Seit einem halben Jahr ist die Schwieringhauser Brücke für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Geduld der Anwohner ist überstrapaziert. Sie machen Vorschläge und fordern Lösungen. © Uwe von Schirp
Dortmund-Ems-Kanal

Kanalbrücke ist seit sechs Monaten dicht – Anwohner fordern Lösungen

Seit genau sechs Monaten ist die wichtige Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal gesperrt. Eine Behelfsbrücke lässt auf sich warten. Anwohner machen konkrete Vorschläge und fordern Lösungen.

Seit einem halben Jahr ist die Schwieringhauser Brücke für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die denkmalgeschützte Querung über den Dortmund-Ems-Kanal ist akut einsturzgefährdet. Für die Menschen in Schwieringhausen heißt es seit September, lange Umwege in Kauf nehmen zu müssen.

Klar ist seit November: Über die Stahl-Fachwerkbrücke wird nie wieder ein Auto rollen. Seitdem erwägt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Westdeutsche Kanäle den Bau einer Behelfsbrücke. Die soll so lange ein Überqueren des Kanals ermöglichen, bis ein ohnehin geplanter Brücken-Neubau erfolgt. Seit 2006 gibt es einen rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss.

Die Geduld der Schwierinhauser ist nach sechs Monaten Sperrung indes überstrapaziert. Sie verlangen Lösungen – zumindest vorübergehende. Denn der tägliche zeitliche Mehraufwand ist immens.

Bus soll auf der anderen Kanalseite halten

Den Eltern bleibt in der Regel nichts anderes übrig, als vor der Fahrt zur Arbeit die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. Der Weg ist mehr als doppelt so weit wie über die Kanalbrücke: 9,2 statt rund 4 Kilometer. Vor der Sperrung haben die Schüler den Linienbus genommen. Der hält mitten in Schwieringhausen.

Doch die Linie 473 (Mengede-Eving) macht seit sechs Monaten an der Haltestelle Marksweg kehrt und fährt eine Umleitung: über Holthausen, Deusen und Ellinghausen. Um 7.30 Uhr beginnt im Netter Schulzentrum der Unterricht – der Bus geht um 6.38 Uhr.

„Kürzer und schneller wäre eine Busverbindung von der nordwestlichen Seite der Brücke auf der Altmengeder Straße Richtung Mengede“, schreiben Nina Lamhaouch sowie Klaus und Gisela Meininghaus in einer Eingabe an die Mengeder Bezirksvertretung (BV).

Nina Lamhaouch lässt nicht locker. Regelmäßig kontaktiert sie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Mit einer Eingabe hat sie sich nun erneut an die Mengeder Bezirksvertretung gewandt.
Nina Lamhaouch lässt nicht locker. Regelmäßig kontaktiert sie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Mit einer Eingabe hat sie sich nun erneut an die Mengeder Bezirksvertretung gewandt. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Der Bus könnte unterhalb der Brückenrampe an der Einmündung Im Siesack oder an der derzeit aufgehobenen Haltestelle Schaarstraße halten. Die Schulkinder hätten nur den Weg über die für Fußgänger und Radfahrer freigegebene marode Brücke.

Anwohner erinnern an beschlossenen Vor-Ort-Termin

In ihrer Eingabe erinnern die Familien auch an einen in der BV-Sitzung am 9. Dezember beschlossenen Vor-Ort-Termin. Daran sollen Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, der Dortmunder Stadtverwaltung und der Bezirksvertretung sowie Anwohner teilnehmen.

Nina Lamhaouch moniert, dass kein neuer Planungsstand zum Bau der provisorischen Brücke vorliege, „außer dass es in ‚interner Abstimmung ist‘“. Die Anwohner fühlen sich vom WSA hingehalten.

Die Mengeder Bezirksvertreter unterstrichen in ihrer Sitzung am Mittwoch (10.3.) einstimmig die Dringlichkeit. „Wenn wegen der Corona-Schutzverordnung derzeit kein Vor-Ort-Termin möglich ist, müssen wir einen Online-Termin machen“, so Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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