Ein Blick auf den Strand von Sarakiniko, ein Strand auf der griechischen Insel Milos. Kann der Urlaub trotz Delta-Variante stattfinden? © picture alliance/dpa
Coronavirus

Urlaub trotz Delta-Variante? Das rät ein Dortmunder Reisebüro

Portugal ist schon Virusvariantengebiet, weitere Länder könnten folgen. Menschen sind verunsichert, berichtet ein Dortmunder Reisebüro – und gibt Tipps, wie der Urlaub trotzdem gelingen kann.

Die noch immer nicht bewältigte Corona-Krise hat längst überdeutliche Spuren hinterlassen. „Die Reserven sind da, aber sie sind inzwischen fast aufgebraucht. Ohne die staatliche Hilfe, die wir erhalten haben, wären wir nicht so durchgekommen“, sagt Thorsten Eustrup, Inhaber des Reisebüro Köhler in Dortmund-Lütgendortmund.

Er und sein Gewerbe haben komplizierte Monate hinter sich – und nun, in jenen Sommer, der zur lang ersehnten Urlaubszeit werden sollte und in dem die Reiselust zuletzt fast sprunghaft anstieg, platzt die Delta-Variante herein. Unlängst wurde Portugal zum Virusvariantengebiet erklärt. Eine Entscheidung des RKI, die massive Folgen hat. Für den Tourismus vor Ort, für Reisende und für Organisatoren wie Eustrup.

Seit Dienstag (29.07) gilt für Portugal: erstens ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- oder Bahnunternehmen. Und zweitens müssen Menschen, die von Portugal nach Deutschland reisen, verpflichtend für zwei Wochen in Quarantäne. Völlig egal, ob sie vollständig geimpft, getestet oder genesen sind.

„Das führt natürlich zu Verunsicherung“, sagt Eustrup. „Zuletzt war die Nachfrage deutlich angestiegen. Ich habe teilweise bis spät in die Nacht gearbeitet, Anfragen beantwortet und Reisen geplant. Kundinnen und Kunden, die sich bei uns meldeten, musste ich auf eine Warteliste setzen.“ Jetzt indes sei das Reiseinteresse schon wieder merklich geschwunden.

Zumindest die Anzahl der Beratungstermine steigt in Thorsten Eustrups Reisebüro. Dieses Foto zeigt eine Szene aus dem vergangenen Jahr.
Zumindest die Anzahl der Beratungstermine steigt in Thorsten Eustrups Reisebüro. Dieses Foto zeigt eine Szene aus dem vergangenen Jahr. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Zumindest berichtet Eustrup, bei Weitem nicht mehr so viele Anrufe und Nachrichten zu bekommen, wie es noch vor kurzem der Fall war. „Vielleicht liegt es daran, dass das Bedürfnis von vielen Menschen erst einmal gedeckt ist, womöglich aber ist es auch die unsichere Lage, in der wir derzeit alle sind.“

Oftmals, so Eustrup, werde er gefragt, was denn zu beachten sei „und welche Länder ich empfehlen würde. Ich bin natürlich auch keiner, der in die Zukunft schauen kann, Spanien oder Griechenland scheinen mir allerdings ganz gute Ziele zu sein.“ In Portugal habe die Lage schon im vergangenen Jahr massiv geschwankt.

Reisebüro: „Will nicht, dass sich Leute in Gefahr bringen“

„Da bin ich deshalb vorsichtig“, sagt Eustrup, wenngleich er persönlich nicht verstehen kann, warum Portugal „quasi von heute auf morgen als Virusvariantengebiet eingestuft wurde, das ging von null auf hundert. Und darüber hinaus wurden nicht bestimmte Regionen als Risikogebiet eingestuft, sondern gleich das gesamte Land.“

All das verunsichere und verärgere die Menschen, sagt Eustrup, der sich sehr wohl darüber im Klaren ist, „dass die Gesundheit an oberster Stelle steht. Erst kürzlich habe ich einer Frau mit drei Kindern deutlich davon abgeraten, nach Brasilien zu reisen. Ich will nicht, dass sich die Leute in Gefahr bringen.“

Über die Portugal-Entscheidung allerdings sei er ganz und gar nicht glücklich. „So ist Planung unmöglich.“ Für Last-Minute-Reisewillige hat Eustrup dennoch gleich mehrere Tipps: Zum einen gelte es natürlich, sich ganz genau die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen und zu besprechen, welche Gebiete sich für seine Sommer-Reise eignen.

„Häufig sind es kleinere Inseln, die dafür gut sind. In Griechenland zum Beispiel brach im vergangenen Jahr in Athen das Virus deutlich größer aus als auf den Inseln“, so Eustrup, der außerdem darauf hinweist, „am besten die finanzielle Sicherheit mit einzukaufen. Pauschalreisen bieten sich dafür sehr gut an.“

Reisetipps für Kurzentschlossene

Dort, „bei den namhaften Veranstaltern“, bekomme man sein Geld meist völlig unkompliziert und zügig zurück, wenn die gebuchte Reise dann doch nicht stattfinden könne, sagt der Lütgendortmunder Reisebüroinhaber. Sein letzter Hinweis an prinzipiell Reisewillige lautet: „Die Leute sollten ein wenig flexibel sein.“

Manche Kundinnen und Kunden „wollen keinen anderen Flughafen als den Dortmunder nutzen“, sagt Eustrup. „Manchmal allerdings ist das genauso ratsam, wie die Reisezeit um zwei Tage zu verkürzen, wenn das gewünschte Hotel ansonsten ausgebucht ist.“ Nach dem logischen Motto: Besser zwölf Tage Urlaub, als gar keinen.

Über den Autor
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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