Stephanie Schubert und Corinna Scheffer sind zwei der Projekt-Initiatoren der Markthalle Dorstfeld, die an der Hügelstraße im Hintergrund entsteht. © Holger Bergmann
Kein Supermarkt

Markthalle im Dortmunder Westen: Neues Geschäft verkauft regionale Produkte

Ein Geschäft in Supermarkt-Größe. Doch holt man sich die Lebensmittel nicht aus Regalreihen. Stattdessen besucht man 21 Marktstände. Das „Dorstfelder Eck“ soll 2022 an den Start gehen.

Seit rund neun Monaten kann man im Internet lesen, dass am Ende des Sommers das Einzelhandels-Konzept „Dorstfelder Markthalle“ eröffnen soll. Mit Bistro „Stulle & Stößchen“ zusammengefasst zum „Dorstfelder Eck“.

Doch die Schaufenster sind noch dunkel. Im Netz wird bereits gefragt, ob das überhaupt noch was wird. Die Antwort gibt Thorsten Schubert, einer der drei Projekt-Initiatoren: „Die Markthalle wird Anfang 2022 fertig“. Je größer das Projekt, umso aufwendiger und langwieriger die Genehmigungsverfahren, die kompliziert sind, sagt er.

Beim Bistro „Stulle & Stößchen“, das nebenan in der ehemaligen Kneipe Zechentor entsteht, ist es anders. Das soll noch in diesem Jahr öffnen. Ebenso wie ein Blumenladen auf einem abgetrennten Teil der späteren Markthallenfläche.

Alle 300 Meter ein Supermarkt

Anfangs stellten sich drei Macher, Corinna Scheffer, Stephanie Schubert und Thorsten Schubert, nur die Frage, wie man die herunter gekommene Stelle an der Hügelstraße/Karl-Funke-Straße wiederbeleben kann. Mittlerweile finden sie, dass das Projekt der Nahversorgung in ganz Dorstfeld dienen wird.

Thorsten Schubert lebt seit seiner Kindheit genau gegenüber dem Ladenlokal, das in den 70er-Jahren als Rewe begann. „Damals gab es hier alle 300 Meter einen Supermarkt“, so Thorsten Schubert. Insgesamt drei Coop-, zwei Rewe-Märkte und zwei kleine Lebensmitteleinzelhändler hatte Oberdorstfeld zu bieten.

„Heute ist davon nichts mehr übrig“, sagt Corinna Scheffer. Nur zwei Discounter im Umfeld gibt es. Die 500 Quadratmeter Fläche wurden dem Rewe irgendwann zu klein. Es zog mit Schlecker eine Drogerie ein, darauf folgte ein Sonnenstudio, danach für kurze Zeit ein Asia-Markt.

Langsam Konzept entwickelt

Der verschwand vor zwei Jahren. Täglich diesen leeren Laden vor Augen, entwickelte das Trio seine Idee von der Markthalle. Als die Idee ausgereift war, wandten sich die drei Dorstfelder an die Besitzerin. Und die war begeistert.

Und das soll kommen: Ein überdachter Wochenmarkt, 21 Stände in U-Form plus Frischebereich, nur Lebensmittel, betrieben von Erzeugern oder Händlern aus der Region, an jedem Stand ein Verkäufer. „Der Dorstfelder Wochenmarkt am Wilhelmplatz hat momentan drei Stände“, sagt Stephanie Schubert zum Vergleich.

Regionale Erzeuger und Händler, das bedeutet, dass Brot, Gemüse, Fleisch und Milch grob aus dem Raum Dortmund kommen sollen. Bei Produkten wie Fisch oder Kaffee darf der Dortmunder Händler oder Röster aber auch mal Waren mit längerer Anfahrt anbieten.

Nicht teurer als 15 Prozent über Discount

Das alles hört sich eher nach einem teuren Premium-Angebot an. Doch man habe nicht vergessen, in welchem Stadtteil man lebt, so Thorsten Schubert. Daher sei das mit den Händlern abgesprochene Ziel, ihre Waren nicht mehr als 15 Prozent teurer als im Discount anzubieten.

Die Markthalle wird dann verbunden sein mit der neuen Gastronomie, dem „Stulle & Stößchen“. „Die klassische Bergmanns-Kneipe hat keine Chance mehr“, meint Corinna Scheffer.

Deshalb wird aus der Kneipe ein Bistro, das die Marktbesucher nach dem Einkauf zur Einkehr einladen soll. Dabei wird das Wort Stulle ernst genommen. Es wird bodenständiges Frühstück und auch mittags und abends kein À-la-carte-Essen geben, sondern nur wechselnde Kleinigkeiten.

Stulle statt Bifi

„Vielleicht schaffen wir es ja, dass sich auch ein paar Jugendliche morgens nicht mehr eine Bifi an der Tanke abholen, sondern ein belegtes Brot bei uns“, sagt Thorsten Schubert.

Das Bistro öffnet montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr und samstags von 7 bis 13 Uhr. Eine echte Kneipe mit Kegelbahn ist das Stulle & Stößchen vorläufig nur freitags, samstags und vor Feiertagen mit Öffnungszeiten von 17 bis 1 Uhr. Die Markthalle öffnet fast wie ein echter Wochenmarkt: in der Woche von 7 bis 16 Uhr und samstags von 7 bis 13 Uhr.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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