Rewe-Kauffrau Katharina Nolte setzt darauf, dass ihre Kunden die verschärfte Maskenpflicht ab nächster Woche akzeptieren und umsetzen. Für sich und ihr Personal hat sie bereits medizinische Masken bestellt. © Rewe Nolte
Coronavirus

Rewe-Kauffrau appelliert: „Bitte halten Sie sich an die neue Maskenpflicht“

Zwei Rewe-Kaufleute im Dortmunder Westen haben als erste Reaktion auf die verschärfte Maskenpflicht Großbestellungen für ihr Personal aufgegeben. Zudem setzen sie auf verständnisvolle Kunden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs haben am Dienstag (19.1.) eine verschärfte Maskenpflicht beschlossen. Im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften müssen voraussichtlich ab Beginn der nächsten Woche medizinische Masken getragen werden. Dazu gehören FFP2- und OP-Masken.

Was bedeutet die neue Masken-Regel für die Betreiber von Supermärkten? Wir haben mit zwei Rewe-Kaufleuten im Dortmunder Westen gesprochen. Ihre erste Amtshandlung am Tag nach dem Lockdown-Gipfel: Großbestellungen für ihre Mitarbeiter.

„Ich habe 4000 Masken bestellt, sowohl OP- als auch FFP2-Masken“, berichtet Katharina Nolte von Rewe Nolte in Marten. Rund 70 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, die natürlich nicht alle gleichzeitig im Einsatz sind. „Dennoch, wenn die Einwegmasken alle zwei Stunden wie empfohlen gewechselt werden, kommt da schon einiges zusammen“, so Katharina Nolte.

Die zusätzlichen Kosten seien ihr egal. „Meine Mitarbeiter setzen täglich ihre Gesundheit aufs Spiel, deshalb möchte ich auch, dass sie gut geschützt sind.“

60 bis 80 Mitarbeiter-Masken pro Tag

Die Mitarbeiter könnten bei ihr frei wählen, ob sie lieber eine OP- oder eine FFP2-Maske tragen wollen. Sie selber werde wohl immer wechseln. „FFP2-Masken sind ja nicht ganz ohne, darunter fällt das Atmen deutlich schwerer.“

Die verschärfte Maskenpflicht stellt auch die Betreiber von Supermärkten vor neue Herausforderungen.
Die verschärfte Maskenpflicht stellt auch die Betreiber von Supermärkten vor neue Herausforderungen. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

Wie Katharina Nolte stellt auch Rewe-Kaufmann André Kaeseler in Bövinghausen seinen rund 70 Mitarbeitern die vorgeschriebenen medizinischen Masken zur Verfügung. Er geht davon aus, täglich zwischen 60 und 80 Masken zu benötigen. Auch er scheut die zusätzlichen Ausgaben nicht. „Man darf ja nicht übersehen, dass wir gerade wegen der geschlossenen Gastronomie mehr Umsatz haben.“

In den Augen des 43-Jährigen handelt es sich um keine echte Verschärfung der Maskenpflicht. „Kunden und Mitarbeiter tragen keine Alltagsmasken mehr, sondern medizinische. Das ist alles.“ Deshalb blicke er dem „Maskenwechsel“ relativ gelassen entgegen – zumal er bei seinen Kunden bislang gute Erfahrungen in Sachen Maskenpflicht gemacht habe. „Vor Weihnachten hatten wir mal einen Kunden, der anti war. Der durfte dann halt nicht in den Laden.“

„Was spricht gegen eine Ausgangssperre im Winter?“

Für ihn persönlich hätten Merkel und die Ministerpräsidenten die Zügel noch deutlich mehr anziehen können, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Was spricht gegen eine Ausgangssperre im Winter ab 22 Uhr?“, fragt André Kaeseler.

Rewe-Kaufmann André Kaeseler hält die neuen Lockdown-Maßnahmen nicht für ausreichend.
Rewe-Kaufmann André Kaeseler hält die neuen Lockdown-Maßnahmen nicht für ausreichend. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Auch Katharina Nolte hat nach eigenen Angaben so gut wie keine Maskenmuffel unter ihren Kunden. „Nur dreimal musste ich in der gesamten Zeit Kunden wegen eines fehlenden Mund-Nasen-Schutzes des Marktes verweisen.“ Dennoch geht die Martener Kauffrau davon aus, dass auf sie und ihr Team durch die neue Maskenpflicht einiges an Überzeugungsarbeit zukommen wird.

„Mit dem einen oder anderen muss man sicherlich darüber diskutieren, warum die Stoffmaske nicht mehr geht.“ Generell spüre sie ein zunehmendes Unverständnis ihrer Kunden über die Lockdown-Politik. „Dieses häppchenweise Vorgehen nervt die Leute, die gehen langsam auf die Barrikaden. Alles schreit nach Lockerungen“, so die 37-Jährige. Dann sei es doch besser, einmal alles richtig runterzufahren, findet sie.

Sind zusätzliche Kontrollen nötig?

Ob aufgrund der verschärften Maskenpflicht zusätzliche Kontrollen an den Eingängen nötig sein werden, könne sie noch nicht sagen, so Katharina Nolte. „Weil es jetzt wieder deutlich ruhiger ist als vor Weihnachten und die Leute nicht mehr in so großen Gruppen einkaufen, gehe ich aber erstmal nicht davon aus.“

Katharina Nolte setzt und hofft auf das Verständnis ihrer Kunden und appelliert in ihre Richtung: „Bitte halten Sie sich an die neue Maskenpflicht.“ Und weiter: „Wir machen die Gesetze doch nicht. Wir müssen nur immer alles ausbaden und kurzfristig reagieren.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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