Die meisten Tattoo-Farben sollen ab Januar 2022 verboten sein. © Patricia Böcking
Tattoos

Verbot von Tattoo-Farben: Dortmunder Tätowierer befürchtet starke Einbußen

Eine neue EU-Verordnung sorgt für Aufruhr: Ab Januar 2022 sollen bestimmte Tattoo-Farben verboten sein. Ein Dortmunder Tätowierer rechnet mit starken finanziellen Einbußen.

Von Gelb bis Lila: Die meisten herkömmlichen Tattoo-Farben sollen laut einer neuen Verordnung der Europäischen Union bis Januar 2022 verboten sein. Grund hierfür seien gesundheitliche Bedenken bei den Inhaltsstoffen der Farben.

Laut ECHA, der Chemieagentur der Europäischen Union, könnten Krebsrisiken und andere negative Auswirkungen durch die Farben nicht ausgeschlossen werden.

Außerdem könnten durch das Verbot über eintausend Fälle allergischer Reaktionen verhindert werden. Ziel des Verbots sei es deshalb nicht, Tätowierungen zu verbieten, sondern sie sicherer zu machen, schreibt die ECHA auf ihrer Website.

In Kraft tritt die Verordnung am 4. Januar 2022. Lediglich die Farben Blau und Grün, genannt Blau 15 und Grün 7, können noch ein Jahr länger verwendet werden. Aber auch diese beiden Farben sollen letztendlich im Jahr 2023 verboten sein.

David, Inhaber des Tattoo-Studios „Ink-Town 45“ in Mengede, nutzt die betroffenen Farben schon seit Jahren. Probleme habe er damit noch keine gehabt, wie er erzählt. Von dem Verbot hält er deshalb nichts.

„Zigaretten und Alkohol sind auch nicht verboten. Und die sind krebserregend“, sagt er.

Neue Farben angekündigt

Einige Hersteller arbeiten bereits an alternativen Farben, die den neuen Richtlinien entsprechen. Die Firma „World Famous Tattoo Ink“ hat schon entsprechende Farben angekündigt. Diese seien aber noch nicht lieferbar, so David.

Wie gut die neuen Farben sind, ist unklar. David will die Farben erst bei sich selbst testen, bevor er sie für die Kunden verwendet. „Keiner weiß, wie die neuen Farben auf der Haut sind“, behauptet er. Einen konkreten Plan, wie er auf die neuen Farben umstellen kann, hat er noch nicht. „Es wird brenzlig“, sagt er.

Sorgen vor finanziellen Schwierigkeiten

Besondere Sorgen macht sich David um seine finanzielle Lage. Schon im Lockdown sei es für Tätowiererinnen und Tätowierer schwer gewesen. Nun rechnet er mit weiteren Einbußen.

„Viele Tätowierer machen sich Sorgen um die Zukunft“, sagt er. „Wir haben eh alle Schwierigkeiten.“ David befürchtet, dass einige Kunden ihre Tattoos künftig im Ausland stechen werden.

Um das Verbot zu stoppen, haben Tätowierer eine Petition im Internet gestartet. Die Aktion mit dem Namen „Save the Pigments“ hat schon über 100.000 Unterstützer in ganz Europa.

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