Jennifer Dorp und ihre Mitstreiter päppeln die geretteten Tauben momentan zu Hause auf. © Taubenhilfe NRW
Tauben gerettet

Tierschützer retten fast vierzig Taubenküken unter Dortmunds „Horror-Brücke“

Vor Einrichtung der Baustelle an der A40-Unterführung in Lütgendortmund wurden dort Netze gegen die Tauben angebracht. Tierschützer haben mehrere Dutzend Küken aufgenommen.

Die Autobahn-Unterführung an der Stadtgrenze von Bochum und Dortmund am Lütgendortmunder Hellweg ist vielen Leuten ein Dorn im Auge. Den Taubenkot und Dreck versuchen beide Städte mit regelmäßigen Reinigungen in den Griff zu bekommen, damit der „Ekel-Tunnel“ nicht mehr ekelig ist.

Die Autobahn GmbH, die für das Bauwerk zuständig ist, wollte Arbeiten an einer Baustelle zum Anlass nehmen, um auch das Taubenproblem in den Griff zu kriegen.

Bauarbeiten an A40-Unterführung

Ende Juli brachten Schädlingsbekämpfer kleine Zäune an, um Tauben den Weg in den Spalt oberhalb der Bauwerkdecke zu verbauen. Autobahn-GmbH-Sprecher Anton Kurenbach schrieb damals auf Anfrage unserer Redaktion: „Da an dieser Brücke ein ziemliches Problem mit Taubenkot besteht, werden die Kolleginnen und Kollegen einen Einflugschutz in dem Spalt zwischen der Brücke und den Widerlagern – also den Betonelementen seitlich der Straße, auf denen die Brückenplatte aufliegt – montieren.“

Jennifer Dorp ist Tierschützerin und setzt sich für im Rahmen der Taubenhilfe NRW für die von manchen Menschen als Ungeziefer wahrgenommenen Tiere ein. Über das Internet bekamen sie und ihre Mitstreiter mit, dass eine sogenannte Vergräm-Aktion im Ekel-Tunnel im Gange ist.

Die 36-Jährige kannte die „Horror-Brücke“, wie sie die Unterführung nennt, bereits. „In der Vergangenheit haben wir innerhalb von drei Wochen 15 verletzte Jungtiere allein aus diesem Tunnel aufgenommen“, sagt sie.

Rund 40 Tiere päppeln

Ab dem 21. Juli nahm die Taubenhilfe NRW die noch flugunfähigen Vögel, die aus dem Spalt geholt wurden, „mit schwerem Herzen“ entgegen, wie die Taubenhilfe NRW in einem Facebook-Post schreibt.

Der Spalt auf Seite der Bushaltestelle gehe gut anderthalb Meter waagerecht ins Bauwerk rein. Zwischen den brütenden Tauben und Jungtieren lagen Steine, Tennisbälle und Flaschen.

Fast 40 Tiere päppeln die Ehrenamtler nun auf. Zurück in die Freiheit können die Tiere wohl nie mehr. „Die sind jetzt fehlgeprägt“, sagt Jennifer Dorp.

Sobald sie fit sind und selbst fressen können, werden die Tauben in einem großen Schlag in Bochum Weitmar leben. „Wir sitzen jetzt die nächsten 15 Jahre auf den Kosten für die Pflege der Tiere“, sagt Jennifer Dorp, denn so alt können Tauben in Gefangenschaft werden.

Inzwischen ist der Zaun wieder stellenweise offen. „Die Tauben legen schon wieder neue Eier“, ist sich Eva-Maria Servatius von Stadttauben Bochum sicher. Jennifer Dorp geht ebenfalls davon aus, dass die Tauben erneut Eier gelegt haben.

Und sie sagt auch: „Wir können nicht noch mal so viele Tiere nehmen.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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