Der alte Aldi-Markt soll abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden. Er soll vorn an der Straße entstehen. Derzeit müssen Kunden erst den Parkplatz überqueren. © Beate Dönnewald (Archiv)
Pläne in der Kritik

Naturschützer fordern: Tiefgarage und Wohnungen für Aldi-Neubau

Der geplante Aldi-Neubau in Marten hat jetzt die Dortmunder Naturschutzverbände beschäftigt. Sie machen der Stadt und dem Investor eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen.

Über den neuen Aldi-Markt in Marten wird schon lange diskutiert. Bis Kunden hier aber einkaufen können, werden noch viele Monate vergehen. Aktuell wertet die Stadt einige Stellungnahmen zum noch nicht rechtskräftigen Bebauungsplan Lü 188 aus – unter anderem die der Dortmunder Naturschutzverbände.

Seit 2018 steht fest, dass der alte Aldi-Markt an der Schulte-Heuthaus-Straße durch einen neuen ersetzt werden soll. Dafür soll das benachbarte ehemalige Sparkassen-Gebäude samt Wohnungen und Augenarzt-Praxis abgerissen werden. Augenarzt Dr. Helmut Stodollick wird Ersatzräume im neuen Aldi-Gebäude erhalten.

Vor allem der Verlust des Wohnraums stößt einigen Akteuren im Stadtteil wie dem Martener Forum übel auf. Die Forderung der Naturschutzverbände BUND, NABU und LNU dürfte deshalb Musik in ihren Ohren sein.

„Die Gebäudehöhe und die der Nachbarschaft lässt eine Aufstockung um ein Geschoss für Wohnungen oder nicht störende Dienstleistungen zu. Das würde an anderer Stelle weiteren Flächenverbrauch einsparen“, schreibt Thomas Quittek, Sprecher BUND Dortmund.

Nachbarn wollen keine Wohnungen über dem Markt

Genau diese Variante lehnt Aldi allerdings ab. Erst im Juli 2020 erklärte ein Aldi-Sprecher gegenüber dieser Redaktion: „Wohnungen über dem Markt sind aus städtebaulichen Gründen an dieser Stelle nicht möglich, da unser Gebäudekörper höher als die umliegenden Gebäude würde.“ Zudem verwies er auf „kritische Stimmen aus der Nachbarschaft“, die eine Bebauung in dieser Höhe vehement ablehnten.

Augenarzt Dr. Helmut Stodollick verliert durch den Abriss des Sparkassen-Gebäudes zwar seine Praxis, bekommt im neuen Aldi-Markt aber neue Räume.
Augenarzt Dr. Helmut Stodollick verliert durch den Abriss des Sparkassen-Gebäudes zwar seine Praxis, bekommt im neuen Aldi-Markt aber neue Räume. © Matthias vom Büchel (Archiv) © Matthias vom Büchel (Archiv)

Ein Dorn im Auge ist den Naturschutzverbänden in diesem Zusammenhang auch der geplante Flächenverbrauch durch die oberirdischen Parkplätze samt Zufahrten. „Sie beanspruchen mehr als die Hälfte des Bebauungsplans“, so Quittek. Und weiter: „Wir regen deshalb den Bau einer Tiefgarage und die Entsiegelung und Begrünung der für die oberirdischen Parkplätze vorgesehenen Flächen an.“

Naturschützer wollen Holzbauweise

In Sachen Energieversorgung vermissen die Naturschutzverbände „jegliche innovative, den Erfordernissen des Klimaschutzes entsprechende Konzepte“. Die Stadt könnte durch den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages darauf Einfluss nehmen, meint Quittek. „Es wird daher angeregt, auch aus Klimaschutzgründen auf fossile Brennstoffheizungen zu verzichten und den Einsatz einer Brennstoffzellenheizung einzuplanen, die bereits wirtschaftlich erprobt, in Japan bereits Standard ist, und durch ihre hohe Energieeinsparung ein wesentlicher Beitrag zur Energiewende sein könnte.“

Auch die Bauausführung gefällt den Umweltschützern nicht. „Konventioneller Massivbau wird den Anforderungen des nachhaltigen Städtebaus, insbesondere an Energieeinsparung und Klimaschutz, nicht mehr gerecht. Bekanntlich sind konventionelle Baumaterialien in der Herstellung siebenmal mal so energieintensiv wie Holzbauweise, die darüber hinaus besseren Wärmeschutz bietet und voll recycelbar ist.“, schreibt Quittek.

Einbau von Nisthilfen

Weitere Forderungen sind eine Wasserversorgung mittels Grauwasser und die Anwendung des „Animal-Aided-Designs“. Letzteres meint, bei der Planung Bedürfnisse von stadtbewohnenden Tieren wie Grünspecht, Haussperling, Igel und Zwergfledermaus zu berücksichtigen. „Abschließend regen wir den Einbau von Nisthilfen an“, so Quittek.

Wie geht es nach der Auswertung der Stellungnahmen weiter?. „Es wird beabsichtigt, den Offenlagebeschluss im Laufe des nächsten Jahres fassen zu lassen und das Verfahren auf einen konkreteren Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP) umzustellen“, schreibt Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Die Offenlage des Bebauungsplans soll anschließend erfolgen. „Mit dem Abschluss des Verfahrens ist voraussichtlich Ende nächsten Jahres zu rechnen“, so der städtische Pressereferent.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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