Carsten Grimpe ist als Betriebsleiter ein Urgestein des Revierparks. Hier steht er im alten Solebad, das farblich neu gestaltet und völlig neu möbliert wurde. © Thomas Schroeter
Wischlingen

Solebad und Saunalandschaft im Revierpark sind kaum wiederzuerkennen

Solebad und Saunalandschaft des Revierparks Wischlingen werden komplett neu gestaltet. Dafür nutzt man an der Höfkerstraße die erzwungene gästelose Pandemie-Zeit. Und hofft auf den Sommer.

Der Revierpark Wischlingen leidet. Nicht unter zu wenigen Gästen, denn davon gibt es auf dem weitläufigen Gelände eigentlich reichlich. Als Spaziergänger. Aber zahlende Gäste sind eben nicht in Sicht, seit quasi sämtliche Angebote des Parks wegen Corona auf Eis gelegt sind. Eislaufen im Winter war nicht, die Sauna darf natürlich nicht geöffnet werden, das Solebad auch nicht. Und Veranstaltungen, „damit rechnen wir 2021 eigentlich schon gar nicht mehr“, so Projektleiter Jens Röhmer.

„Am Anfang, im ersten Lockdown, da konnte man das noch ganz gut verpacken, aber jetzt nagt das schon an uns“, ergänzt Betriebsleiter Carsten Grimpe seinen Kollegen. Gäste wären schon schön. „Früher haben wir im Sommer gestöhnt, wenn uns 5000 Badegäste am Tag überlaufen haben“, heute sehne er sich manchmal nach solchen Tagen.

Solebad war ein bisschen in die Jahre gekommen

Aber weder Grimpe noch Röhmer wollen groß stöhnen, denn das brächte auch nicht viel. Der Revierpark versucht vielmehr, das Beste aus der Situation zu machen. Und das ist: Hand anlegen, den Revierpark auf links krempeln und auf Vordermann bringen. „Gerade unser Solebad war ja doch ein bisschen in die Jahre gekommen“, weiß Grimpe.

Und so hat man jetzt die Zeit und die Gelegenheit ohne Gäste in Bad und Sauna genutzt, um hier massive Änderungen vorzunehmen. „Denn nach der Pandemie, wenn es denn ein Ende geben wird, werden wir ganz neu um Gäste ringen müssen“, glaubt Carsten Grimpe.

Und so hat man im Solebad den „Charme der 90er-Jahre“ beseitigt, hat weiße Plastik-Relax-Liegen und Tische, hat Edelstahl-Wandverkleidungen beseitigt und dem Bad mit Hilfe einer Innenarchitektin eine Komplett-Auffrischung verpasst. Das gilt für die Schwimmbereiche ebenso wie für die Aufenthalts- und Gastrobereiche wie für den Umkleide- und Fönbereich.

Alles ist jetzt eher in Holz- und dunklen Grautönen gehalten, wirkt deutlich weniger nüchtern und steril, kommt eher mit chilligem Lounge-Charakter, gedeckten Farben, modernerer Beleuchtungstechnik und Wandmalereien von Dortmunder Künstlern daher.

Fördergelder standen zum Glück schon zur Verfügung

Zum Glück für den Revierpark, der im ersten Corona-Jahr 2020 auf Mittel der Gesellschafter angewiesen war, waren für solche Maßnahmen bereits 2018 Fördergelder von rund 500.000 Euro beantragt worden, die man nun einsetzen kann. „Außerdem haben wir hier in unserem Team fast alle nötigen Handwerker, sodass wir gar nicht so viele Fremdaufträge vergeben mussten“, so Jens Röhmer.

Hier erinnert nichts mehr an den spröden Charme des alten Solebades.
Hier erinnert nichts mehr an den spröden Charme des alten Solebades. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Angesichts ausbleibender Einnahmen wird man aber auch 2021 wieder auf Zuschüsse angewiesen sein. „Die hat man uns auch in Aussicht gestellt, schließlich will niemand diesen Park aufs Spiel setzen, die politischen Entscheidungen stehen aber noch aus“, berichtet Carsten Grimpe. Und so ist von den rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bades fast die Hälfte in Kurzarbeit.

Der Rest aber packt an allen Enden an, um dem Revierpark neue Atmosphäre einzuhauchen, gerade im Badbereich. Aber auch im riesigen Saunagarten gibt es Neuerungen, dort wird gerade etwa ein altes Außenbecken zu einem 33-Grad-Becken mit Liegebereich umgebaut. Hinzu soll jetzt nach und nach ein großer Gesundheitsbereich kommen, den der Revierpark künftig selber betreiben wird, nachdem der Vertrag mit einem Physiotherapeuten ausgelaufen sei.

Wohnmobil-Stellplatz wird völlig umgestaltet

Aber auch sonst soll sich im Park noch in diesem Jahr einiges tun. Für den Wohnmobil-Stellplatz etwa hat man einen neuen Betreiber, der dem Platz zusammen mit der Parkverwaltung komplett erneuern will. Ziel ist es, hier künftig statt 50 nun 70 Stellplätze anzubieten, „die aber so in die grüne Parklandschaft integriert werden sollen, dass es keinen Wagenburgcharakter mehr haben soll“.

Außerdem wird im Revierpark ab Herbst 2021 auch kräftig in die Außenbereiche der großen Fläche investiert. Hier realisiert dann der Regionalverband Ruhr, gefördert mit Mitteln der EU und des Landes NRW, unter dem Titel „Grüne Infrastruktur NRW“ in die Revitalisierung des Wischlinger Parks.

Hier wird im Saunagarten aus einem wenig genutzten Außenbecken ein Becken mit 33 Grad warmem Wasser und großem Liegebereich gemacht.
Hier wird im Saunagarten aus einem wenig genutzten Außenbecken ein Becken mit 33 Grad warmem Wasser und großem Liegebereich gemacht. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Geplant sind dabei unter anderem ein neuer Haupteingang zum Parkgelände, ein neuer Wasserspielplatz, ein neues Teicherlebnis mit Steg und Investitionen in die Pflanzenwelt des Revierparks. Mit einer Fertigstellung rechnet man Ende 2022 nach gut einem Jahr Bauzeit.

Revierpark tut alles dafür, um jederzeit startbereit zu sein

Vorher aber hoffen Jens Röhmer und Carsten Grimpe auf einen Sommer 2021, in dem man Bad und Saunabereich zumindest in Teilen und mit einem Corona-Konzept wie im vergangenen Jahr für die Öffentlichkeit freigeben kann. „Wir tun alles dafür, um startbereit zu sein, wenn es eine solche Möglichkeit geben sollte“, versichert Carsten Grimpe.

Von Besucherzahlen wie 2019 wagt man dabei gar nicht zu träumen, „denn nach Corona wird das Geld bei den Menschen auch nicht mehr so da sein“, fürchtet der Betriebsleiter. „Wir werden die Zahlen von vorher nicht wieder erreichen können. Da bin ich Realist. Aber wir wollen alles dafür tun, uns dafür so attraktiv wie möglich zu machen.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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