Über die Rettung des historischen Teichs an Schloss Bodelschwingh freuen sich (v.l.) Ubbo de Boer und Hans-Ulrich Peuser vom Förderverein Schloss Bodelschwingh, Mireta und Felix zu Knyphausen sowie Dirk Holtermann von der Dr. Gustav Bauckloh-Stiftung. © Oliver Volmerich
Schloss Bodelschwingh

Rettungsaktion für Teich sichert „Froschkonzerte“ im Schlosspark

Der denkmalgeschützte Bodelschwingher Schlosspark braucht viel Pflege. Das gilt auch für die Gewässer. Für einen Teich gab es jetzt eine regelrechte Rettungsaktion, ermöglicht durch eine Spende.

Ruhe und Idylle trügen. Schloss und Schlosspark in Bodelschwingh bescheren viel Arbeit. Und dazu trägt auch der Klimawandel bei. „Die Gewässerpflege wird immer aufwendiger“, stellt Felix Freiherr zu Knyphausen als Schlossherr in Bodelschwingh fest. Und Gewässer gibt es reichlich im denkmalgeschützten Schlosspark.

Für ein Gewässer war jetzt regelrecht eine Rettungsaktion nötig. Ein kleiner Tümpel westlich des Schlosses drohte trockenzufallen. Weil die Lehmschicht am Untergrund undicht geworden war, verlor der Teich immer mehr Wasser. „Man konnte fast trockenen Fußes durchgehen“, berichtet Felix zu Knyphausen.

Reichlich Gewässer gibt es rund um Schloss Bodelschwingh.
Reichlich Gewässer gibt es rund um Schloss Bodelschwingh. © Hans Blossey © Hans Blossey

Doch Rettung kam mit Hilfe der Dr. Gustav Bauckloh-Stiftung und des Fördervereins Schloss Bodelschwingh. Er hatte die Teichrettung zu einem Projekt im Rahmen des städtischen „Nordwärts-Programms“ gemacht, für das Ex-Oberbürgermeister Ullrich Sierau zu seinem Abschied um Spenden bat.

Stiftung für Natur- und Tierschutz

Mit der stolzen Summe von 10.000 Euro als Spende an den Förderverein übernahm die Bauckloh-Stiftung den Großteil der Sanierungskosten. Die gemeinnützige Stiftung hat sich die Förderung von Natur- und Tierschutz zur Aufgabe gemacht und hat seit der Gründung im Jahr 2003 schon mehr als 2,3 Millionen Euro für den guten Zweck – oft in Verbindung mit der NRW-Stiftung Natur-Heimat-Kultur – ausgegeben.

Unterstützt werden unter anderem der Dortmunder Zoo, Westfalenpark, Rombergpark und Fredenbaum und viele verschiedene Naturschutz-Initiativen in Dortmund und darüber hinaus – so wie jetzt der Förderverein Schloss Bodelschwingh.

Den Dank dafür überbrachten Mireta und Felix zu Knyphausen sowie Hans-Ulrich Peuser und Ubbo de Boer vom Förderverein jetzt Stiftungsvorstand Dirk Holtermann – natürlich vor Ort am geretteten Teich, der sich inzwischen durch Regenwasser wieder gefüllt hat.

Der Teich hat gleich in mehrfacher Hinsicht eine große Bedeutung. So ist er Teil des denkmalgeschützten Schlossparks, dessen Gestaltung im 19. Jahrhundert auf den Gartenbaumeister Eduard Petzold zurückgeht. Das Gewässer ist aber auch wichtig für Flora und Fauna. „Es ist ein wichtiges Habitat für Tiere und Laichgewässer für Frösche und Kröten“, berichtet Mireta Freifrau zu Knyphausen. Im Frühjahr bekommen die Bewohner von Schloss und Schlosshof regelrechte Froschkonzerte geboten.

Schon auf dieser alten Ansicht von Schloss Bodelschwingh ist der kleine Teich oberhalb des Schlosshofes (oben links) zu erkennen. © Repro Volmerich © Repro Volmerich

Ausruhen kann die Familie zu Knyphausen auch nach der Teichrettung nicht. Mehr Sonne, Nährstoff-Einträge und höhere Temperaturen sorgen etwa auch in der Gräfte, die das Wasserschloss umgibt, für verstärktes Algenwachstum. In einer Außengräfte gab es bereits akuten Sauerstoffmangel, berichtet Felix zu Knyphausen. Er ist sich sicher: „Wir werden weiterhin viel zu tun haben mit der Gewässerpflege.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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