Der digitale Corona-Impfpass in Deutschland soll an diesem Donnerstag an den Start gehen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Impfaktion: Dortmunder Impflinge warten vergeblich auf digitalen Nachweis

Der Impfnachweis steht im gelben Impfbuch. Im Juni kam der digitale Impfpass. Teilnehmer der Sonder-Impfaktion im Mai in Mengede warteten auf die automatische Zusendung des QR-Codes – die blieb aus.

1588 Menschen nahmen vom 28. bis 30. Mai an der Sonderimpfaktion der Stadt Dortmund für Bodelschwingh, Nette und Westerfilde teil. Nach dem Pieks in den Oberarm erhielten sie beim Auschecken einen Eintrag in ihren Impfpass – oder auch für künftige Impfungen gleich ein neues gelbes Büchlein.

Gut zwei Wochen später führte das Bundesgesundheitsministerium den digitalen Impfausweis ein. Eine App auf dem Smartphone zeigt dann den Nachweis, nachdem die Geimpften einen QR-Code eingescannt haben.

Am 13. Juni erklärte das NRW-Gesundheitsinisterium den Bürgern, die zuvor bereits einen Termin im Impfzentrum hatten: „Sie müssen nichts veranlassen, um die QR-Codes im Nachhinein zu erhalten. Sie bekommen die Codes automatisch bis Ende Juni per Post zugeschickt.“ Gesundheitsminister Laumann verwies darauf, dass damit Apotheken, Arztpraxen und die Hotlines der Kassenärztlichen Vereinigungen entlastet würden.

Ankündigung gilt nicht für mobile Impfaktionen

Teilnehmer an der Sonderimpfaktion in der Sporthalle Nette verließen sich auf Laumanns Rat. Sie warten bis heute auf den Code. Und werden ihn auch nicht automatisch bekommen – obwohl die Stadt die Aktion gemeinsam mit dem Impfzentrum anbot.

Lange Schlangen bildeten sich am Freitag (28.5.) vor der Netter Sporthalle. Viele Bürger aus Bodelschwingh, Nette und Westerfilde nahmen das Angebot der Sonder-Impfaktion an.
Lange Schlangen bildeten sich am Freitag (28.5.) vor der Netter Sporthalle. Viele Bürger aus Bodelschwingh, Nette und Westerfilde nahmen das Angebot der Sonder-Impfaktion an. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

„Alle, die ihre Impfungen im Rahmen mobiler Impfaktionen erhalten haben, bekommen den digitalen Impfnachweis in einer Apotheke“, schreibt Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage dieser Redaktion. Betroffen sind folglich auch die Impflinge im Rahmen weiterer Sonderaktionen.

Wer jetzt sich jetzt den digitalen Nachweis in einer Apotheke besorgen möchte, muss sich jedoch weiterhin gedulden. Am Mittwoch (21.7.) stellten die Apotheken den Service vorerst ein. Grund ist eine Sicherheitslücke, wie der Deutsche Apotheker Verband (DAV) mitteilt.

Gast-Zugänge ermöglichten Missbrauch

Aus Wettbewerbsgründen ermöglichte der DAV auch Apotheken ohne Mitgliedschaft in einem Landesverband die Nutzung seines Servers für die Ausstellung der Zertifikate. Dafür ist ein Gastzugang nötig. Unabhängige IT-Spezialisten konnten jedoch mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten für einen nicht existierenden Apotheken-Inhaber einen Zugang erzeugen.

Zwei Impfzertifikate wurden durch die gefälschte Apotheker-Identität ausgestellt, heißt es in einer DAV-Pressemitteilung. Wann die Zertifikate in Apotheken wieder erhältlich seien, stehe noch nicht fest, erklärte eine DAV-Sprecherin am Freitag (23.7.).

„Offenbar handelt es sich um ein Softwareproblem, das zu einem bundesweiten Stopp von voraussichtlich nur wenigen Tagen des Services geführt hat“, schreibt Stadtsprecherin Anke Widow auf Rückfrage. „Somit sind alle – auch die im Rahmen der genannten Aktionen Geimpften – davon betroffen.“

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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