Die Baustelle des neuen Sportbades am Revierpark Wischlingen. © Stephan Schütze
Ersatz für Westbad

Stadt räumt ein: Schwimmbad-Neubau in Wischlingen wird deutlich teurer

Hochumstritten war der Neubau einer Schwimmsporthalle in Wischlingen, die das bestehende Westbad in Dorstfeld ersetzen soll. Ein Argument für den Bau waren die Kosten. Doch die steigen jetzt.

Sanierung oder Neubau am alten Standort in Dorstfeld oder ein Ersatzbad in Wischlingen – über die Zukunft des Westbads ist lange gestritten worden. Trotz Protesten vor Ort entschied sich der Rat für den Neubau einer „Schwimmsporthalle“ am Revierpark Wischlingen, die das alte Westbad in Dorstfeld ersetzen soll.

Ein Argument dafür waren auch die Kosten. Auf 12,13 Millionen Euro wurde die Investition für den Neubau im Baubeschluss 2019 beziffert. Jetzt steht fest, dass es deutlich teurer wird: „Aufgrund verschiedener Kostensteigerungen ist eine Erhöhung des Kostenrahmens um 1,38 Mio. Euro notwendig“, teilte die Stadt Dortmund jetzt mit.

Für die Kostenerhöhung um 11,4 Prozent nennen die Sport- und Freizeitbetriebe zwei Hauptfaktoren. So habe der Terminplan für den Bau verlängert werden müssen, weil es mehrere Funde von Bomben-Blindgängern aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gab. Sie hätten die Baustelle für mehrere Wochen stillgelegt.

Hohe Kosten für Entsorgung von Altlasten im Boden

Für Kostensteigerungen hätte auch die nötige Entsorgung belasteter Böden aus Kriegsschutt gesorgt. „Dadurch verzögerte sich der Bauterminplan um rund neun Monate. Es entstanden Mehrkosten von rund 833.000 Euro“, heißt es zur Erläuterung.

Die Baustelle des Schwimmbades in Wischlingen. Das wird der Ersatz für das Westbad, das scheinbar nicht so marode ist, wie Gutachter 2015 geglaubt haben.
Die Baustelle des Schwimmbades in Wischlingen. Das wird der Ersatz für das Westbad, das scheinbar nicht so marode ist, wie Gutachter 2015 geglaubt hatten. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Die Stadt als Bauherr will zugleich weiterem Unbill vorbeugen. Durch die allgemeinen Preissteigerungen im Baubereich seien weitere Kostensteigerungen aus Nachträgen nicht auszuschließen. Deshalb berücksichtige man im neuen Kostenrahmen schon jetzt zusätzliche Mehrkosten von 550.000 Euro. Die neuen Gesamtkosten belaufen sich damit auf 13,51 Mio. Euro.

Kostensteigerung war für manche absehbar

Zweifel, dass die genannten 12,1 Millionen Euro realistisch sind, hatte es schon vor dem Baubeschluss bei den Befürwortern des alten Westbads gegeben. Auch die örtliche Politik etwa in der Bezirksvertretung zeigte sich über die Parteigrenzen hinweg schon damals überzeugt, dass die tatsächliche Summe die veranschlagten Kosten von 12,1 Millionen deutlich übersteigen wird.

Die neue Schwimmsporthalle, die baulich mit dem Sole- und Freizeitbad Wischlingen verbunden ist, soll ein 25 Meter-Sportbecken, ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden sowie einen 1 Meter- und einen 2 Meter-Sprungturm bieten. Im Mai 2020 sind die ersten Bauvorbereitungen gestartet, inzwischen wächst der Rohbau aus dem Boden. Im Herbst soll das Richtfest gefeiert werden. Die Eröffnung der neuen Schwimmsporthalle ist für Oktober 2022 geplant.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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