Bis Ende 2025 soll das 124 Jahre alte Gebäude der Overberg-Grundschule abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die OGS (r.) wird modernisiert. © Uwe von Schirp (Archiv)
Schulbau-Programm

Neubau einer Dortmunder Grundschule: Sporthalle zieht in den Keller

Seit Jahren gibt es für das Gebäude einer Dortmunder Grundschule dringenden Handlungsbedarf. Sanierungspläne hat die Stadt verworfen. Jetzt gibt es ein Konzept – für einen großen Wurf.

Marode Kellerräume mit unzumutbaren Toiletten und insgesamt zu wenig Platz: Keine Frage, die Overberg-Grundschule in Dortmund-Mengede ist in die Jahre gekommen. Bereits im Dezember 2018 bestätigte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger hier dringenden Handlungsbedarf.

Ursprünglich sollte eine Sanierung erfolgen. Die Pläne wurden verworfen. Nun liegt ein erster Entwurf für einen kompletten Neubau auf dem Tisch. Demnach bekommt der Schulstandort ein komplett neues Gesicht.

124 Jahre ist das aktuelle Schulgebäude alt. „Ein neues pädagogisches Konzept nach aktueller Schulbau-Leitlinie kann im Bestandsgebäude nicht umgesetzt werden“, heißt es im zweiten Sachstandsbericht des Schulbauprogramms. Ergebnis einer Machbarkeitsstudie ist nun ein Neubau mit einer Zweifach-Sporthalle.

Lernen unter dem Dach

Der soll im Bereich der jetzigen Sporthalle entstehen und wird Schulgebäude, Sporthalle und die Räume der Offenen Ganztagsschule (OGS) vereinen. „Das verwinkelte Grundstück ist nur an dieser Stelle groß genug, um eine Zweifach-Sporthalle zu errichten“, heißt es in einer Präsentation der Stadt.

Der Neubau wird doppelt so viel Fläche wie die alte Sporthalle (l.) und damit Teile des gemeinsamen Schulhofs mit der Jeanette-Wolff-Schule beanspruchen.
Der Neubau wird doppelt so viel Fläche wie die alte Sporthalle (l.) und damit Teile des gemeinsamen Schulhofs mit der Jeanette-Wolff-Schule beanspruchen. © Uwe von Schirp (Archiv) © Uwe von Schirp (Archiv)

Konkret sieht das Planungskonzept ein dreigeschossiges Gebäude vor. Die Sporthalle wird eingegraben und liegt – den Luftraum eingeschlossen – im Unter- und Erdgeschoss. In das 1. Obergeschoss kommen Lehrerzimmer und Verwaltung sowie Gemeinschaftsbereiche.

Im 2. Obergeschoss haben die Lern- und Unterrichtscluster ihren Platz. „Cluster sind Raumgruppen, in denen Lern- und Unterrichtsräume gemeinsam mit den zugehörigen Differenzierungs-, Aufenthalts- und Erholungsbereichen zu eindeutig identifizierbaren und überschaubaren Einheiten zusammengefasst werden“, heißt es in der Schulbau-Leitlinie.

Die OGS soll in das Forum im 1. Obergeschoss integriert werden. Das vorhandene OGS-Gebäude mit der runden Front zum Schulhof bleibt bestehen. Nach den ersten Plänen soll es der Hausmeister nutzen. Auch das Elterncafé soll hier weiterhin seinen Platz haben.

Fertigstellung Ende 2025

Noch ist es ein Entwurf. Die genaue Planung soll bis zum Frühjahr 2023 feststehen. Bis Ende 2025 soll dann der Bau in fünf Phasen erfolgen. Er beginnt mit dem Abriss der alten Sporthalle. Anschließend erfolgt der Neubau des kombinierten Gebäudes.

In der dritten Phase erfolgt die Modernisierung des OGS-Gebäudes. Der Offene Ganztag könnte während dieser Zeit das alte Schulgebäude nutzen. Schließlich erfolgt der Abbruch des alten Schulgebäudes. In der letzten Phase will die Stadt dann den Schulhof neu gestalten.

1400 Quadratmeter Grundfläche hat der Schulneubau. Schülern und Lehrern stehen damit künftige rund 4500 Quadratmeter Geschossfläche zur Verfügung. Die Kosten kalkuliert die Stadt mit 15,6 Millionen Euro.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp
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