In Dortmund hat eine Kinderarztpraxis vorübergehend geschlossen. © dpa
Ärztliche Versorgung

Kinderarztpraxis in Dortmund ist vorübergehend geschlossen

Eine Dortmunder Kinderarztpraxis ist derzeit geschlossen und teilt das per Anrufbeantworter mit. Während der Corona-Pandemie bitten umliegende Ärzte jetzt um Besonnenheit.

In einer Facebook-Gruppe diskutieren seit Mittwoch (4. November) Menschen darüber, dass eine Kinderarztpraxis in Dortmund derzeit nicht geöffnet sei.

Ein Anruf bei der Kinderarztpraxis an der Roßbachstraße in Huckarde bestätigt: Die Praxis von Marina Hubert und Stanislaus Dick ist geschlossen.

Auf dem Anrufbeantworters heißt es am Donnerstag (5. November): „Leider müssen wir unsere Praxis wegen Krankheit bis auf Weiteres komplett schließen. Bitte wenden Sie sich an einen anderen Kinderarzt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“ Eine Praxis, die die Vertretung übernimmt, wird nicht genannt. Ein Anruf bei umliegenden Ärzten verspricht aber Hilfe.

Welche Ärzte kümmern sich um akut erkrankte Kinder?

Die Kinderärztin Dr. Miriam Seitz praktiziert nur rund anderthalb Kilometer entfernt von der geschlossenen Praxis.

Bei ihr rufen nun vermehrt Eltern von Kindern an, die um hausärztliche Versorgung bitten, berichtet sie. Dr. Seitz: „Wir kümmern uns natürlich um akut erkrankte Kinder, die beispielsweise Husten, Schnupfen oder Fieber haben.“

Dr. Miriam Seitz hilft akut erkrankten Kindern.
Dr. Miriam Seitz hilft akut erkrankten Kindern. © Praxis © Praxis

Sie bittet jedoch Patienten, alle Untersuchungen zu verschieben, die nicht drängen und auch von ihren eigentlichen Ärzten vorgenommen werden können. Das können zum Beispiel Schutz-Impfungen sein.

Dr. Seitz ist Fachärztin für Kinderlungenheilkunde und bekomme darum auch Patienten von anderen Ärzten überwiesen. Das bedeute für sie: begrenzte Kapazitäten.

„Schauen Sie in meinen Kalender. Ich bin voll ausgebucht“, sagt sie. Da die Situation in Praxen coronabedingt „eh schwierig“ sei, bittet sie alle Patienten, nur im Notfall zu kommen.

Dr. Seitz wünscht sich mehr Transparenz

Dr. Seitz kritisiert, dass der Praxisinhaber an der Roßbachstraße keine direkte Vertretung angegeben habe. Das sei „unglücklich“ gelaufen. Besonders für die Patienten, die jetzt vor verschlossenen Praxis-Türen stehen, tue ihr das leid.

Sie selbst wünschte sich mehr Transparenz und einen flüssigeren Informationsweg, da sie nicht vom Praxisinhaber selbst von der Schließung erfahren habe.

„Es ist jetzt der dritte Tag seit die Praxis geschlossen ist und eigentlich hätte man in der Zeit einen Vertreter organisieren können“, sagt Dr. Seitz. „Merkwürdig“ findet sie, dass es nicht heißt, wie lange die Praxis geschlossen bleibt.

Trotz der Kritik bleibt sie positiv: Es bestehe für Patienten kein Grund zur Annahme, sie könnten in dringenden Fällen nicht versorgt werden.

„Wir arbeiten so gut wir können“

Dr. Ulrich Nollmann in Marten verzeichnet seit der Praxisschließung in Huckarde bisher unwesentlich mehr Patienten. Er räumt aber auch ein: „Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir weiter weg sind.“

Es könne ja „immer mal was sein“, was eine plötzliche Schließung rechtfertige. „Wir werden den Grund sicher erfahren und arbeiten weiterhin so gut wir können.“

Auch die Kinderärztin Dr. Karin Gladisch hat von der geschlossenen Praxis gehört. Sie praktiziert 15 Autominuten entfernt. Telefonisch habe sie von der Schließung erfahren – „ganz unbürokratisch“, wie sie sagt.

Sie schließt sich dem Appell von Dr. Seitz an: Nur Eltern mit „akut erkrankten“ Kindern sollen kommen.

Dr. Gladisch betont, dass niemand etwas dafür könne, wenn eine Praxis schließen muss. „Am wenigsten die Patienten.“ Es besteht kein Grund zur Panik, denn: Wer Hilfe braucht, bekommt sie auch.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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