Kokaindeals in Geheimsprache: Dortmunder wurde trotzdem erwischt

Monatelang telefonierte, textete und bestellte ein mutmaßlicher Drogendealer aus Lütgendortmund mit seinem Handy in einer Geheimsprache. Die Ermittler kamen ihm trotzdem auf die Schliche.
Ein mutmaßlicher Kokaindealer aus Lütgendortmund steht seit Mittwoch in Bochum vor Gericht. © Werner von Braunschweig

Vor dem Bochumer Landgericht hat am Mittwoch ein Prozess um kiloschwere Kokaingeschäfte begonnen. Angeklagt ist ein mutmaßlicher Dealer aus Lütgendortmund. Der 44-Jährige war trotz Verwendung einer speziellen Dealer-Geheimsprache bei einer Telefonüberwachung ins Visier der Ermittler geraten.

Laut Anklage war in den Handynachrichten mal von Schrauben, mal Schlüsseln oder auch mal von einem „halben Auto“ die Rede – in Wirklichkeit ging es aber wohl stets um hochreines Kokain. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Lütgendortmunder im Zeitraum von Juli 2019 bis Februar 2020 mindestens 26 Kokaindeals abgewickelt hat. Insgesamt soll er dabei mindestens 2,6 Kilogramm hochreines Kokain an den Mann gebracht haben und knapp 105.000 Euro eingenommen haben.

Ausgangspunkt dafür, dass die Ermittler dem Lütgendortmunder auf die Spur gekommen sind, waren zwei mutmaßliche Drogen-Großhändler aus Bochum. Bei der Überwachung von deren Telefongesprächen und Nachrichten war laut Staatsanwaltschaft aufgefallen, dass der Angeklagte – verschlüsselt – zahlreiche Kokainbestellungen getätigt haben soll.

Der Angeklagte sitzt seit dem 17. November 2020 in Untersuchungs-Haft. Zum Prozessauftakt hat der 44-Jährige sich noch nicht geäußert, will das aber wohl im weiteren Prozessverlauf noch tun. Urteil: wohl frühestens am 17. Juni.