Die Sanierung des Ortskerns ist fast abgeschlossen. Allein eine als Parkplatz ausgewiesene Baulücke drfitet von einem Problem ins nächste. © Uwe von Schirp
Stellplatz-Nachweis

Wichtiger Parkplatz im Dortmunder Nordwesten gesperrt

Die Sanierung des Mengeder Ortskerns steht vor dem Abschluss, schier endlose Buddeleien sollen bald Vergangenheit sein. Doch derweil droht ein neues Problem.

Ein Zeitraffer: Bagger ran, Grube auf, Kanal rein, Grube zu. Ein Jahr später: Bagger ran, Gräben auf, Energieleitungen rein, Gräben zu. Dann die große Nummer: Viele Bagger, alles neu, Fahrbahn, Parkstreifen und Bürgersteige. Fast fertig: Bagger ran, Bürgersteig auf – schnell noch ein Kabel rein, Graben schnell wieder zu.

Bob der Baumeister hätte am Mengeder Ortskern seine wahre Freude. Insbesondere an der Mengeder Straße hätten die bei Kindern beliebte Comic-Figur und seine personifizierten Baumaschinen seit Dezember 2018 zu tun.

Nun ist der vierte Bauabschnitt der Ortskernsanierung fast abgeschlossen. Zwischen Alt-Mengede und dem Bahnhof laden breite Bürgersteige zum Bummeln ein. Autos haben ihre klar erkennbaren Stellplätze. In der Mitte: ein Platz, der bald zum Verweilen einlädt.

Bauabsichten für Parkplatz

Allein eine Baulücke zwischen Imbiss und Sanitätshaus stört noch den Gesamteindruck. Seit Jahrzehnten wird die Brache als Parkplatz genutzt. Kunden der Post-Filiale und der umliegenden Dienstleister sowie vor allem Wochenmarkt-Besucher schätzen ihn.

Vor Ehrenmal und Regenbogen-Grundschule ersteckt sich jetzt zwischen Mengeder Straße (vorne), Adalmundstraße (l.) und Jonathanstraße ein Platz mit Aufenthaltsqualität.
Vor Ehrenmal und Regenbogen-Grundschule ersteckt sich jetzt zwischen Mengeder Straße (vorne), Adalmundstraße (l.) und Jonathanstraße ein Platz mit Aufenthaltsqualität. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Sein Zustand war bis vor Kurzem noch maroder als die Mengeder Straße. Bis zu 20 gemessene Zentimeter tief stand bei Regen das Wasser in Schlaglöchern. „Da muss etwas geschehen“, erklärte Hans-Ulrich Peuser, Vorsitzender des Mengeder Heimatvereins bei einem Ortstermin zu Jahresbeginn.

Seine Sorge: „Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, verteilen die Autos den Lehm und Schlamm auf dem neuen Pflaster und der Straße.“

Doch Bauarbeiter buddelten zuletzt noch einmal an der Mengeder Straße – an besagtem Parkplatz. Es zeichne sich ab, dass das Grundstück bebaut werden soll, teilte das Tiefbauamt mit. Deswegen erfolgten hier Anfang Oktober „bereits vorsorglich Kanalanschlussarbeiten“.

Eigentümer beauftragte Kanalanschluss

Danach sind die Matschlöcher verschwunden. Eine Schotterfläche überzieht die Baulücke. „Diese Arbeiten hat ein Tiefbau-Unternehmen im Auftrag des Eigentümers ausgeführt“, schreibt Stadt-Sprecher Christian Schön auf Anfrage dieser Redaktion.

Schmuck präsentiert sich die Mengeder Straße. Nach fast einem Jahr Bauzeit sind die Arbeiten nahezu abgeschlossen.
Schmuck präsentiert sich die Mengeder Straße. Nach fast einem Jahr Bauzeit sind die Arbeiten nahezuabgeschlossen. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Vorangegangen sei eine Abstimmung des Tiefbauamtes mit dem Eigentümer. Der Kanalanschluss vor dem Aufbringen der Asphaltdecke mache Sinn, „damit die Straße nicht später nochmal an dieser Stelle geöffnet werden muss“. Alles Weitere, erklärt die Stadt, sei Sache des Eigentümers.

Allerdings: „Dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt liegt bislang weder eine Bauantrag noch eine Bauvoranfrage vor“, schreibt Schön. „Auch etwaige Pläne sind dort nicht bekannt.“

Seit den Arbeiten am Kanalanschluss und dem Einschottern sperrt ein Bauzaun das Grundstück ab. „Betreten des Grundstücks verboten“, steht auf einem Schild. „Betreten der Baustelle verboten“, auf einem anderen. Eigentümer-Recht, könnte man annehmen. Dem ist aber nicht ganz so.

Ärztehaus fehlt Stellplatz-Nachweis

Denn es fehlt nicht nur Parkraum für die umliegenden Geschäfte und Dienstleister. Der Redaktion liegen Dokumente über eine Baulast für die Brache aus den Jahren 1987 und 1989 vor. Darin sichert sie den Bauherren des damaligen Neubaus Heimbrügge 3 „die hierfür notwendigen Stellplätze“ zu.

Früher Schlammwüste, jetzt Schotterpiste: Ein Bauzaun sperrt den Parkplatz ab. Dabei sind hier nominell 32 Stellplätze für das 250 Meter entfernt liegende Ärztehaus baurechtlich festgeschrieben.
Früher Schlammwüste, jetzt Schotterpiste: Ein Bauzaun sperrt den Parkplatz ab. Dabei sind hier nominell 32 Stellplätze für das 250 Meter entfernt liegende Ärztehaus baurechtlich festgeschrieben. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Das Ärzte- und Geschäftshaus liegt zwar 250 Meter entfernt. Quer über den Marktplatz, an der Mengeder Straße weist ein Plan aber 32 Stellplätze nach. Die sind nun erst einmal weg. Die Stadt weiß von der Baulast.

Christian Schön schreibt dazu: „Alle Beteiligten müssten sich in solchen Fällen auf eine gemeinsam getragene Lösung einigen, bevor auf der Fläche etwas anderes passieren kann.“ Die Stadt sehe derzeit kein Parkraumkonzept für Mengede vor.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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