Der alte Aldi-Markt soll durch einen modernen Discounter ersetzt werden. Bislang sind keine Wohnungen über der Ladenfläche vorgesehen. © Beate Dönnewald
Neuer Discounter

Tauziehen um Aldi-Markt: Letzte Chance für Wohnungen über Ladenfläche?

Der Neubau eines großen Aldi-Markts im Dortmunder Westen rückt näher. Obwohl dafür Wohnungen abgerissen werden müssen, sind keine neuen geplant. Eine Chance aber könnte es noch geben.

Der geplante Bau eines großen Aldi-Markts im Dortmunder Westen stößt weiterhin auf Kritik. Denn für den Neubau muss nicht nur die alte Filiale, sondern auch ein ehemaliges Sparkassen-Gebäude mit mehreren Wohnungen abgerissen werden.

Schon seit über drei Jahren setzt sich unter anderem das Martener Forum dafür ein, dass zusätzlich zum neuen Discounter auch Wohnraum in den Obergeschossen entsteht. Doch auch eine groß angelegte Unterschriftenaktion, die Unterstützung durch die kommunale Politik und Forderungen der Umweltverbände führten nicht zum gewünschten Erfolg. Sowohl Aldi als auch die Stadtverwaltung zeigen dem vielfachen Wunsch die Rote Karte.

Wohnraum-Befürworter argumentiert mit neuer Zeitrechnung

Aktuell sehen die Wohnraum-Befürworter allerdings doch noch eine Chance, das Ruder herumzureißen – allen voran Joachim Schmittgen, Mitglied des Forums-Arbeitskreises „Planen und Bürgerbeteiligung“. Grund zur Hoffnung gibt ihm die neue städtische Vorlage zum „Bebauungsplan Lü 188 – Nahversorgungseinrichtung Marten“. Sie steht am Dienstag (18.5.) auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Lütgendortmund.

Joachim Schmittgen hat den Kampf um neue Wohnungen für Marten im Zuge des Aldi-Neubaus noch nicht aufgegeben.
Joachim Schmittgen hat den Kampf um neue Wohnungen für Marten im Zuge des Aldi-Neubaus noch nicht aufgegeben. © Dieter Menne (A) © Dieter Menne (A)

Weil aus dem ursprünglichen Regelverfahren nun ein sogenannter „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ werden soll, beginnt in Joachim Schmittgens Augen eine neue Zeitrechnung. Soll heißen: Auch für den Discounter-Neubau an der Schulte-Heuthaus-Straße gilt nach Auffassung des Juristen die neue Satzung der Stadt. Diese sieht vor, dass Einzelhandels-Vorhaben generell als mehrgeschossige Mischnutzung errichtet werden sollen.

Die Stadt vertritt allerdings eine andere Meinung. Sie schreibt in ihrer Vorlage: „Da die Planungen für den Ersatzneubau erheblich früher begonnen haben, ist das Vorhaben (…) als ,Altfall‘ anzusehen.“ Deshalb soll es beim ursprünglichen Konzept bleiben. Demnach werden in das Gebäude der vergrößerte Discounter, eine Augenarzt-Praxis und eine SB-Filiale der Sparkasse einziehen.

Stadt: Wohnungen widersprechen der „städtebaulichen Integration“

Die Stadt listete weitere Argumente gegen Wohnungen oberhalb des Lebensmittelmarkts auf. Unter anderem widersprächen sie der „städtebaulichen Integration.“ Schmittgen sieht das anders: „Die Nachbarbebauung ist doch höher als Aldi plant.“

Der Jurist hofft, dass die Fraktionen die Vorlage während ihrer Mai-Sitzung nicht einfach durchwinken werden. „Es ist doch ihre letzte Chance, sich zu äußern“, sagt er. Schließlich sei der Aldi-Neubau für die städtebauliche Weiterentwicklung Martens von großer Bedeutung: Sollte das politische Votum pro Bebauungsplan ausfallen, sei dies eine Vorabentscheidung für zukünftige Bauprojekte entlang der Schulte-Heuthaus-Straße. „Dann vergibt man die Möglichkeit, hier höher zu bauen.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald
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