So sieht unbürokratische Corona-Hilfe aus: Weinhändlerin Iryna Lyshtva verkauft in ihrem Geschäft den Bier-Adventskalender für das Restaurant „Hopfen und Salz“. Links im Bild ist Restaurant-Mitarbeiterin Desiree Ronge zu sehen. © Hopfen und Salz
Coronavirus

Spontane Corona-Hilfe: In bekannter Weinhandlung gibt es plötzlich Bier

Im zweiten Lockdown ist die Solidarität für die heimische Gastronomie wieder groß. In Lütgendortmund hilft die Weinhandlung Uecker Dortmunds einzigem Bierrestaurant ganz unbürokratisch.

Für Antonio Link, Chef des Bierrestaurants „Hopfen und Salz“ in Lütgendortmund, kam der zweite Lockdown nicht überraschend. Bereits im letzten Telefonat mit dieser Redaktion Mitte Oktober hatte er geahnt, dass es einmal mehr die Gastronomie treffen wird.

„Diese Maßnahme ist nicht verhältnismäßig. Die Regierung soll uns eine Perspektive geben, wie wir mit dem Virus weiterleben können statt, im Vier-Wochen-Takt die Betriebe zu schließen. Das sorgt nur für Frustration und Irritation“, sagt der 42-jährige Gastronom.

Freude in trüben Corona-Zeiten

Seit dem 2. November ist sein Restaurant an der Volksgartenstraße wie alle anderen Gastro-Betriebe in Dortmund geschlossen. Mitten in dieser trüben Zeit haben Antonio Link und sein Team trotzdem Grund zur Freude: Sie erleben wie schon im ersten Lockdown eine große Welle der Hilfsbereitschaft.

Diesmal ist es zum Beispiel die Weinhandlung Uecker im Dorf, die dem Lütgendortmunder Restaurant ganz unbürokratisch hilft. So stellt Inhaberin Iryna Lyshtva in ihren Ladenlokal nicht nur kostenlos eine Ausstellungsfläche für den Bier-Adventskalender von „Hopfen und Salz“ zur Verfügung, sondern übernimmt auch den Verkauf.

„Wir wollen damit einfach ein bisschen helfen. Die Einnahmen gehen komplett an Hopfen und Salz“, sagt die Weinhändlerin. Auch auf Facebook bewirbt sie den Kalender: „Ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk für Bier-Liebhaber aus unserer Lütgendortmunder Gastronomie“, schreibt sie.

Antonio Link bereitet alles für die Außengastronomie im „Hopfen & Salz“ vor.
Antonio Link bereitet alles für die Außengastronomie im „Hopfen & Salz“ vor. © privat © privat

Die Idee dazu hatte das „Team Handel“ von Hopfen und Salz. „Wir haben auf unserer Betriebsversammlung verschiedene Teams gebildet, die überlegen, wie man die vierwöchige Pause nutzen kann“, so Antonio Link. Das „Team Handel“ habe dann die neue Ersatzfläche für den Bier-Kalender gefunden.

24 Biersorten mit Überraschungseffekt

Der Verkauf an diesem ungewöhnlichen Ort sei richtig gut angelaufen. „Über 50 Prozent der Kalender sind in der Weinhandlung bereits verkauft worden. Wir werden uns im Gegenzug natürlich erkenntlich zeigen und Weine der Weinhandlung bei uns anbieten“, verspricht Antonio Link.

Der Kalender kostet 59,90 Euro und enthält 24 Bierflaschen. „Es sind regionale und nicht-regionale Biersorten mit Überraschungseffekten beim Geschmack.“

Zusätzlich zum Kalenderverkauf laufen bei „Hopfen und Salz“ weitere Aktionen während der staatlich verordneten Zwangspause: Von mittwochs bis sonntags jeweils von 12 bis 21 Uhr gibt es den Abholservice „Take away“, zudem sind das Gänse-Taxi und die neue Brat-Manufaktur im Einsatz.

Ende der nächsten Woche eröffnen die beiden Ghost-Restaurants „Pottschnitzel“ und „Glück-auf-Pizza“. Bestellungen und bargeldloses Zahlen sind über eine App möglich. Alle Angebote finden sich auf der Homepage www.hopfenundsalz.de.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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