Per Lautsprecher-Durchsagen ruft die Feuerwehr zum Impfen auf. Den ganzen Sonntag fährt der Kleinbus durch die Straßen von Bodelschwingh, Westerfilde und - hier im Bild - Nette. © Uwe von Schirp
Coronavirus

Impfaktion: Feuerwehr ruft mit Lautsprecher-Durchsagen zum Impfen auf

Andrang am Freitag, wenig los am Sonntag: Die Sonder-Impfaktion in Dortmund wird auf der Zielgerade nur zurückhaltend angenommen. Damit sie möglichst viele Bürger erreicht, hilft die Feuerwehr.

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger…“ schallt es am Sonntag (30.5.) durch die Häuserschluchten der Großwohnsiedlung an der Butzstraße in Dortmund-Nette. Per Lautsprecher ruft die Feuerwehr die Anwohner auf, sich impfen zu lassen. Seit Freitag läuft die Sonderaktion der Stadt Dortmund für die Stadtteile Bodelschwingh und Westerfilde sowie den größten Teil von Nette.

In der Sporthalle des Heinrich-Heine-Gymnasiums können sich Bewohner aus dieser Ecke der Stadt impfen lassen. Gegen Vorlage ihres Ausweises oder einer Meldebescheinigung erhalten sie das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson. Der Impfstoff muss im Gegensatz zu den anderen nur einmal verimpft werden. Nach 14 Tagen sind die Geimpften so gut es geht gegen eine Corona-Infektion geschützt und können als Geimpfte bereits Lockerungen in Anspruch nehmen.

Anlass für die Impfaktion sind überdurchschnittliche Infektionszahlen zumindest in Teilen der drei Stadtteile. Die Stadt spricht insbesondere die Menschen in beengten Wohnverhältnissen der Großwohnsiedlungen an. Um eine Ausbreitung des Infektionsgeschehens etwa beim Einkauf zu verhindern, so die Begründung der Stadt, sind auch Anwohner der umliegenden Siedlungen impfberechtigt.

Straße um Straße fährt die Feuerwehr ab

Seit 10 Uhr sind die beiden Feuerwehrleute am Sonntagvormittag (30.5.) unterwegs. Straße um Straße fahren sie in den drei Stadtteilen ab. Auch am Samstag gab es bereits Lautsprecherdurchsagen.

2000 Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson stehen für die Sonder-Aktion in den drei Stadtteilen insgesamt zur Verfügung. Nach Berechnungen unserer Redaktion müssten ca. 10.000 Menschen berechtigt sein, das Impfangebot wahrzunehmen – etwa 60 Prozent der Erwachsenen, die hier leben und die rein statistisch noch keine Impfung bekommen haben dürften.

Tatsächlich wurden im ersten der fünf Zeitfenster nach Informationen unserer Redaktion alle vorgesehenen 400 Dosen verimpft.

Dem Ansturm am Freitagnachmittag zum Start der Aktion folgten deutlich kürzere Wartezeiten am Samstag und Sonntag. 350 Meter lang zog sich die Wartereihe am Freitagnachmittag über die Dörwerstraße. Geimpfte berichten dagegen von einer „nur“ etwa 100 Meter langen Schlange am frühen Samstagmorgen. Nachmittags war sie nach Beobachtungen unserer Redaktion noch deutlich kürzer.

Am Sonntagvormittag ist keine Schlange vor dem Impfzentrum auf Zeit an der Dörwerstraße. Impfwillige gehen direkt durch zum Check-In.
Am Sonntagvormittag ist keine Schlange vor dem Impfzentrum auf Zeit an der Dörwerstraße. Impfwillige gehen direkt durch zum Check-In. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Am Sonntagvormittag ist gleich gar keine Schlange zu sehen. Impfwilllige Bürger laufen direkt durch zum Check-In-Schalter in einem Nebentrakt des Heinrich-Heine-Gymnasiums. Im Umkleidetrakt der Sporthalle befinden sich vier Impfkabinen. Nach gut einer Dreiviertelstunde verlassen die Bürger die Sporthalle mit einem Corona-Schutz.

Impfen am Sonntag bis 19 Uhr möglich

Am Sonntagnachmittag können sich Bürger noch bis 19 Uhr impfen lassen. Trotz der offenkundigen Zurückhaltung der Anwohner bleibt die Impfung aber offenbar ihnen vorbehalten. Jedenfalls werden die Straßennamen weiterhin vor Ort kontrolliert.

Dass noch ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, zeigen die Lautsprecher-Durchsagen. Nach einer Pause (Mittagsruhe!) wollen die Feuerwehrleute noch bis zum Spätnachmittag in den drei Stadtteilen zum Impfen aufrufen.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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