Der Anstieg übergewichtiger Kinder im Dortmunder Westen ist ein Ergebnis im Bericht zur sozialen Lage. Der Aktionsplan Soziale Stadt soll dem betroffenen Stadtteil helfen. © picture alliance / dpa
Soziale Lage

Schlechte Sozialdaten im Dortmunder Westen: Sind erste Hilfen in Sicht?

Seit 2019 steht fest: In Teilen des Dortmunder Westens hat sich die soziale Lage verschlechtert. Schon lange sieht die Stadt dringenden Handlungsbedarf. Aber was ist seither passiert?

Im „Bericht zur sozialen Lage in Dortmund 2018“ tauchen drei Stadtteile im Dortmunder Westen als „auffällige Sozialräume“ auf. Ende 2020 betonte Sozialdezernentin Birgit Zoerner deshalb einen dringenden Handlungsbedarf.

Gemeint sind die Sozialräume Westrich/Bövinghausen und Dorstfeld. Einige der festgestellten Daten bereiten der Stadt Sorgen – zum Beispiel, dass die Transferleistungs-Quote auf über 20 Prozent gestiegen ist. Jeder Fünfte ist hier also inzwischen Leistungs-Empfänger.

In Bövinghausen ist vor allem der Anteil der Menschen im Sozialleistungsbereich (Grundsicherung) gewachsen, darunter insbesondere der Kinder unter 15 Jahren. In Dorstfeld hat zudem der Anteil übergewichtiger Kinder zugenommen. Außerdem verliert dieser Stadtteil Einwohner, was atypisch für die allgemeine Entwicklung in Dortmund ist.

Passgenaue Projekte für Dorstfeld und Bövinghausen/Westrich

Um die Quartiere aus der sozialen Misere zu holen, wurden sie nach einer Empfehlung des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit im April 2021 in den „Aktionsplan Soziale Stadt“ aufgenommen. Das soll passgenaue Förderprojekte nach sich ziehen.

Darauf müssen die betroffenen Quartiere aber weiterhin warten. Auf Anfrage dieser Redaktion schreibt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki: „Aktuell läuft der Weiterentwicklungsprozess zum ‚Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund‘ in allen Aktionsräumen parallel.“ Akteure aus Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen hätten sich bereits digital ausgetauscht.

Weitere Beteiligungsmaßnahmen seien geplant, könnten aber auf Grund der Corona-Pandemie nur stufenweise stattfinden. „Ziel ist es, den Weiterentwicklungsprozess in 2021 abzuschließen und mit konkreten Projektideen spürbar zu starten“, so Pinetzki.

Später vielleicht ein kleineres Aktionsquartier

Dass Westrich und Bövinghausen zu einem Sozialraum zusammengefasst werden, können viele Bürger nicht nachvollziehen. In ihren Augen sei allein Bövinghausen das „soziale Sorgenkind“. Dazu merkt Katrin Pinetzki an: „Die 39 Dortmunder Sozialräume sind Analyseebene unterschiedlicher städtischer Planungsprozesse. Die Sozialräume haben die geeignete Bevölkerungsgröße, um Daten unterschiedlicher Quellen und unter Beachtung des Datenschutzes auswerten zu können.“

Bövinghausen/Westrich seien, wie viele andere Sozialräume, „ein in sozialer, baulicher und infrastruktureller Hinsicht heterogener Raum mit Herausforderungen und Potenzialen“. Es könne also sinnvoll sein, die Begleitung durch den Aktionsplan Soziale Stadt später auf ein kleineres Aktionsquartier zu konzentrieren, sagt die Sprecherin.

Dies werde seit 2021 zum Beispiel erstmals im Meylantviertel (im Stadtbezirk Wickede) und der Wambeler Heide (im Stadtbezirk Alt-Scharnhorst) praktiziert. Beide Quartiere waren zuvor Teil eines größeren Aktionsraums.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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