Rund 140 Jahre alt ist das Gebäude und deutlich in die Jahre gekommen. Das größte Problem ist aber der Platzmangel, der viele wichtige Projekte ausbremst. © Antje Scheurer
Lange Mängelliste

Viel zu kleine Grundschule: Nicht mal Platz für Computer im Rektoren-Zimmer

Eine Dortmunder Grundschule platzt aus allen Nähten. Für die Schulleitung gibt es deshalb nur eine Lösung: Ein Neubau muss her. Ein wichtiger Schritt ist nun gemacht.

Die Schulleitung funkt nicht zum ersten Mal SOS. Vor allem der Platzmangel stellt an ihrer Einrichtung ein großes Problem dar. Doch jetzt spitzt sich die Lage an der Grafen-Grundschule in Dortmund-Deusen zu. Denn: Anstehende Projekte, wie etwa die Einrichtung einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS), machen weiteres Improvisieren unmöglich.

Erstmals steht deshalb der Wunsch nach einem Neubau im Raum. Den äußerte Rektorin Laura Stachowiak in Begleitung ihres Schulpflegschaftsvorsitzenden Marcel Thiemann in der Juni-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Huckarde. Gleichzeitig schilderte sie die Zustände in dem rund 140 Jahren alten Gebäude samt Pausenhof. „Unsere Schule platzt aus allen Nähten. Wir brauchen einfach mehr Schulraum, um neue Ideen, innovative Schulkonzepte und den Lehrplan umzusetzen.“

Räume werden mehrfach genutzt

Bei einem Besuch im Februar 2021 konnte sich diese Redaktion bereits ein Bild von der Platznot machen. Der Keller ist feucht und kann nicht genutzt werden, der Dachboden hat keinen Zugang, ein Container für die Spielgeräte verkleinert den Pausenhof erheblich, Räume werden mehrfach belegt und genutzt.

Möglichkeiten, sich zu entfalten und neue digitale, nachhaltige oder ökologische Projekte auf den Weg zu bringen, gibt es unter diesen schwierigen Bedingungen kaum. Deshalb hofft die Schulleiterin nun auf ein schnelles Handeln der Verwaltung. „Glücklicherweise unterstützt uns das Schulverwaltungsamt sehr“, lobt die Rektorin.

Auf ihrer Seite hat sie auch die Huckarder Bezirksvertretung. Sie unterstreicht das Anliegen der Schule mit einem Antrag an die Verwaltung. Den brachte sie in der Juni-Sitzung auf den Weg. Darin bitten alle Fraktionssprecher darum, einen Neubau der Grafen-Grundschule zum schnellstmöglichen Termin zu prüfen und anzustoßen: „Diverse Mängel und insbesondere die großen Diskrepanzen der Schule zum geltenden Standard (siehe auch Schulbauleitlinie) sind trotz permanent stattfindender Maßnahmen nicht mehr adäquat aufzufangen.“

Die Bezirksvertretung Huckarde, hier Stefan Keller (SPD), Kaan Eker (Grüne), Claudia Brückel (CDU) und Harald Hudy (Bezirksbürgermeister) unterstützen Laura Stachowiak (Direktorin, 3.v.l.)) und Marcel Thiemann (Schulpflegschaftsvorsitzender, 3.v.r.) bei ihrem Wunsch nach einem Neubau.
Die Bezirksvertretung Huckarde, hier Stefan Keller (SPD), Kaan Eker (Grüne), Claudia Brückel (CDU) und Harald Hudy (Bezirksbürgermeister) unterstützen Laura Stachowiak (Direktorin, 3.v.l.)) und Marcel Thiemann (Schulpflegschaftsvorsitzender, 3.v.r.) bei ihrem Wunsch nach einem Neubau. © Bezirksvertretung © Bezirksvertretung

Wunsch-Grundstück aller Beteiligten ist das Areal hinter der Freiwilligen Feuerwehr an der Deusener Straße. Hier soll die Schule nach Möglichkeit größer und nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen gebaut werden. Der BV schwebt eine „Schule im Grünen“ mit Modellcharakter vor, die möglicherweise sogar mit der IGA 2027 (Internationale Gartenausstellung) kooperiert.

Seniorenwohnbebauung auf dem bisherigen Schulgrundstück

Auch für die Nutzung der dann frei werdenden Fläche hat die BV Pläne: „Das bisherige Schulgrundstück kann und soll zur Seniorenwohnbebauung freigegeben werden“, heißt es in dem Antrag.

Die Schülerzahlen seien nicht zuletzt durch die gute pädagogische Arbeit seit Jahren stabil und sogar ansteigend, betont die BV. „Aber weder Raumangebot noch Ausstattung und Bausubstanz können mit der Entwicklung mithalten.“ Ein Neubau sei deshalb unumgänglich, heißt es in der abschließenden Begründung.

Gleich nach den Sommerferien wird es noch voller an der Grafen-Grundschule. Denn: 30 Erstklässler sind angemeldet (mehr als Abgänger), außerdem nimmt eine neue Konrektorin ihre Arbeit auf. Sie wird sich das Büro mit Laura Stachowiak teilen. „Selbst für einen Rechner werden wir keinen Platz haben.“

Steigende Schülerzahlen mit Start der OGS

Die Rektorin rechnet auch in Zukunft mit weiter steigenden Schülerzahlen, vor allem ab dem Jahr 2022/23, wenn die OGS an der Deusener Grundschule startet. „Die Eltern hier können es kaum noch abwarten“, sagt Laura Stachowiak. „Und weiter: „Wir geben wirklich unser Bestes. Doch wenn der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz kommt, können wir den nur schwer in den vorhandenen Räumlichkeiten umsetzen.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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