Sozialdezernentin Birgit Zoerner sieht mit Blick auf die Sozialdaten dringenden Handlungsbedarf für zwei Stadtteile im Dortmunder Westen. © Archiv
Aktionsplan Soziale Stadt

Mehr Übergewicht und Sozialhilfe: Zwei Stadtteile im Westen machen Sorgen

In zwei Stadtteilen des Dortmunder Westens haben sich die Sozialdaten verschlechtert. Unter anderem ist der Anteil der Menschen mit Sozialleistungen gewachsen. Die Stadt will handeln.

Der Dortmunder Westen macht der Stadtspitze Sorgen. Grund dafür ist der 2019 veröffentlichte „Bericht zur sozialen Lage in Dortmund 2018“. Denn für die Sozialräume Dorstfeld sowie Bövinghausen/Westrich weist er unterdurchschnittliche Werte aus. Bislang hatte der Aktionsplan Soziale Stadt diese Quartiere nicht im Blick.

In beiden Sozialräumen, schreibt Stadtsprecherin Anke Widow, sei die Transferleistungsquote auf über 20 Prozent angestiegen. „In Bövinghausen ist vor allem der Anteil der Menschen im Sozialleistungsbezug gewachsen, darunter insbesondere Kinder unter 15 Jahren.“

Zum Stadtteil Dorstfeld schreibt Anke Widow: „In Dorstfeld ist der Anteil der Kinder mit Normalgewicht deutlich gesunken. Gleichzeitig verzeichnet der Sozialraum einen atypischen Bevölkerungsrückgang.“

Für Sozialdezernentin Bigit Zoerner besteht dringender Handlungsbedarf: „Der Sozialbericht zeigt uns damit klar, dass die soziale Lage in Bövinghausen und Dorstfeld besonderer Unterstützung bedarf. Es ist mir wichtig, dass wir zügig ins Tun kommen“, sagte sie während der Sitzung des Verwaltungsvorstands am Dienstag.

Dorstfeld sowie Bövinghausen/Westrich sind die neuen Aktionsräume

Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wolle sie überlegen, welche Unterstützung die Quartiere brauchen, um anschließend Maßnahmen folgen zu lassen. Formal bedeutet dies auch, dass Dorstfeld sowie Bövinghausen/Westrich in die Liste der Aktionsräume aufgenommen werden.

Die in jeder Hinsicht sehr unterschiedlichen Stadtteile Bövinghausen und Westrich  werden bei der Stadt als ein Sozialraum verwaltet. Gemeinsam werden sie in die Liste der Aktionsräume „Soziale Stadt Dortmund“ aufgenommen.
Die in jeder Hinsicht sehr unterschiedlichen Stadtteile Bövinghausen und Westrich werden bei der Stadt als ein Sozialraum verwaltet. Gemeinsam werden sie in die Liste der Aktionsräume „Soziale Stadt Dortmund“ aufgenommen. © Montage Nina Dittgen © Montage Nina Dittgen

Ebenso wie sein Vorgänger von 2007 untersucht der „Bericht zur sozialen Lage in Dortmund 2018“, wie sich soziale Benachteiligung über das Stadtgebiet verteilt. Herangezogen werden Daten aus den Bereichen Erwerbstätigkeit und Transferleistungsbezug, Bildung und Jugend, Gesundheit und Wohnen. Zudem wird die Lebenslage besonderer Zielgruppen beleuchtet. Dazu gehören Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung, Senioren und zugewanderte Menschen.

Schrittweise Beteiligung von Akteuren und Zivilgesellschaft

Mit Blick auf die corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln sei ein neues, mehrstufiges Verfahren zur schrittweisen Beteiligung von Akteuren und Zivilgesellschaft geplant, so Anke Widow. „Herzstück wird ein Beteiligungsprozess sein, der die Ziele des Aktionsplans für jeden Aktionsraum und die beiden Aktionsquartiere schärft, konkrete Handlungsbedarfe und Ressourcen des Aktionsraums herausarbeitet und direkte Maßnahmen ableitet“, so Anke Widow.

Als Ergebnis erwartet Birgit Zoerner Aktionsprogramme, die über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren Handlungsschwerpunkte festlegen. „Die Aktionsraumbeauftragten vor Ort werden weiterhin Ansprechpartner sein und die Entwicklungen eng begleiten“, so die Stadträtin.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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