Zusammen mit der Historikerin Erika Rosenberg-Band produzierte die AG gegen Rechts der Droste-Hülshoff-Realschule Erklär-Videos für die Ausstellung über Emilie und Oskar Schindler. © Holger Bergmann
Emilie Schindler

Video-Projekt an Dortmunder Schule: Sie war mehr als nur Schindlers Ehefrau

In seinem Film „Schindlers Liste“ hat Regisseur Steven Spielberg etwas vergessen, meint Professorin Erika Rosenberg-Band. Das rückt sie mit Schülern der Droste-Hülshoff-Realschule zurecht.

Der Spielfilm „Schindlers Liste“ ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und einer der wichtigsten Beiträge zur Erinnerung an den Holocaust. Doch die Historikerin Prof. Erika Rosenberg-Band ist nicht ganz einverstanden mit der Darstellung der Ereignisse.

In ihren Augen wird die Figur der Emilie Schindler im Vergleich zu ihrem Ehemann Oskar Schindler nicht ausreichend gewürdigt. Im Film erscheint sie überwiegend als die durch einen untreuen Ehemann betrogene Gattin. Emilie Schindlers Beitrag zur Rettung der 1200 sogenannten Schindler-Juden werde praktisch nicht gewürdigt, beklagt Erika Rosenberg-Band, die Biografin von Oskar und Emilie Schindler.

Beide Schindlers werden geehrte

Gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung hat Erika Rosenberg-Band deshalb eine Ausstellung von Infotafeln erarbeitet, in der die Biografien und die Leistung der beiden Eheleute auf Augenhöhe dokumentiert wird.

Oskar und Emilie Schindler erlangten Berühmtheit weil sie bei ihnen angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung durch die Nazis retteten. Beide tragen den israelischen Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“.

Nun ist dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ein verlorenes Jahr für Ausstellungen und da stellte sich die Frage, wie man vor allem Jugendlichen diese Ausstellung zugänglich machen kann.

Video-Führer durch die Ausstellung

In Zusammenarbeit mit dem Jugendring Dortmund entstand die Idee eines Video-Führers durch die Ausstellung. Und weil der Jugendring schon Video-Projekte mit der AG gegen Rechts der Droste-Hülshoff-Realschule durchgeführt hatte, klingelte in Kirchlinde das Telefon.

In der vergangenen Woche machten sich die Schüler an die Arbeit. Erika Rosenberg-Band reiste aus ihrer Heimat Buenos Aires an und stand den Schülern als Informations-Quelle und für Interviews zur Verfügung.

„Wir hatten den Vorteil, schon früher Videos gedreht zu haben, wir konnten in der Woche sehr strukturiert arbeiten“, berichtet Lasse Schuhmann, Mitglied der AG gegen Rechts.

Videos auf dem Handy abrufen

Die Arbeit war sehr kleinteilig. Es entstanden ein einleitender Image-Film, ein mehrminütiges Video-Interview mit Erika Rosenberg-Band und 28 kleine Filmchen, für jeden Abschnitt der Ausstellung etwa 30 bis 40 Sekunden.

Die Videos werden, wann genau steht noch nicht fest, auf der Internet-Seite des Jugendrings per QR-Code für jeden Smart-Geräte-Besitzer abrufbar sein. Die Ausstellung selbst wird in den kommenden Monaten durch Dortmunder Schulen ziehen.

Die Schüler haben dann den Vorteil, die Info-Tafeln zusammen mit den Videos auf dem Handy studieren zu können. Eine Runde durch die Ausstellung wird dann rund eine Stunde dauern.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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