Sturzgefahr: Norbert Girlich muss vor den hochstehenden Wurzeln an einer Baumscheibe auf der Dörwerstraße abbremsen. © Uwe von Schirp
Unsicherer Schulweg

Schlaglöcher und fehlende Markierungen gefährden Rad fahrende Schüler

Schlaglöcher, fehlende Schutzstreifen, überhöhte Geschwindigkeit: Rund um das Netter Schulzentrum lauern Gefahren für Radfahrer. Dabei können schon einfache Maßnahmen für mehr Sicherheit sorgen.

Nette, Ecke Dörwerstraße/Butzstraße am frühen Nachmittag. Norbert Girlich ist den Berg durch die Großwohnsiedlung hinauf geradelt. Er wohnt mit Unterbrechungen seit Jahrzehnten in Nette. Und er kennt seinen Vorort. Das hohe Verkehrsaufkommen auf der Dörwerstraße vor allem an Schultagen treibt ihn um.

Elterntaxis, Berufsverkehr aus den Wohnsiedlungen heraus, Kunden der Supermärkte an der Mengeder Straße: Sie sorgen für reichlich Verkehr. Denn die Dörwerstraße ist zwar 30er-Zone sowie durch Baumscheiben und Querungshilfen verkehrsberuhigt. Vielfach seien die 30er-Zonen-Schilder aber durch Bäume verdeckt.

Die Folge: Trotz der Barrieren im Straßenraum geben Autofahrer gerne Gas – trotz eines Warndisplays. Die Dörwerstraße verbindet Mengeder Straße und Haberlandstraße – ein kurzer Weg zum Netter Einkaufszentrum und zur Tankstelle an der Mengeder Straße.

Schüler sind Hindernissen ausgesetzt

„Für Radfahrer wie mich ist die Dörwerstraße vor allem zu Schulbeginn eine schlechte Strecke“, sagt Norbert Girlich. „Selbst Busfahrer kennen keine Rechts-vor-Links-Regel, wenn man aus der Butzstraße kommt.“ Aus der eigenen Erfahrung sorgt er sich um die Schüler: „Sie sollen das Rad nutzen, sind aber in der gesamten Dörwerstraße einigen Hindernissen ausgesetzt.“

Norbert Girlich ist viel mit dem Rad unterwegs. Er sorgt sich um die Sicherheit der Rad fahrenden Schüler des Netter Schulzentrums.
Norbert Girlich ist viel mit dem Rad unterwegs. Er sorgt sich um die Sicherheit der Rad fahrenden Schüler des Netter Schulzentrums. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Norbert Girlich ist 65 Jahre alt, im Ruhestand und viel mit dem Fahrrad unterwegs. Für Besorgungen und andere Wege im Stadtbezirk lässt er das Auto stehen. Hinzu kommen regelmäßige Radtouren. Unsere gemeinsame führt zu den verkehrlichen Problempunkten im Umfeld des Schulzentrums.

Schon nach wenigen Metern Richtung Westen steht ein Bus an der Haltestelle Hördemannshof. Direkt voraus liegt eine Fahrbahnverengung durch Baumscheiben. Die Verkehrssituation ist unübersichtlich. Von vorne kommt ein Auto durch die einspurige Verengung – für Kinder und Jugendliche an Schultagen gewiss eine gefährliche Situation.

Die ehemalige Schulbushaltestelle ist nur noch ein Parkstreifen. Die Busse halten wenige Meter weiter.
Die ehemalige Schulbushaltestelle ist nur noch ein Parkstreifen. Die Busse halten wenige Meter weiter. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Dabei ist nur 25 Meter weiter eine ausgebaute Bushaltebucht. Früher hielten hier die Schulbusse. Jetzt parken dort abends und an Wochenenden Besucher der Sporthalle, morgens halten Elterntaxis. „Den Bereich kann man mit wenigen Mitteln umbauen“, sagt Norbert Girlich. „Und schon ist eine Gefahrenquelle weg.“

Sturzgefahr durch Wurzeln im Asphalt

Apropos Gefahrenquelle: Für Radfahrer gibt es zwischen Baumscheiben und Bürgersteig einen schmalen Fahrstreifen. In Höhe des Sportplatzes haben Wurzeln den Asphalt hochgedrückt – Sturzgefahr.

Ein parkendes Auto zwingt Radfahrer, hinter der Baumscheibe auf die Straße auszuweichen.
Ein parkendes Auto zwingt Radfahrer, hinter der Baumscheibe auf die Straße auszuweichen. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Auf der östlichen Seite des Schulzentrums parken häufig Autos direkt vor oder hinter den Baumscheiben. In Höhe der Wohnbebauung ist das erlaubt – vor dem Parkplatz der Realschule nicht. Nur noch schemenhaft lässt sich die Sperrflächen-Markierung erkennen.

Entlang der Dörwerstraße sind viele Sicht- und Haltestreifen und die Radstreifen-Piktogramme abgerieben. „Hier reicht doch einfach ein Eimer Farbe, damit sie wieder sichtbar sind“, sagt Norbert Girlich. „Mit kleinen Lösungen ist ein großer Schritt für die Sicherheit der Radfahrer möglich.“

Voller Schlaglöcher ist der schmale Abschnitt an der Mengeder Straße.
Voller Schlaglöcher ist der schmale Abschnitt an der Mengeder Straße. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Er nennt Beispiele:

  • eine Ausbesserung des Radwegs zwischen der Straße Zum Wodeacker und der Dörwerstraße
  • Schutzstreifen für Radfahrer auf der Mengeder Straße zwischen Wodeacker und Donarstraße
  • rote RadwegSchutzstreifen an den Einmündungen in die Mengeder Straße und die Haberlandstraße
  • Kennzeichnung von Parkbuchten auf der Mergelkuhle, damit Ausweichflächen entstehen
  • Haltelinien an allen Rechts-vor-links-Einmündungen in ganz Nette
  • Querung zwischen Gymnasium und Sportplatz von der Dörwer- zur Neumarkstraße als Rad- und Fußweg herrichten

Norbert Girlich will auch Fußgänger vor der Raserei schützen. An der Einmündung Neumarkstaße in die Dörwerstraße wünscht er sich einen Zebrastreifen, einen weiteren auf der Donarstraße in Höhe der Karl-Schurz-Straße.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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