Matthias Schnatmann am Leerschwimmbecken in seiner Schwimmschule. Alle seine Kurse sind ausgebucht. © Holger Bergmann
Nichtschwimmer

Schwimmkurse für Anfänger: In Lütgendortmund gibt es keine freien Plätze mehr

Wegen Corona konnten mittlerweile zwei Jahrgänge nicht Schwimmen lernen. Jetzt sind die Regeln etwas lockerer und viele Eltern versuchen, ihre Kinder in Schwimmkurse zu bekommen. In Lütgendortmund zu spät.

In den Ferien ist überall Wasser. Pools in Hotels, Pools auf Kreuzfahrtschiffen, Pools im Garten, Badeseen und Flüsse. Und am Rand stehen viele Kinder, für die diese Gewässer Todesfallen sind.

In der Regel lernen Kinder das Schwimmen in Schwimmkursen, die im Frühjahr stattfinden, damit die Kinder in den Sommerferien fit fürs Wasser sind. Wegen der Corona-Kontakt-Beschränkungen blieben die Schwimmbecken aber schon für zwei Schwimmanfänger-Jahrgänge gesperrt.

Immer mehr Nichtschwimmer

Die Folge: Immer mehr Kinder sind Nichtschwimmer. Das ist gerade in den Sommerferien gefährlich, weil es an Urlaubsorten überall Schwimmmöglichkeiten gibt. Und fast jeder Pool, auch im Garten, ist so tief, dass Kinder darin nicht stehen können.

Das führt bei den Schwimmvereinen zu einem bestimmten Phänomen: Alle Schwimmkurse, die wegen der Lockerung der Corona-Schutz-Verordnung in der kommenden Woche wieder anlaufen, sind ausgebucht.

Neue Schwimmkurse in fünf Wochen

Egal, ob Kurse für die Schwimmabzeichen Seepferdchen, Bronze oder Silber. Die Lütgendortmunder Schwimmschule Magellan hat einen Aufnahmestopp verkündet, die DLRG verweist darauf, dass in fünf Wochen neue Schwimmkurse im Lütgendortmunder Hallenbad angeboten werden.

Für den Ferienspaß in diesem Sommer sind jetzt beginnende Kurse eigentlich ohnehin schon zu spät. Aber die Eltern verfolgen mit der Anmeldung ein bestimmtes Ziel, sagt Matthias Schnatmann von der Schwimmschule Magellan: „Viele folgen der Faustregel, dass Kinder bei der Einschulung sicher Radfahren und Schwimmen können müssen.“

Sicher schwimmen

Für die Kinder, die auf eine weiterführende Schule wechseln, gelten weitere Regeln. Ohne den Nachweis, sicher schwimmen zu können – das entspricht dem Abzeichen Bronze – ist eine Teilnahme an Schulfreizeiten in der Regel nicht möglich.

Beim Schwimmenlernen müssen Kinder so einige Hürden nehmen, und am besten schon vor der fünften Klasse. Zum Beispiel die Wassergewöhnung. „Wenn die Kinder bislang Wasser nur aus Dusche oder Badewanne kennen, ist der Schritt in ein Schwimmbecken ein großer“, sagt Fabian Feld von der DLRG.

Im Becken fällt das Atmen schwerer

Das Atmen in einem Schwimmbecken ist für ein fünfjähriges Kind wegen des Wasserdrucks ungleich schwerer als für seine Eltern, sagt der DLRG-Schwimmausbilder.

Mit Sorge blicken die Schwimmlehrer auf die wieder steigenden Infektionszahlen. „Wir schwimmen, solange es geht“, sagt Matthias Schnatmann. Damit bis zum möglichen nächsten Lockdown wenigsten ein paar Kinder schwimmen lernen können.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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