.

Im Januar begründete RBL Media unserer Redaktion gegenüber den langsamen Umbau auch damit, dass der Vorbetreiber die alten Anlagen zu schleppend abgebaut habe. Davon ist jetzt allerdings keine Rede mehr. Wall, der Vorbetreiber, hat diese Vorwürfe auch zurückgewiesen.

Woran es nun genau gelegen hat, dass es gerade in Lütgendortmund so viele Monate gebraucht hat, könne im Einzelfall nicht gesagt werden, sagt RBL-Geschäftsführer Lange. Es mag dort „tückische Details“ gegeben haben.

Auch Donetz, das Unternehmen, das die Anlagen letztlich an die Kanalisation und den Strom anschließt, kann nicht erklären, warum die Toilette so lange eine Baustelle blieb: Man setze den Anschluss „auf kurzem Wege“ um, sobald ein Auftrag der RBL Media vorliege, heißt es auf Anfrage. Für die Arbeiten vor Ort brauche die Donetz dann nur etwa eine Woche.

Andere Toiletten gingen schneller an den Start

Fakt ist: Woanders in Dortmund ging es schneller: Sieben der insgesamt 18 neuen City-Toiletten sind laut RBL Media mittlerweile benutzbar (Stand: 11. 3.) In den nächsten Tagen sollen noch zwei hinzukommen.

Die neue City-Toilette in Mengede sollte eigentlich Ende Februar fertig sein. Noch aber ist sie nicht geöffnet.
Die neue City-Toilette in Mengede sollte eigentlich Ende Februar fertig sein. Noch aber ist sie nicht geöffnet. © Uwe van Schirp © Uwe van Schirp

Auch bald an den Start gehen soll die neue City-Toilette am Mengeder Markt. Sie ist Anfang Februar aufgestellt worden. Auch hier gibt es eine Verzögerung, aber nur eine kleine. Und eine, für die RBL Media einen Grund benennen kann: Der Anschluss habe sich durch den heftigen Wintereinbruch im Februar verschoben, heißt es.

Wer in Marten dagegen zur Toilette muss, hat vorerst Pech: Dort kann die neue Toilette baurechtlich nicht am alten Standort am Martener Marktplatz errichtet werden. Sie muss ein paar Meter weiterziehen. Klingt so einfach, bedeutet aber, dass neue Leitungen für Strom, Abwasser und Wasser gelegt werden müssen.

Der Bauantrag laufe, heißt es bei der Stadt. RBL Media rechnet damit, in einigen Wochen mit den Tiefbauarbeiten beginnen zu können.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski

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