Reiner Gallen sitzt derzeit wegen eines Urlaubs-Unfalls im Rollstuhl. Etwas, das ihm in der Brand-Nacht in Marten zusätzlich Angst machte. © Privat
Brandserie

„Wegen Feuerteufel musste ich ins Hotel“: Mann wegen Brandserie in Angst

Zehn Kellerbrände hat es seit Mitte März im Dortmunder Westen gegeben. Reiner Gallen war von dem Brand in Marten betroffen, musste aus seiner Wohnung raus und hat einen bösen Verdacht.

Der Kellerbrand an der Kirchlinder Straße, zu dem die Feuerwehr am frühen Donnerstagmorgen (9.7.) ausrückte, ist bislang der Gipfel der Brandserie im Dortmunder Westen. „Ich bin entsetzt, es ist schlimm, wie sehr sich die Brände häufen“, sagt der Martener Reiner Gallen am Donnerstagmittag (9.7.).

Er selbst war von dem Kellerbrand an der Martener Straße (17.6.) betroffen und beobachtet spätestens seitdem die weiteren Kellerbrände in der Umgebung mit wachsender Unruhe. Zehn sind es inzwischen. „Das kann doch kein Zufall sein“, sagt Reiner Gallen. „Da sind Feuerteufel am Werk.“

Feuerteufel, dessen Werk es war, dass er vier Nächte im Hotel verbringen musste. Denn der Brand hatte die Abwasserleitungen des Mehrfamilienhauses an der Martener Straße in Mitleidenschaft gezogen. Die als Alternative zur heimischen Toilette aufgebauten Dixi-Klos konnte Reiner Gallen nicht nutzen. Denn aktuell sitzt er nach einem Urlaubs-Unfall vorübergehend im Rollstuhl.

Die Übereinstimmungen machen Angst

Das habe ihn in der Brand-Nacht zusätzlich besorgt. „Die Fahrstühle sind ja im Brandfall unbenutzbar“, erklärt Reiner Gallen. „Ich hätte mich noch auf den Balkon retten können, aber ansonsten sitze ich hier mit dem Rollstuhl in der Falle. Das macht einem schon Angst.“

Glücklicherweise sei bis auf den kurzzeitigen Umzug ins Hotel nichts passiert. Während der Löscharbeiten sei er sogar in seiner Wohnung betreut worden, so Reiner Gallen.

Am 17. Juni brannte es im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Martener Straße.
Am 17. Juni brannte es im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Martener Straße. © Helmut Kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Das sei möglich gewesen, weil sich das Brandgeschehen nur im Keller abgespielt habe. Bei verschlossener und abgedichteter Wohnungstür stelle das verrauchte Treppenhaus kein Sicherheitsrisiko dar.

Doch nun sorgt sich Reiner Gallen um die Sicherheit im Dortmunder Westen und Nordwesten. „Es ist ja schon komisch, dass immer Mehrfamilienhäuser betroffen waren“, sagt er. „Und das immer zu einer ähnlichen Uhrzeit.“

Von der Feuerwehr aus dem Bett geklingelt

Er selbst sei am frühen Morgen des 17. Juni von Feuerwehrmännern aus dem Bett geklingelt worden. „Diese Zusammenhänge machen allen Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, Angst“, sagt Reiner Gallen. „Die Polizei sollte ihre Kontrollen hochfahren, das kann doch so nicht weitergehen.“

Noch am Donnerstag (9.7.) teilte die Polizei mit, dass sie wegen Brandstiftung ermittle. Teils seien in den fraglichen Gegenden verdeckte Ermittler unterwegs. Der oder die Täter sollen zeitnah aus dem Verkehr gezogen werden.

Zeugenhinweise können unter Tel. (0231) 132 74 41 angegeben werden.

Wer etwas Verdächtiges bemerkt, sollte direkt die 110 wählen. Zudem rät die Polizei dazu, Haustüren und Kellerfenster zu sichern und Tag und Nacht geschlossen zu halten, um das Eindringen der Täter zu verhindern.

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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