Der Dortmunder Masken-Händler Hans Dornseif, hier bei einer Spendenübergabe, befürchtet trotz erhöhter Nachfrage keinen Engpass bei FFP2-Masken. © Stephan Schuetze
Coronavirus

Von Gasthaus bis Kirche: Dortmunder Corona-Engel verschenkt FFP2-Masken

Gerade Menschen, die auf der Straße leben, brauchen einen vernünftigen Mund-Nasen-Schutz. Das sagt der Dortmunder Hans Dornseif. Deshalb verteilt er Dinge an Obdachlose, darunter FFP2-Masken.

Die Idee kam ihm unter der Dusche. Nachdem ihm ein Freund von seiner Masken-Spende an eine Klinik erzählt hatte. Und wer denkt an die Obdachlosen? Sie sitzen auf der Straße, auf dem Boden, sie sind dem Infektionsgeschehen besonders ausgesetzt. „Sie brauchen dringend einen vernünftigen Mund-Nasen-Schutz“, fand Hans Dornseif aus Mengede. So wurde er zu einem Corona-Engel.

Denn seinen Gedanken ließen Dornseif (67) und seine Frau Huijun Wang schnell Taten folgen. Seit Monaten verschenken die beiden Mund-Nasen-Schutz (MNS) und sogar die hochwertigen FFP2-Masken an wohnungslose Dortmunder. In der Regel läuft die Verteilung über Hilfs-Einrichtungen, zum Beispiel über die Wohnungslosen-Initiative „Gasthaus statt Bank“ an der Rheinischen Straße und den Verein „Hand in Hand für Menschen“ in der Nordstadt.

Schon 6000 MNS und 800 FFP2-Masken verteilt

Mittlerweile hat das Mengeder Ehepaar rund 6000 MNS und 800 FFP2-Masken „unter die Leute gebracht“, wie es Hans Dornseif formuliert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Erst am Dienstag (8.12.) gab der Mengeder im Gasthaus einen neuen großen Karton ab. Er betont: „Man kann sich jederzeit bei uns melden, wenn Nachschub benötigt wird.“

Von der Hilfsbereitschaft der beiden Mengeder profitieren längst nicht nur Menschen ohne festen Wohnsitz. Auch zu den Kirchengemeinden in ihrem Stadtbezirk Mengede haben sie Kontakt aufgenommen. „Damit vor allem ältere Gottesdienst-Besucher Masken bekommen, die sie wirklich schützen“, sagt Dornseif.

„Wir erkennen sofort, wenn Masken und Zertifikate Fake sind“

Das Ehepaar hat Glück: Es sitzt an der Quelle. Mit seiner Firma China Supply hat es sich auf den Import von Schutzausrüstungen spezialisiert. So sind sie sicher, dass sie ausschließlich „korrekt produzierte und zertifizierte Masken“ verteilen.

„Mittlerweile sind wir wirklich Spezialisten. Wir erkennen sofort, wenn Masken und Zertifikate Fake sind“, sagt Hans Dornseif. Aufgrund der engen Kontakte nach China, vor allem durch seine Ehefrau, habe man zwei seriöse Lieferanten gefunden.

Die Empfänger-Liste wird immer länger: Der Wärmebus der Malteser, die Diakonie, die Beratungsstelle Kober, der Kneipp-Verein, der Verein Bodo und das Frauenzentrum Dortmund haben die beiden bereits bedacht. Sie selbst wiederum geben die Schutzmasken an Bedürftige weiter.

Wann immer es geht sei sein vierjähriger Sohn bei der Spenden-Übergabe dabei, sagt Hans Dornseif: „Damit er sieht, dass es nicht allen so gut geht wie uns. Das ist eine wichtige Erfahrung.“ Die Begegnungen hätten den Kleinen sehr berührt. „Mittlerweile hat er einen unheimlichen Enthusiasmus entwickelt. Wenn wir in die Stadt fahren, nimmt er immer Kleingeld mit, um es zu verteilen.“

Vereine und Einrichtungen, die Bedürftige unterstützen wollen, können sich unter Tel. (0231) 96 73 45 95 bei Hans Dornseif melden.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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