Corona-bedingt sind die Bewohner der neuen Demenz-WG mit Verspätung in den Neubau eingezogen. Im selben Gebäude befindet sich eine Kita – eine einzigartige Kombination in Dortmund. © Carolin West (Archiv)
Verspäteter Einzug

Nach Corona-Bremse: Neue Demenz-WG in Dortmund nun fast komplett

Die neue Demenz-WG in Dortmund ist bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Einzig der Einzug hatte sich wegen der Pandemie verzögert. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber.

Mit deutlicher Verspätung sind die Patienten in die neue Demenz-Wohngemeinschaft (WG) in Dortmund-Nette eingezogen. Eigentlich sollte es im Februar 2020 schon soweit sein, doch die Corona-Krise und der erste Lockdown haben die Pläne durchkreuzt. Erst über ein halbes Jahr später konnte der Ambulante Pflegedienst „Med DoCare“ mit der Belegung beginnen.

Trotz des verrutschten Zeitplans ist Geschäftsführerin Ljubinka Bange mehr als zufrieden. Denn: „Wir hatten hier bislang keinen Corona-Ausbruch.“ Man halte sich strikt an alle Richtlinien der Heimaufsicht und des Gesundheitsamtes, so Ljubinka Bange. Außerdem werde regelmäßig getestet. Zwei infizierte Bewohner seien gesund aus dem Krankenhaus zurückgekehrt.

Besuche durch die festen Bezugspersonen wie Töchter und Söhne seien aber möglich. „Die Bewohner haben Einzelzimmer und die Besucherzahl ist übersichtlich“, erklärt Ljubinka Bange. Auch ein gemeinsames Mittagessen sei machbar, weil die Bewohner an dem großen Tisch genug Abstand halten könnten.

Ljubinka Bange ist erleichtert, dass die neue Demenz-WG bislang gut durch die Corona-Krise gekommen ist.
Ljubinka Bange ist erleichtert, dass die neue Demenz-WG bislang gut durch die Corona-Krise gekommen ist. © Uwe von Schirp (Archiv) © Uwe von Schirp (Archiv)

Besonders gerne werde auch die große Dachterrasse genutzt. „Dort haben wir im Dezember einen Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen veranstaltet.“ Mittlerweile sei die Terrasse mit Tisch, Stühlen, Schaukel, Sonnenschirm und Pflanzen ausgestattet, berichtet die „Med DoCare“-Geschäftsführerin.

Demenz-Patienten zwischen 80 und 90 Jahren

Die aktuellen Bewohner seien zwischen 80 und 90 Jahren alt. „Eine Bewohnerin ist Anfang 60, sie ist bei uns regelrecht aufgeblüht“, so Ljubinka Bange. Sie leide allerdings nicht an einer demenziellen, sondern an einer psychischen Erkrankung. Alle Patienten würden rund um die Uhr in drei Schichten betreut. Zwei Pflegekräfte plus eine Betreuungskraft und ein Praktikant kümmerten sich in der Regel um die betagten Bewohner.

Einziger Wermutstropfen: Die geplante Kooperation mit dem im selben Gebäude beheimateten Kindergarten habe man wegen der Pandemie noch nicht umsetzen können, so Bange. Die Kombination aus Demenz-WG und Kita gilt in Dortmund als einmalig.

Noch freie Zimmer

Die Demenz-WG an der Dörwerstraße hat laut Ljubinka Bange noch wenige freie Kapazitäten. Wer sich für ein Zimmer oder Appartement interessiert, kann unter Tel. (0231) 48 82 345 ein Informationsgespräch und/oder eine Pflegeberatung vereinbaren.

Mitte Juni eröffnet „Med DoCare“ zwei weitere Demenz-Wohngruppen in Dortmunds Nachbarstadt Holzwickede. „In einem Geschäftshaus am Emscherpark mit jeweils zwölf Plätzen“, so Ljubinka Bange.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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