Insgesamt 15 Brände legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten zur Last. © Feuerwehr (Archiv)
Brandserie im Dortmunder Westen

Mutmaßlicher Brandstifter vor Gericht: Zähe Verhandlung erwartet

Ein Serienbrandstifter sorgte bis November 2020 im Dortmunder Westen für Angst und Schrecken. Am 11. Mai beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Die Verhandlung dürfte zäh werden.

Wenn am Dienstag (11.5.) um 15 Uhr der Prozess gegen einen mutmaßlichen Brandstifter offiziell startet, werden alle Augen und Ohren auf den Vertreter der Staatsanwaltschaft gerichtet sein. Allein die Verlesung der Anklageschrift dürfte das normale zeitliche Maß weit überschreiten.

Denn der Prozess gegen den Angeklagten ist alles andere als „business as usual“.

18 Einzeltaten haben die Ermittler zusammengetragen – 15 Brandstiftungen und 3 Diebstähle. Jeder einzelne Vorfall ist in der Anklageschrift detailliert beschrieben. Und weil zwei der Taten von der Staatsanwaltschaft als versuchter Mord gewertet werden, steht für den Angeklagten eine Menge auf dem Spiel.

Lebenslange Haft möglich

Theoretisch könnte die Strafe im Fall eines Schuldspruchs sogar „lebenslange Haft“ lauten – auch wenn kein Mensch durch die Taten des Feuerteufels gestorben ist.

Den Auftakt der unheimlichen Serie machte das Feuer in der Kindertagesstätte an der Keplerstraße in Lütgendortmund. In der Nacht auf den 23. September 2019 soll der Angeklagte in die Räumlichkeiten eingebrochen sein und 100 Euro und eine tragbare Musikanlage gestohlen haben.

Um die Spuren des Einbruchs zu verwischen, soll der heute 34-Jährige anschließend in einem Abstellraum ein Feuer gelegt haben. Laut Anklage zündete er Spielzeug an. Der Brand sorgte dafür, dass die Kita lange Zeit unbenutzbar war.

Rauchmelder zerstört?

Die beiden gefährlichsten Taten verübte der Brandstifter mehr als ein Jahr später. Am 16. Oktober 2020 zündete er gegen 5 Uhr morgens in einem Keller an der Borussiastraße Unrat an. Die Hausbewohner lagen zu diesem Zeitpunkt in ihren Betten und rechneten mit keiner Gefahr. Und sie hatten auch keine Chance, schnell gewarnt zu werden. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte einige Tage zuvor die Rauchmelder im Hausflur zerstört haben.

Am frühen Morgen des 25. Oktober 2020 brannte es schließlich in einem Keller an der Lütgendortmunder Straße. Der Angeklagte soll dort Sperrmüll in Brand gesteckt und anschließend ein Fahrrad so in der Kellertür verkeilt haben, dass der Rauch ungehindert in den Hausflur ziehen konnte.

Verhandlungstage bis August

Nach seiner Festnahme im November 2020 soll der 34-Jährige sämtliche Brandstiftungen abgestritten haben. Lediglich den Diebstahl einer Kamera räumte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein.

Vor dem Schwurgericht liegt deshalb ein langer und aufwändiger Indizienprozess. Es werden zahlreiche Zeugen und Gutachter vernommen werden müssen, um dem Angeklagten die Taten nachweisen zu können. Schon jetzt sind Verhandlungstage bis August angesetzt.

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